Die Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls beziehen sich auf neurobiologische (Bildgebung mittels fMRI und PET als grundlegende Forschungsmethode) und psychosoziale Faktoren (z. B. Lebensqualität), die für die Entwicklung von Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Nikotin, Medikamente) und für deren Bewältigung bedeutsam sind. Insbesondere werden die medikamentösen und psychotherapeutischen Möglichkeiten der Rückfallvorbeugung untersucht. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Fragestellungen zur Verbreitung und Häufigkeit stoffgebundener Abhängigkeiten vornehmlich in speziellen Risikogruppen. Weiterhin werden Perspektiven für Qualitätssicherung und Weiterbildung sowie Kostenaspekte und die Nutzung von Hilfsangeboten verfolgt.
Besonderes Augenmerk soll der Optimierung und Vernetzung in Forschung, Versorgung und Weiterbildung gelten. Ansprechpartner sind niedergelassene Ärzte und Therapeuten, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, andere stationäre Einrichtungen, lokale Initiativen (z. B. im Bereich Primärprävention), u. a. In diesem Zusammenhang bearbeiten wir in einem gesonderten Forschungsschwerpunkt Fragestellungen der betrieblichen Suchtprävention. Wir erheben in verschiedenen Unternehmen mittels Fragebögen Informationen zum Suchtmittelkonsum und zum Umgang mit Suchtmittelproblemen im Betrieb und bieten darüber hinaus Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema Suchtmittelgebrauch in der Arbeitswelt an.
Die Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin arbeitet eng mit der Abteilung für Psychopharmakologie des Zentralinstituts (Prof. Spanagel) zusammen. Auch diese Abteilung beschäftigt sich in erster Linie mit Suchtforschung. Insbesondere werden hier tierexperimentelle Untersuchungen zur Alkoholabhängigkeit durchgeführt. Diese präklinischen Studien beziehen sich auf neurobiologische Mechanismen abhängigen Verhaltens.
Prof. Mann ist Sprecher des Baden-Württembergischen Suchtforschungsverbunds. Forschung im Bereich der Gesundheitsversorgung (insbesondere über neue Therapieansätze) bildet den Schwerpunkt dieses Verbunds. Weiterhin wird besonderer Wert auf den Transfer der Ergebnisse in die Praxis gelegt. Am Verbund sind alle relevanten baden-württembergischen Suchtforschungszentren (Mannheim/Heidelberg, Tübingen, Freiburg) sowie viele Versorgungsanbieter beteiligt. Die Koordinierungsstelle des Verbunds befindet sich in der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des ZI. Der Verbund wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Land Baden-Württemberg mit jährlich ca. 1 Mio. Euro gefördert.
Karl Mann, Ursula Havemann-Reinecke, Raphael Gaßmann: Jugendliche und Suchtmittelkonsum (Trends - Grundlagen - Maßnahmen)
2007, Lampertus-Veralg, Freiburg im Breisgau, ISBN 978-3-7841-1697-6
Der Suchtmittelkonsum von Kindern und Jugendlichen ist in den Fokus starker öffentlicher Aufmerksamkeit geraten. Einerlei, ob es die legalen Substanzen Alkohol und Tabak oder das illegale Cannabis betrifft: Zu viele junge Menschen konsumieren zuviel Suchtmittel zu früh. Prävention und Therapie sind hier gleichmehrfach gefordert. Einerseits sind absehbare gesundheitliche Konsequenzen umso gravierender, je früher der Konsum beginnt - andererseits sind auch Chancen und Nutzen von Intervention und Hilfe am größten.
Vor dem Hintergrund neuester Konsumzahlen, aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und gesundheitspolitischer Erfahrungen trägt der vorliegende Band zu einem besseren Verständnis im Umgng mit Suchtmittel konsumierenden jungen menschen bei. Er richtet sich daher insbesondere an alle in Prävention, Diagnostik, Beratung und Therapie Tätigen. Das Ziel ist eindeutig definiert: frühe Interventionen und effektive Hilfen für die Generation mit der längsten Zukunft.
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Neu: Therapie-Manuale
R. Brueck / K. Mann: Alkoholismusspezifische Psychotherapie
Manual mit Behandlungsmodulen und CD-Rom, Deutscher Ärzte-Verlag, 29,95 Euro
Für Psychotherapeuten ist die Behandlung von Alkoholabhängigen eine Herausforderung. Die gängigen psychotherapeutischen Verfahren allein reichen für die Therapie nicht aus. In diesem Manual wird das neue Verfahren der Alkoholismusspezifischen Psychotherapie (ASP) vorgestellt, das speziell für die Therapie von Alkoholabhängigen entwickelt wurde. Seine Wirksamkeit konnte in einer groß angelegten Studie der National Institutes of Health (NIH) nachgewiesen werden.
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K. Mann /S. Loeber/ B.Croissant / F. Kiefer: Qualifizierte Entzugsbehandlung von Alkoholabhängigen
Manual zur Pharmako- und Psychotherapie, mit CD-Rom, Deutscher Ärzte-Verlag, 29,95 Euro
Die „Qualifizierte Entzugsbehandlung" ist das Verfahren der Wahl für die Behandlung von Alkoholabhängigen. Dieses am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit entwickelte Manual zur Pharmako- und Psychotherapie gibt Ihnen eine wissenschaftlich gesicherte, evaluierte und konkrete Anleitung für die Initialbehandlung. Mit Behandlungsplänen z.B. für die Gruppenpsychotherapie und Modulen für das Expositionstraining.
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