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Arbeitsgruppe Genetische Epidemiologie



Foto: Henseler, Copyright: BMBF
Die Arbeitsgruppe "Genetische Epidemiologie" beschäftigt sich mit der Identifikation genetischer und umweltbedingter Ursachen psychischer Erkrankungen. Darüber hinaus werden genetische Beiträge zum individuellen Ansprechen auf Medikamente erforscht. Affektive und schizophrene Erkrankungen stehen im Zentrum unserer Untersuchungen.

Nach heutigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass sowohl Erkrankungen als auch Therapieeffekte durch die Interaktion von Genen und Umweltfaktoren bedingt sind. Da der Beitrag eines einzelnen Gens wahrscheinlich begrenzt ist, muss für die Identifikation von Genen eine große Zahl von Patienten untersucht werden. Die einheitliche, standardisierte Erhebung des klinischen Bildes ist für unsere Studie eine wichtige Voraussetzung. Aufbauend auf den Vorarbeiten der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Marcella Rietschel an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Bonn (Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Maier) wird im sog. "PsychoGene"-Verbund eine koordinierte Untersuchung großer Patientenstichproben durchgeführt. Zu diesem von Bonn und Mannheim aus organisiertem Verbund gehören auch die Psychiatrischen Universitätskliniken Homburg (Direktor: Prof. Dr. Peter Falkai) und Göttingen (Direktor: Prof. Dr. Eckart Rüther).

Über die genetisch-epidemiologischen Fragestellungen hinaus befassen wir uns desweiteren mit ethischen Aspekten, die sich aus dieser Forschung ergeben.

Genetik schizophrener und bipolar affektiver Erkrankungen

Schizophrene und bipolar affektive Störungen sind schwere und häufige Erkrankungen, für die es bislang keine kausale Therapie gibt. Die biologischen Grundlagen der Störungen sind weitgehend ungeklärt. Formalgenetische Untersuchungen konnten zeigen, dass der Beitrag genetischer Faktoren zur Entstehung der Erkrankungen zwischen 50 und 80% liegt. Anders als bei den klassich-genetischen (sog. monogenen) Erkrankungen ist bei psychiatrischen Erkrankungen jedoch nicht ein einzelnes Gen für die Krankheitsentstehung verantwortlich, sondern diese wird in der Regel durch mehrere Gene bedingt, welche wiederum wahrscheinlich sowohl untereinander als auch mit Umweltfaktoren interagieren.

Die Lokalisierung von Genen, die ursächlich zur Krankheitsentwicklung beitragen, geschieht in der Regel mittels sog. Kopplungsuntersuchungen. Voraussetzung dafür ist die Untersuchung von Familien mit mehreren Erkrankten. Für die bipolar affektiven Störungen konnten wir eine genomweite Kopplungsuntersuchung abschließen und verschiedene chromosomale Regionen identifizieren, in denen höchstwahrscheinlich Dispositionsgene lokalisiert sind (Cichon et al. 2001). Diese chromosomalen Regionen müssen nun weiter eingegrenzt werden, um die verantwortlichen Gene auf molekularerr Ebene zu charakterisieren. Dies geschieht durch die Untersuchung großer Stichproben von Patienten und Kontrollpersonen. Die Aussagekraft molekulargenetischer Untersuchungen hängt dabei in hohen Maße von der exakten Charakterisierung des klinischen Krankheitsbildes ab.

Forschungsschwerpunkte:

Pharmakogenetik

Gene spielen eine Rolle dabei, wie Patienten auf Medikamente ansprechen und welche Nebenwirkungen sie entwickeln. Ein Ziel unserer Forschung ist es, schon vor Beginn der Therapie feststellen zu können, wer auf ein bestimmtes Medikament gut anspricht und wer ein erhöhtes Risiko für bestimmte Nebenwirkungen hat. Hierdurch soll zukünftig Patienten schneller und effizienter geholfen werden.

Umwelt-Genetik

Neben genetischen Faktoren tragen natürlich auch Umwelteinflüsse ganz entscheidend zur Entwicklung von schizophrenen und affektiven Erkrankungen bei. Wir gehen davon aus, dass sobald genetische Risikofaktoren bekannt sind, sehr effizient schützende bzw. ungünstige Umwelteinflüsse identifiziert werden können. Um die Voraussetzung dafür zu schaffen, werden die Patienten nicht nur hinsichtlich des klinischen Bildes untersucht, sondern auch hinsichtlich einer Vielzahl von umgebungsbedingter und lebensgeschichtlicher Faktoren.

Ethische Aspekte psychiatrisch-genetischer Forschung

Da die Erforschung der molekulargenetischen Grundlagen von psychiatrischen Erkrankungen ethische Fragen aufwirft, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die mit der psychiatrisch-genetischen Forschung verbundenen Chancen und Risiken systematisch zu beleuchten. Wie auch bei den molekulargenetischen Forschungsprojekten sind wir hierbei auf die Zusammenarbeit von Patienten und Angehörigen angewiesen.

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Leitung


Prof. Dr. med. Marcella Rietschel
Wissenschaftliche Direktorin
Fon: 0621/1703-6051
Fax: 0621/1703-6055
E-Mail: marcella.rietschel@zi-mannheim.de

Eva Stolzenburg
Sekretariat
Fon: 0621/1703-6052
Fon: 0621/1703-6055
E-Mail: eva.stolzenburg@zi-mannheim.de



Dr. sc. hum. Stephanie Witt
Stellvertretende Wissenschaftliche Direktorin
E-Mail: stephanie.witt@zi-mannheim.de
Fon: 0621/1703-6091
Fax: 0621/1703-6055

Mitarbeiter
Jana Strohmaier, Dipl.-Psych.
Fon: 0621/1703-6067
Fax: 0621/1703-6065
E-Mail: jana.strohmaier@zi-mannheim.de


René Breuer, M.Sc.
Fon: 0621/1703-6053
Fax: 0621/1703-6065
E-Mail: rene.breuer@zi-mannheim.de


Sandra Meier, M.Sc.
Fon: 0621/1703-6071
Fax: 0621/1703-6065
E-Mail: sandra.meier@zi-mannheim.de


Fabian Streit, Dipl.-Psych.
Fon: 0621/1703-6054
Fax: 0621/1703-6065
E-Mail: fabian.streit@zi-mannheim.de


Henriette Wagner, Dipl.-Psych.
Fon: 0621/1703-6066
Fax: 0621/1703-6065
E-Mail: henriette.wagner@zi-mannheim.de


Christine Schmäl, Fachärztin für Psychiatrie (Ethik-Beratung Imagen)
E-Mail: c.schmael@gmx.de


Gulijana Babadjanova, Ärztin (Kooperation Moskau)
E-Mail: babadjanova@hotmail.com


Kooperation mit dem PZN Wiesloch