Leitung: Prof. Dr. Martin Bohus
 MitarbeiterInnen:
Dipl.-Psych. Melanie Domsalla, Dr. rer med. Anne Dyer, Martin Jungkunz MA., Dr. Nikolaus Kleindienst, Matthias Limberger MA., Dr. sc. hum. Anna Mall, Dipl.-Psych Kathlen Priebe, Joachim Wiskemann MA,

 Laufende Projekte

Schwerpunktthematik: Borderline-Persönlichkeitsstörungen

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Identifikation von Moderatoren und Mediatoren des Therapieerfolgs der DBT
 Martin Bohus, Nikolaus Kleindienst, Matthias Limberger, Martin Jungkunz
Die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) hat sich in der Behandlung der Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) in mehreren randomisierten Studien als sehr wirksam erwiesen. Dennoch profitieren nicht alle Patienten von der DBT. Das unmittelbare Ziel dieses Projekts ist es, Variablen zu identifizieren, die mit dem Therapieerfolg zusammenhängen, um besser zu verstehen, unter welchen Umständen DBT erfolgreich bzw. nicht erfolgreich ist. Das längerfristige Ziel des Projekts besteht darin, diese Erkenntnisse für eine weitere Verbesserung der DBT nutzbar zu machen. So hat sich insbesondere dissoziatives Erleben als ungünstig für den Therapieerfolg erwiesen. Dementsprechend liegt es nahe, Strategien zur gezielten Behandlung von Dissoziation zu entwickeln und in die DBT-Behandlung zu integrieren.
Zusammenhang von dissoziativen Erleben und Oligodipsie bei BPS Patienten
 Martin Bohus, Nikolaus Kleindienst
Ausgehend von klinischen Beobachtungen, daß Dissoziation bei BPS möglicherweise mit restriktivem Trinkverhalten (Oligodipsie) zusammenhängt, wurde dieser mögliche Zusammenhang in einer prospektiven Fallserie untersucht und im Ergebnis bestätigt. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse ist geplant, den vermuteten Einfluß von Oligodipsie auf dissoziatives Erleben bei BPS Patienten in einer methodisch aufwendigen multiple-baseline-Studie weiter zu erhärten und – in einem weiteren Schritt – gegebenenfalls in die Therapie zu integrieren. Evaluation der längerfristigen Wirksamkeit der DBT
 Martin Bohus, Nikolaus Kleindienst, Matthias Limberger
Für die Patienten ist entscheidend wichtig, ob die Wirksamkeit der DBT auch längerfristig anhält. Zu dieser Fragestellung wurde am ZI und an der Universitätsklinik Freiburg eine prospektive 2-Jahres-Studie durchgeführt. Erste Ergebnisse der Studie sprechen für eine längerfristige Stabilisierung der Patienten. Die Stabilisierung erfolgte sowohl bezüglich Borderline-spezifischer als auch genereller psychopathologischer Symptomatik.
Validierung der Borderline Symptom Liste-95 (BSL-95)
 Martin Bohus, Matthias Limberger, Nikolaus Kleindienst, Melanie Domsalla
Förderung: Borderline Personality Disorder Research Foundation (BPDRF)Für große Studien zur detaillierten Erfassung von Borderline-Symptomatik bedarf es präzise entwickelter und evaluierter Meßinstrumente. Hierzu wurde von unserer Arbeitsgruppe die Borderline Syptom Liste (BSL) entwickelt und systematisch evaluiert. Die BSL wurde von unserer Arbeitsgruppe spezifisch zur quantitativen Erfassung subjektiv erlebter psychischer Beeinträchtigungen sowie dysfunktionaler Verhaltensmuster von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) entwickelt. In einer Vorstudie an 380 Borderline-Patientinnen und Patienten wurde die faktorielle Struktur der BSL ermittelt und erste Berechnungen der psychometrischen Kennwerte durchgeführt. Es soll die Eignung der BSL überprüft werden, therapeutisch induzierte Veränderungen störungsspezifischer Beeinträchtigungen zu quantifizieren. Dazu wird die BSL an n=300 BPS-Patientinnen und –Patienten erhoben. An n=100 Borderline-Patientinnen und Patienten wird die BSL zusätzlich zu Beginn und am Ende einer ca. dreimonatigen störungsspezifischen Behandlung (DBT) eingesetzt.
Download der BSL-95 und weitere Materialien hier 
Entwicklung und Validierung der Kurzform der Borderline Symptom Liste (BSL-23)
 Martin Bohus, Matthias Limberger, Nikolaus Kleindienst, Melanie Domsalla Bei der detaillierten Erfassung der Entwicklung von Borderline-spezifischer Symptomatik (etwa im Rahmen von Therapiestudien) sind Meßwiederholungen unabdingbar. Um zu vermeiden, daß die Teilnehmer an einer Studie mehr Fragebögen ausfüllen müssen als nötig, haben wir von der Borderline Symptom Liste eine nur 23 Items umfassende Kurzform (BSL-23) entwickelt. Die ersten systematischen Studien zur psychometrischen Evaluation der BSL-23 sind sehr positiv ausgefallen, so daß dieser Fragebogen bereits verwendet werden kann.
Download der BSL-23 und weitere Materialien hier  Untersuchungen zur Epidemiologie und differentiellen Pathologie von Borderline-Störungen
 Martin Bohus, Matthias Limberger, Nikolaus Kleindienst, Melanie Domsalla, Elisabeth Borgmann, Martin Jungkunz
Förderung: Borderline Personality Disorder Research Foundation (BPDRF); MWK WürttembergZiel und Inhalt dieses Projektes ist zum einen die Erfassung grundlegender epidemiologischer Daten zur Behandlungsgeschichte, Ätiologie und Versorgungssituation der Borderline-Störung in Deutschland, zum anderen die Identifizierung von Subtypen dieses Störungsbildes auf psychopathologischer, neurobiologischer und molekulargenetischer Ebene.
Therapieoptimierung durch phasenspezifische Behandlung
 Martin Bohus, Elisabeth Borgmann
Die DBT ist in 2 Behandlungsstufen gegliedert (Stage I/StageII). In der Stage I-Behandlung stehen Probleme auf der Verhaltensebene im Vordergrund. Ziele sind eine Verbesserung der Lebensstrategien, der Therapiecompliance und der Lebensqualität, sowie der Aufbau von Verhaltensfertigkeiten (Skills). Bei der Stage II-Behandlung stehen Probleme mit Folgen traumatischer Erfahrungen im Mittelpunkt. Symptome, die im Rahmen eines posttraumatischen Stresssyndroms auftreten sollen verbessert und Trauma-assoziierte Schemata revidiert werden. Im Rahmen unseres Projektes wird nun eine Manualisierung der Stage II-Behandlung erfolgen. Um genau abzuklären, welche Behandlungsstufe für den jeweiligen Patienten indiziert ist, wird derzeit ein Fragebogen zur detaillierten Bestimmung der individuell optimalen Behandlungsstufe entwickelt. Soziale Interaktionen bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
 Melanie Domsalla, Julia Ziegler Probleme im zwischenmenschlichen Bereich spielen bei der Borderlinepersönlichkeitsstörung eine große Rolle. Im Rahmen dieses Projektes sollen verschiedene Experimente durchgeführt werden, um Mechanismen und neuronale Grundlagen der Wahrnehmung sozialer Situationen und Interaktionen mit Hilfe von funktioneller Bildgebung und virtueller Realität zu untersuchen.
Schwerpunktthematik: Posttraumatische Belastungsreaktion

