Probandenaufruf
Wirksamkeit eines Elterntrainings bei Kindern mit ADHS in Abhängigkeit von der Behandlung ihrer ebenfalls von ADHS betroffenen Mütter
 Rina Saha, Lucia Bliznakova, Ruth Berg, Frederik Werner, Boris Rothermel, Katja Becker Kooperation:
- ADHS-Ambulanz Klinik für Psychiatrie, ZI
- Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Würzburg
- Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Institut für Gerichtliche Psychologie und Psychotherapie, Universität des Saarlandes
- Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychosomatik, Universität Freiburg
- Zentrum Klinische Studien ZKS, Universität Freiburg
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms "Forschungsverbünde zur Psychotherapie" - "Psychotherapie der ADHS im Kindes und Erwachsenenalter" (01GV0605, 01GV0606).
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Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten Therapiestudie wird untersucht, ob der Behandlungserfolg eines Elterntrainings zur Therapie einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) des Kindes dadurch gesteigert werden kann, dass auch die ADHS der Mutter behandelt wird.
Die Studienbehandlung ist in zwei Phasen gegliedert. In einer ersten Behandlungsphase wird die ADHS der Mutter therapiert, die nach Randomisierung entweder mit Gruppenpsychotherapie und Stimulanzienbehandlung oder ärztlichen Beratungsterminen behandelt werden. In der zweiten Behandlungsphase wird ein standardisiertes Elterntraining (THOP) zur Behandlung der ADHS des Kindes mit Mutter und Kind bei allen Studienteilnehmern durchgeführt und evaluiert. Teilnehmen dürfen Kinder mit einer ADHS im Alter von 6-12 Jahren und deren Mütter, wenn auch bei diesen eine ADHS vorliegt. Prolaktinveränderungen unter Methylphenidattherapie bei Jungen mit Hyperkinetischer Störung (HKS) bzw. Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
 Katja Becker, Lucia Bliznakova, Reta Pelz, Martin H. Schmidt
Methylphenidat (MPH) führt indirekt (Erhöhung des Dopamin; Dopamin= prolaktininhibierender Faktor) zu einer Erniedrigung des Prolaktins (PRL) im peripheren Blut. Es wird nun untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Absinken des PRL-spiegels unter MPHtherapie und dem klinischen Ansprechen („Response“) auf die Medikation. Nach der ersten Medikamentengabe zeigten die MPH-Responder (n=25)einen stärkeren PRLabfall 90 Minuten nach MPHgabe als die Nonresponder (n=8), das Ergebnis wurde aufgrund der Stichprobengröße aber noch nicht statistisch signifikant. Wenn sich das Ergebnis an einer größeren Stichprobe darstellt, könnten in Zukunft Nonresponder frühzeitig identifiziert und einer für sie wirksameren Therapie schneller unterzogen werden.
Atomoxetin bei Kindern mit ADHS und komorbider oppositioneller Störung (B4Z-MC-LYBX)
 Lucia Bliznakova, Reta Pelz, Ruth Berg, Katja Becker, Martin H. Schmidt
Atomoxetin, ein selektiver Noradrenalinwiederaufnahmehemmer, ist zur Therapie der ADHS im Kindes- und Jugendalter zugelassen. In einer internationalen Multicenterstudie (Phase III, randomisiert, placebokontrolliert, doppelblind) wird derzeit bei 6- bis 12-jährigen ambulant behandelten Patienten mit ADHS und komorbider oppositioneller Störung (ODD) untersucht werden, ob Atomoxetin Placebo in der mittleren Reduktion von ODD-Symptomen überlegen ist. International sollten insgesamt 260 Patienten untersucht werden; 15 wurden in unserem Zentrum rekrutiert.
Periphere monoaminerge Transporter in Diagnostik und Therapie der Hyperkinetischen Störung
 Yvonne Grimmer, Sarah Hohmann, Katja Becker, Martin H. Schmidt
Kooperation: Patrick Schloss (Biochemisches Labor)
Eine Dysfunktion monoaminerger Transmittersysteme spielt in der Ätiologie der ADHS eine zentrale Rolle. Langfristige Medikamenteneinnahme kann zu einer Veränderung der Transporterdichte auf der Zelloberfläche führen und damit dauerhafte Veränderungen der Signaltransmission bewirken. Mit der Entdeckung des Dopamintransporters DAT auf Lymphozyten und Thrombozyten ist erstmalig eine vergleichende Untersuchung der Transporterdichte, der Bindungsaffintät und Regulation des Dopamintransporters bei gesunden und von ADHS Betroffenen (im Therapieverlauf, bei Methylphenidat-Respondern und Nonrespondern) in größerem Umfang möglich und wird im Rahmen dieser Studie durchgeführt.
