Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim wurde am 8. April 1975 als Landesstiftung des öffentlichen Rechts mit Mitteln des Bundes, des Landes Baden-Württemberg und der Stiftung Volkswagenwerk errichtet.
Seine vier Kliniken mit 255 Betten und 52 tagesklinischen Plätzen gewährleisten die psychiatrische Versorgung der Mannheimer Bevölkerung. Psychisch kranke Menschen aller Altersstufen können auf fortschrittlichste, auf internationalem Wissensstand basierende Behandlung vertrauen.
Als weltweit anerkanntes Zentrum moderner Psychiatrie erbringt das ZI in Kooperation mit nationalen und internationalen Einrichtungen überragende Leistungen in der Wissenschaft - mitten im Herzen der Quadrate. Mit 890 Mitarbeitern an fünf Standorten (Lageplan hier) in der Innenstadt ist das ZI heute einer der größten Arbeitgeber Mannheims.
Seine Struktur bildet eine überaus effiziente und modellhafte Verknüpfung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre.
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Tätigkeitsbericht des Institutsdirektors 2004-2005: siehe pdf-Datei
Tätigkeitsbericht des kaufmännischen Direktors 2004-2005: siehe pdf-Datei
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___________________Der Qualitätsbericht 2008 ist ab sofort auf der Seite Aufgaben erhältlich
Der Qualitätsbericht 2006 ist auf der Seite Aufgaben erhältlich.
___________________ Rückblick von Prof. Henn über seine 12 Jahre am ZI
(gekürzt aus Tätigkeitsbericht 2004-2005)
"Ein erster Schritt bestand im Aufbau der Abteilung Molekularbiologie im Jahr 1994 mit der Berufung von Prof. Christian Haass (heute Lehrstuhlinhaber an der LMU München) auf die Professur für Molekularbiologie. Damit wurde der erste Impuls für die Biologische Psychiatrie gegeben, auf den in den folgenden Jahren eine überaus erfolgreiche Forschungsarbeit von Prof. Haass an den Entstehungsmechanismen der Alzheimer Demenz folgte. Als Nachfolger kam 2001 Prof. Dusan Bartsch aus den USA ans ZI. Prof. Bartsch beschäftigt sich mit normalen und pathologischen kognitiven Prozessen auf der molekularen Ebene.
Die Bildgebung als nichtinvasive Forschungsmethode hatte in der letzten Dekade entscheidend dazu beigetragen, psychische Störungen im Kontext funktioneller, biochemischer und feinstruktureller Veränderungen des Gehirns zu verstehen. Mit der Etablierung der Arbeitsgruppe „NMR-Forschung in der Psychiatrie“ und der Anschaffung des 1,5 Tesla Kernspintomografen im Jahre 1994 wurde die Bildgebung ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt am Zentralinstitut. Um der Relevanz der Bildgebung Rechnung zu tragen, wurde in 2005 die Arbeitsgruppe in die Abteilung Neuroimaging umgewandelt, die mit einer W3-Professur für Neuroimaging ausgestattet ist. Zeitgleich konnte ein 3 Tesla Kernspintomografen angeschafft werden.
Eine nächste wichtige Etappe in der Umstrukturierung des ZI bestand in der Etablierung des ersten Lehrstuhls für Suchtforschung (Prof. Karl Mann) in Deutschland und der Gründung der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin. Mann gelang es innerhalb kurzer Zeit, die Forschung und Krankenversorgung aufzubauen und der Suchtforschung am ZI ein internationales Renommee zu verschaffen. Die Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls konzentrieren sich auf neurobiologische und psychosoziale Faktoren, die für die Entwicklung von Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Nikotin, Medikamente) und für deren Bewältigung bedeutsam sind. Als Erweiterung des ambulanten Angebots folgte in 2003 die Eröffnung der Substitutionsambulanz für Opiatabhängige in K3. Im Jahr 2005 fand der Ausbau der Suchtmedizin mit der Eröffnung der Tagesklinik für Suchtkranke in J5 vorerst seinen Abschluss.
