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Kooperationsprojekt mit den Polizeipräsidien Mannheim und Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis

Bezüglich der Beratung von Stalkingopfern und der Einschätzung des individuellen Gefährdungsrisikos besteht noch ein erheblicher Handlungsbedarf. Um Betroffene effektiv zu unterstützen, ist ein umfassender Ansatz notwendig, der kompetente Beratung zum Umgang mit dem Stalker, eine Risikoeinschätzung bezüglich gewalttätigen Verhaltens, juristische Schritte und therapeutische Maßnahmen einschließt. Ein koordiniertes Vorgehen, das Polizei, Rechtsanwälte und Gerichte vor Ort mit einbezieht, ist für ein erfolgreiches Management Voraussetzung.

Ausgehend von dieser Sachlage führen die Polizeipräsidien Mannheim und Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis in Kooperation mit dem Zentralinstitut ein Kooperationsprojekt durch, das folgende Maßnahmen umfasst:


1. Aufklärung und Sensibilisierung innerhalb der Polizei

2. Standardisierte Befragung der Betroffenen durch die Polizei mit anschließender individuellen Gefährdungseinschätzung und Beratung

3. Vernetzung mit den Beratungsstellen vor Ort (Zentralinstitut, Frauenhaus Heckertstift, Fraueninformationszentrum, Mädchennotruf, Weißer Ring), die eine kostenlose Beratung von Betroffenen garantieren

4. Vernetzung mit der Justiz

5. Weitere Aufklärung/Sensibilisierung der Öffentlichkeit

6. Wissenschaftliche Begleitung durch das Zentralinstitut (Projektleiter Prof. Dr. Harald Dreßing)

Zu 2. : Basierend auf den Ergebnissen der ersten epidemiologischen Studie zu Stalking in Deutschland zu Opfer- und Tätermerkmalen und Stalkingmethoden wurde gemeinsam mit der Kriminalprävention ein vierseitiger Fragebogen entwickelt. Anhand dessen werden durch die beratenden Polizisten standardisiert Informationen, z.B. zu Stalkingmerkmalen, erfragt,  die individuelle Gefährdung des Opfers eingeschätzt sowie weitere Maßnahmen empfohlen.

Die Analyse dieser – anonymisierten - Daten soll weitere Erkenntnisse über Opfer- und Tätermerkmale und deren Beziehung ermöglichen mit dem Ziel, geeignete Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten und Interventionen zu verbessern.

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