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DBT-PTSD: Dialektisch Behaviorale Therapie für Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung nach sexuellem Missbrauch
 Martin Bohus, Anne Dyer, Ante Krüger, Kathlen Priebe, Regina Steil
Die Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD) ist gut erforscht. Als die State of the Art Verfahren gelten die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR. Patienten, die in ihrer Kindheit schwere Gewalt erfahren mussten, leiden häufig unter den Symptomen einer komorbiden Borderline Persönlichkeitsstörung. Häufig werden jedoch Patienten mit diesem Störungsbild nicht ausreichend behandelt. Aus diesem Grund entwickelten wir ein DBT Stage II Behandlungsverfahren: DBT-PTSD. Das Therapieverfahren kombiniert Verfahren der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie mit der Dialektisch Behavioralen Therapie. Erste Prä- Poststudien liefern Hinweise auf die Wirksamkeit des Verfahrens bei Patientinnen mit sexuellem Missbrauch in der Kindheit im stationären Setting. Um die Wirksamkeit des Verfahrens im Vergleich zu einer Kontroll-Gruppe nachzuweisen, führten wir eine von der DFG geförderte randomisiert kontrollierten Studie durch. Zu diesem Zeitpunkt werten wir die erhobenen Daten aus. Die ersten Ergebnisse sind äußerst vielversprechend. Im nächsten Schritt entwickeln wir die DBT-PTSD für den Einsatz im ambulanten Versorgungsbereich weiter. Self-Recognition
 Julia Ziegler
Um zu untersuchen wie schnell und wie exakt eine Person sich in einem Bild wieder erkennt, wird anhand eines oder mehrerer Portraits ein dreidimensionales komputerisiertes Modell erstellt. Dieses wird dann intermittierend mit Portraits von fremden Personen gezeigt, mit der Anweisung, beim Erkennen des eigenen Gesichts so rasch als möglich einen von zwei Knöpfen zu betätigen. Die Reaktionszeit sowie die Fehlerrate geben Aufschluss über die automatisierte Kompetenz der visuellen Selbst-Erkennung.
Schwerpunktthematik: Supervision