Der weitere Ausbau der Grundlagenforschung konnte mit der Berufung von Prof. Rainer Spanagel auf die Professur für Psychopharmakologie deutlich verstärkt werden. Seit 2000 beschäftigt sich Prof. Spanagel in erster Linie mit der Suchtforschung, dabei steht die tierexperimentelle Erforschung der Alkoholabhängigkeit und die Komorbidität mit Angst- und Depressionserkrankungen im Mittelpunkt.
Mit Etablierung der Abteilung Neuropsychologie (heute Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie) und der Berufung von Prof. Herta Flor auf die C4-Professur für Neuropsychologie im Jahr 2000 konnte ein weiterer Schwerpunkt gebildet werden, der im engen Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Bildgebung stand. Im Jahr 2004 gelang es ihr, in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Mannheim sowie der Universität Heidelberg mit dem SFB 636 „Lernen, Gedächtnis und Plastizität des Gehirns: Implikationen für die Psychopathologie“, den dritten Sonderforschungsbereich seit Gründung des Zentralinstituts an das Haus zu holen.
Die Gründung der Abteilung Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie (Prof. Marcella Rietschel) brachte 2002 die Kompetenz in Genetik an das ZI. Die Abteilung beschäftigt sich erfolgreich mit der Identifikation genetischer und umweltbedingter Ursachen psychischer Erkrankungen mit dem Fokus auf affektive und schizophrene Störungen und führt dazu Phänotypcharakterisierung von schizophren und affektiv Erkrankten und deren Familien in weltweiten groß angelegten Stichproben durch.
Seit Februar 2002 ist das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Koordinationszentrum des Kompetenznetzes Demenzen (BMBF gefördert, seit 2005 in der 2. Förderperiode).
Bereits heute sind durchschnittlich ca. 30% der Patienten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des ZI über 60 Jahre alt. Die demographische Veränderung der Alterspyramide unserer Gesellschaft lässt eine weiter ansteigende Tendenz erwarten. So bestand der dringende Bedarf einer Abteilung für Gerontopsychiatrie in Krankenversorgung und Forschung. Im Jahr 2003 wurde die Abteilung Gerontopsychiatrie gegründet, die mit Prof. Lutz Frölich, einem ausgewiesenen Wissenschaftler in Demenzforschung, besetzt wurde.
Nach der Emeritierung von Prof. Schepank wurde im Oktober 2003 die Leitung der Klinik und des Lehrstuhls für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin mit Prof. Martin Bohus wieder besetzt. Mit Prof. Bohus konnte einer der renommiertesten Therapeuten für Borderline-Störungen in Deutschland auf den Lehrstuhl berufen werden.
Im Mai 2004 eröffnete Minister Professor Frankenberg das nach zweijähriger Bauzeit fertig gestellte Laborgebäude und würdigte das Zentralinstitut als „weltweit anerkanntes Zentrum der modernen Psychiatrie“. Das vierstöckige Laborgebäude bietet auf 2800 qm Platz für die Grundlagenforscher und ihre Labors und wurde für 11 Millionen Euro von Land und Bund gemeinsam finanziert.
Die Eröffnung der neu renovierten Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters mit einer Erweiterung in Form eines Therapiegartens und einer Spielfläche wurde im Sommer 2005 gefeiert. Im gleichen Jahr begann das Berufungsverfahren für die Besetzung der Nachfolge von Prof. Martin Schmidt, der nach 31 Jahren als Ärztlicher Direktor der KJPP ebenfalls im März 2006 emeritiert wird. Die Forschungsaufgaben des zukünftigen Ärztlichen Direktors sollen inhaltlich die klassischen kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbilder (mit den Schwerpunkten Essstörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Verhaltensstörungen) umfassen.
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