Symptombezogene Reaktionsstile und klinische Depression
Finanzierung: DFG (KU1464/1-1,3,4 2002-2010)
Diese Studie untersucht die Rolle unterschiedlicher Copingstile im Umgang mit depressiver Stimmung (Rumination, Distraktion) für den Symptomverlauf in klinischen und nichtklinischen Stichproben (depressive Patientenstichprobe, n=90; gematchte Gemeindestichprobe, n=90; verschiedene Teilstichproben junger Erwachsener, n=220). In der derzeitigen Förderphase wird u.a. eine umfassende 5-Jahres-Katamnese der Patientenstichprobe erhoben. Eine aktuelle Analyse der Längsschnittdaten zeigt, dass ruminatives und distraktives Coping eine differenzielle Vorhersage depressiver Symptome in klinischen und nichtklinischen Stichproben erlaubt. Daneben entwickelten wir ein experimentelles Paradigma zur Induktion verschiedener Aufmerksamkeitsfoci (Rumination, Distraktion, Achtsamkeit). Die Ergebnisse verschiedener Teilstudien zeigen, dass induzierte Rumination nach negativer Stimmungsinduktion zuverlässig die negative Stimmung aufrechterhält und negative autobiographische Gedächtnisinhalte sowie dysfunktionale Kognitionen verstärkt. Habituelle und induzierte Rumination gingen mit veränderter Aktivität der HPA-Achse einher, und individuelle Reagibilität auf Ruminationsinduktion prädizierte den 1-Jahres-Verlauf depressiver Symptome in einer nichtklinischen Teilstichprobe. Derzeit untersuchen wir eine repräsentative Bevölkerungsstudie junger Erwachsener (n=120) mit o.g. Paradigma unter Einbeziehung basaler und reaktiver Cortisolparameter sowie der Analyse des Einflusses genetischer Polymorphismen auf habituelle Copingstile und Reagibilität im Experiment (in Kooperation mit der Abteilung Genetische Epidemiologie).
Experimentelle Untersuchungen zu Rumination und Achtsamkeit: Ein Mehrebenenansatz mit fMRI und ambulantem Assessment in klinischen und nichtklinischen Stichproben
Projektleiter: C. Kühner, P. Kirsch, Kooperation: U. Ebner-Priemer, Finanzierung: DFG (KU1464/4-1 2010-2013)
Habituelle Rumination gilt als bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung und den Verlauf depressiver Störungen. Experimentelle Arbeiten zeigen, dass ein induzierter ruminativer Selbstfokus negative Verstimmung verlängert und dysfunktionale Kognitionen verstärkt, während ein achtsamer Selbstfokus gegenläufige Effekte hat. Neuronale Korrelate solcher induzierter Aufmerksamkeitsfokussierungen, ebenso wie Effekte spontaner und induzierter Rumination und Achtsamkeit im Alltag, sind bislang jedoch nicht systematisch erforscht. Das vorliegende Projekt möchte anhand zweier Teilstudien neuronale Korrelate experimentell induzierter Aufmerksamkeitsfoki (Rumination, Distraktion, Achtsamkeit) mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersuchen, Auswirkungen spontaner und induzierter Aufmerksamkeitsfoki auf emotionale, kognitive und endokrinologische Prozesse im Alltag analysieren, und die Ergebnisse beider Forschungszugänge (fMRT und ambulantes Assessment) im Rahmen eines Mehrebenenansatzes integrieren.
SFB636 Projekt D4: Learning and Brain Plasticity in Major Depression
Projektleiter: H. Flor, C. Kühner, Kooperation: C. Diener, Finanzierung: DFG (SFB 636, TP D4 2004-2015)
Dieses Projekt untersucht veränderte Lernprozesse und neuronale Plastizität bei depressiven Patienten im Vergleich zu Gesunden anhand experimenteller Paradigmen (gelernte Hilflosigkeit, Belohnungsaufgabe) unter Einsatz von EEG und fMRT. In der ersten Projektphase (2004-2007) identifizierten wir im Rahmen eines Hilflosigkeitsparadigmas eine veränderte kortikale Aktivierung unmedizierter depressiver Patienten unter Kontrollverlust und nachfolgender Wiedererlangung der Kontrolle, welche mit erhöhter habitueller Ruminationsneigung assoziiert war. In der zweiten Projektphase (2008-2011) untersuchten wir veränderte Belohnungssensitivität Depressiver gegenüber Gesunden (jeweils n=50) im fMRT. In der aktuellen Projektphase (2012-2015) untersuchen wir Stabilität und Spezifität veränderter Lernprozesse Depressiver unter Kontrolle/Nichtkontrolle im fMRT mit Einbeziehung von akut und remittiert Depressiven, Angstpatienten und gesunden Kontrollen.
Depression und somatische Syndrome
(Kooperation: F. Lederbogen, M. Deuschle AG Stressbezogene Erkrankungen)
Im Rahmen verschiedener Teilprojekte werden Zusammenhänge zwischen körperlichen Erkrankungen, Depressivität und der Aktivität der HPA-Achse untersucht
Lebensqualität bei psychischen Störungen
(Kooperation: WHOQOL Group)
Anhand verschiedener Stichproben untersucht dieses Projekt u.a. psychometrische Aspekte des WHO-Instruments zur Erfassung gesundheitsbezogener Lebensqualität.
Verbreitung und gesundheitliche Folgen von Stalking
(Kooperation: H. Dressing, P. Gass)
Hierbei handelt es sich um die erste epidemiologische Studie zu Verbreitung und Auswirkungen von Stalking in Deutschland.
Evidenzbasierte Leitlinie zur Psychotherapie affektiver Störungen
(Kooperation: Deutsche Gesellschaft für Psychologie, DGPPN, ÄZQ)
Die AG-Leiterin war Mitglied eines von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie berufenen Expertenteams zur Erstellung einer evidenzbasierten Leitlinie zur Psychotherapie affektiver Störungen, die 2007 publiziert wurde. Diese Leitlinie ist eine der Grundlagen für die aktuelle Erstellung einer S3 Leitlinie Depression (DGPPN) bzw. Nationalen Versorgungsleitlinie Depression (ÄZQ), and der die AG-Leiterin als Mitglied der Steuer- und Konsensgruppe beteiligt ist.
Entwicklung und Evaluation des deutschsprachigen BDI-II
(Kooperation: M. Hautzinger, Tübingen, F. Keller, Ulm)
Das Verfahren wurde 2006 für den deutschen Sprachraum evaluiert und publiziert.
Entwicklung und Evaluation des deutschen Response Styles Questionnaire
(Kooperation: S. Nolen-Hoeksema, Yales University, USA)
Das Verfahren wurde 2007 für den deutschen Sprachraum evaluiert und publiziert.
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