Präventionsprojekt "Zappelphilipp": Frühintervention bei delinquenten Kindern mit hyperkinetisch – antisozialen Verhaltensstörungen
 Gerhard Ristow, Angela Hermens, Martin H. Schmidt
Kooperation: Polizeipräsidium Mannheim
Förderung: Verein Sicherheit in Mannheim (SiMa) e.V.; Robert-Bosch-Stiftung
Bei ca. 25-40% der Kinder mit ADHS zeigt sich parallel eine Störung des Sozialverhaltens. Bei ca. 60% der so genannten Intensivtäter in Mannheim konnten Symptome einer ADHS identifiziert werden. Um durch frühzeitige Intervention (im Sinne indizierter Prävention) zu verhindern, dass Kinder mit ADHS eine "delinquente Karriere" machen, wurde in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Mannheim ein Pilotprojekt entwickelt. Zunächst als offene Therapiestudie konzipiert, wird bei 8-13 jährigen Ersttätern nach einer ausführlichen Diagnostik zusätzlich zu leitlinienkonformen therapeutischen Interventionen ein Hometreatment durchgeführt. Ziele der Intervention sind dabei die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz im familiären Umfeld, um die expansiven Verhaltensweisen des Kindes frühzeitig und effektiv einzugrenzen sowie der Aufbau alternativer Verhaltensweisen, um einem Fortschreiten der Symptomatik entgegen zu wirken.
Kontrolle von Blickbewegungen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) – eine fMRI-Pilotstudie
 Isabella Wolf, Matthias Ruf, Martin H. Schmidt
Kooperation: Dieter F. Braus (Dr. Horst Schmidt Kliniken GmbH Wiesbaden)
Bei psychiatrischen Erkrankungen mit Beeinträchtigung des Frontalhirns werden Blickbewegungsauffälligkeiten beschrieben. Störungen der visuellen Bewegungs-wahrnehmung und blickmotorische Abweichungen sowie komorbide Lese- und Rechtschreibschwäche sind auch bei ADHS bekannt. Ein funktionierendes okulomotorisches System ist wichtig für das Erlernen des Lesens und Schreibens und ebenfalls Grundvoraussetzung für die Kontrolle visueller Aufmerksamkeitsprozesse. Diese Pilotstudie soll Erkenntnisse über Störungen der visuellen Wahrnehmung bei ADHS liefern und zeigen, inwieweit Defizite in unterschiedlichen Parametern der Okulomotorik (Fixationen, langsame Augenfolgebewegungen, Lesen) vorliegen und welche neurobiologischen Hintergründe verantwortlich dafür sind. Eine funktionelle Kernspinstudie mit simultaner Aufzeichnung von Augenbewegungen während der Erfassung kortikaler Aktivierung soll eine direkte Beobachtung dieser okulomotorischen Dysfunktionen und ihrer neurobiologischen Korrelate ermöglichen. Zusammenhänge zwischen kognitiven Leistungen (Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen) und Defizite der okulomotorischen Kontrolle sowie neuronale Grundlagen dieser Störung können somit erstmalig in der aktuellen Forschung direkt miteinander in Bezug gesetzt werden und neue Erkenntnisse zum aktuell diskutierten Modell der Pathophysiologie der ADHS beitragen.
Ein Trennschärfevergleich zwischen psychometrischen Testverfahren und Verhaltensbeurteilungsskalen in der ADHS-Diagnostik
 Nina van Ackern, Martin H. Schmidt
Die Diagnostik der ADHS stellt sich aufgrund der individuellen und situationsbedingten Beeinträchtigung der Störung als schwierig dar. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen wird ein multiaxiales Vorgehen in der Diagnostik vorausgesetzt. Dabei kommen u.a. Beurteilungsskalen und psychometrische Testverfahren zum Einsatz. Als wichtigste Informationsquellen werden dabei die Verhaltensbeurteilungsskalen angesehen, die von Eltern und Lehrer ausgefüllt werden, während die psychometrischen Verfahren zur Aufmerksamkeitsleistung und Hemmungskontrolle nur ergänzend eingesetzt werden. Ein Nachteil der Beurteilungsskalen ist jedoch die subjektive Datengewinnung, während mit Hilfe psychometrischer Testverfahren objektive Daten gesammelt werden können. In dieser Studie sollen die beiden unterschiedlichen Arten der Diagnostik gegenübergestellt werden und die Frage geklärt werden, ob die Testgüte der psychometrischen Verfahren ähnlich hoch ist wie die der Beurteilungsskalen bzw. die Testgüte durch die Anwendung mehrer psychometrischer Verfahren erhöht werden kann.
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