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Entwicklung einer interaktiven online-Supervision
 Martin Bohus, Melanie Domsalla, Kathlen Priebe
Supervison von Therapien ist Bestandteil in der psychotherapeutischen Weiterbildung. Übliche Praxis ist bislang, Therapiesitzungen im Nachhinein mit dem Supervisor zu besprechen – anhand von Notizen oder Audio- bzw. Videoaufzeichnungen. Um eine unmittelbare Korrektur therapeutischer Techniken oder Einzelinterventionen und das direkte Umsetzen von Anregungen des Supervisors während der laufenden Therapiesitzung zu nutzen, wird in der PSM eine videogestützte online-Supervision etabliert und evaluiert: Über das sog. Bug-in-the-eye-System (BITE) kann der Supervisor dem Therapeuten - über ein Notebook im Therapieraum – in Echtzeit schriftlich Hilfestellung (z.B. Anregungen für Interventionen, Beispielsätze, Anweisungen zur Veränderung der Körperhaltung, etc.) geben. Die online Supervision ist nicht nur ein wertvolles feedback für die Therapeuten, sondern trägt auch maßgeblich zur Verbesserung der Therapien bei.
Schwerpunktthematik: Soziale Phobie

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Untersuchung zu Wirksamkeit, Wirkweise und Effizienz eines Stepped-Care Programms mit computerbasiertem Selbsthilfemodul bei Sozialer Phobie
 Martin Bohus, Regina Steil, Christiane Hermann, Sonja Kiko, Anna Mall
Die Soziale Phobie stellt mit einer Prävalenzrate zwischen 7% und 13% eines der häufigsten psychischen Störungsbilder dar. Hauptziel des vorgelegten Antrages ist die Untersuchung der Wirksamkeit und Effizienz eines gestuften Behandlungsprogramms (Stepped Care Programm; SCP) für die Soziale Phobie. Das Programm beginnt mit einem acht-wöchigen computer-basierten Selbsthilfemodul. Patienten, die nach diesem Behandlungsschritt nicht remittiert sind, wird im Anschluss die Teilnahme an einem zweigestuften therapeutengeleiteten Behandlungsmodul (kognitive Therapie nach Clark) angeboten. Im Rahmen einer kontrolliert-randomisierten Studie an 102 Patienten mit Sozialer Phobie wird dieses Programm (insgesamt 24 Wochen lang) mit einer 16-wöchigen Standardbehandlung (kognitive Therapie nach Clark) verglichen. Wir erwarten eine signifikante Überlegenheit des SCP hinsichtlich Wirksamkeit und Effizienz. Zudem werden Mechanismen überprüft, die den Therapieerfolg vermitteln. Es wird erwartet, dass eine erfolgreiche Behandlung (unabhängig von Behandlungsformat) zu Verbesserungen der sozialen Kompetenz, einer verminderten autonomen Aktivierung und erlebten Angst, verminderten negativen Kognitionen und Veränderungen der selektiven Informationsverarbeitung führt. Neben Prä-Post- und Zwischen-Untersuchungen werden im Rahmen der Follow-Up-Untersuchung nach 3, 6, 9 und 12 Monaten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen sowie sekundäre Kosteneffekte (z.B. Krankschreibungen) untersucht. Eine Follow-Up-Untersuchung nach 12 Monaten erfasst die Stabilität des Behandlungseffektes.
Schwerpunktthematik: Psychoonkologie

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Stammzelltransplantation: Auswirkung auf psychobiologische und Immunfunktionen und das 'Stress-Coping-Resilienz-System'.
 Leitung: Martin Bohus, Joachim Wiskemann Mitarbeiterinnen: Anja Brechenser, Alois Burkhard, Lars Hofmann, Theresa O´Neill, Rea Nies, Brunhilde Schumann-Schmid
Förderung: Deutsche José-Carreras-Leukämiestiftung (DJCLS) Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) und kombiniertes Kraft-Ausdauer-Training bei Patienten unter hämatopoietischer Stammzelltransplantation: Auswirkung auf psychobiologische und Immunfunktionen und das 'Stress-Coping-Resilienz-System'.
Kooperationspartner
- Medizinische Klinik V für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, Universität Heidelberg – Prof. Ho (Sektion allogene Blutstammzelltransplantation - Prof. Dreger; Sektion Multiples Myelom Prof. Goldschmidt);
- III. Medizinische Klinik - Onkologie, Hämatologie (Prof. Hehlmann / Prof. Buchheidt);
- Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD) Wiesbaden - Abt. Knochenmarktransplantation (PD Dr. Schwerdtfeger);
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg (Dr. Krakowski-Roosen);
- Institut für Sport und Sportwissenschaft, Universität Heidelberg (Prof. Huber);
Weitere Kooperationspartner und Förderer des Projektes
- RECK-Technik GmbH & Co. KG, Betzenweiler
- OMRON Healthcare Europe, Mannheim
- novacare GmbH, Bad Dürkheim
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