Phantom Phänomene: Ein Fenster zu Geist und Gehirn
 Projektleiterin: Prof. Dr. Herta Flor
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Dipl.-Psych. Martin Diers, Dr. Dipl.-Psych. Jörg Trojan, Dipl.-Psych. Sandra Kamping, Dipl.-Psych. Pinar Yilmaz, Dipl.-Psych. Mariela Rance, Dipl.-Psych. Jens Foell, Dipl.-Psych. Robin Bekrater-Bodman
Gefördert durch den European Research Council (FP7/2007-2013 / ERC grant agreement n° 230249)
Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.12.2013
Obwohl nach der Amputation einer Gliedmaße fast immer Phantom Empfindungen, d.h. Empfindungen im nicht mehr vorhandenen Körperteil, auftreten ist dieses Phänomen noch nicht gut verstanden. Veränderungen der Repräsentation des Körpers im Gehirn wurden mit dem Ausmaß des Phantomschmerzes in Beziehung gesetzt. Außerdem gibt es große Ähnlichkeiten zwischen nicht schmerzhaften Phantomphänomenen und Körperillusionen wie z.B. der Gummihand-Illusion. Die Forschung konnte zeigen, dass das Gehirn nicht die tatsächliche, physischen sondern die empfunden Realität verarbeitet. Dies gibt sowohl in der Grundlagenforschung als auch bei der Behandlung von Phantomschmerz die Möglichkeit die erlebte Realität zu manipulieren. Verhaltenstherapeutische Interventionen wie ein Prothesentraining, ein sensorisches Diskriminationstraining oder ein Spiegeltraining beeinflussen den Phantomschmerz und verändern die Gehirnfunktionen. Das Ziel dieses Projektes ist (1) eine exakte Erhebung und Analyse der Beziehung verschiedener Phantomphänomene wie Phantomschmerz, Phantomempfindungen, Telescoping (die Wahrnehmung, dass sich das Phantomglied in seiner Länge verändert), Prothesennutzung, und Empfänglichkeit für Körperillusionen in einer großen Stichprobe durch zu führen, (2) die Analyse der neuronalen Korrelate dieser Phänomene in kleinen Subgruppen mittels der funktionellen Magnetresonanztomographie und der transkraniellen Magnetstimulation, (3) die Analyse der Determinanten und neuronalen Korrelate von Körperillusionen bei gesunden Personen um gemeinsame neuronale Mechanismen zu identifizieren und (4) ein virtuelles Training zur Nutzung der Prothese kurz nach der Amputation zu untersuchen um zu verstehen wie eine Manipulation des Körperschemas und sensorisches Feedback die Entstehung und die Korrelate der Phantome im Gehirn verändern. |