Schmerzverarbeitung und Schmerzerleben bei Kindern nach frühen Schmerzerfahrungen bzw. bei chronischen Schmerzen
Als Vulnerabilitätsfaktoren für chronischen Schmerz werden neben einem ungünstigen Schmerzbewältigungsverhalten u.a. frühe Schmerzerfahrungen diskutiert. Eine Vermutung ist, daß frühe Schmerzerfahrungen in Abhängigkeit vom Reifungsgrad des nozizeptiven Systems (d.h. vor der 35. Schwangerschaftswoche) durch plastische Veränderungen des nozizeptiven Systems zu einer Sensibilisierung gegenüber Schmerz beitragen könnten. Die Untersuchung, inwieweit frühe Schmerzerfahrungen mittel- und längerfristig zu einer Schmerzsensibilisierung bei Kindern beitragen, setzt neben validen Messinstrumenten zur Erfassung des Schmerzerlebens bei Kindern auch eine genauere Kenntnis möglicher Veränderungen der Schmerzempfindlichkeit in Abhängigkeit vom kindlichen Entwicklungsstand, aber auch von aktuellen Schmerzerfährungen voraus.
Ziel des Projekts ist es, Unteschiede in der Schmerzsensitivität, der Schmerzverarbeitung und im Schmerzerleben bei Kindern mit bzw. ohne frühe Schmerzerfahrungen und bei Kindern, die bereits an chronischen Schmerzen wie z.B. Migräne leiden, zu untersuchen. Neben Reizwahrnehmungs- und Schmerzschwellenbestimmung wird die Sensitivierung bei tonischer Stimulation untersucht. Es sollen mögliche Zusammenhänge zwischen Schmerzempfindlichkeit und frühen Schmerzerfahrungen und dem Vorliegen eines chronischen Schmerzproblems ermittelt werden.
In einem nächsten Schritt wird dann die Schmerzverarbeitung bei Kindern mit bzw. ohne frühe Schmerzerfahrungen mittels Erfassung evozierter Potentiale und peripherphysiologischer Parameter genauer untersucht werden. Außerdem soll ermittelt werden, ob frühe Schmerzerfahrungen neben einer sensorischen Sensibilierung zu einer Verstärkung der der affektiven Schmerzverarbeitungskomponente führen. Welchen Einfluß Elternverhalten beispielsweise durch die positive oder negative Verstärkung von Schmerzverhalten auf die Schmerzsensibilität wird ebenfalls experimentell überprüft.
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