Forschungsprofil
Die Forschungsaktivitäten der AG konzentrieren sich auf empirische Studien zur Entwicklungspsychopathologie. Dabei werden zum einen Entstehung, Verlauf und Folgen psychischer Störungen mit Hilfe epidemiologischer Methoden beschrieben und zum anderen deren biologische, psychologische und soziale Bedingungsfaktoren mittels neurowissenschaftlicher Methoden analysiert. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen zu einem besseren Verständnis der entwicklungspsychologischen und -biologischen Grundlagen psychischer Störungen bei jungen Menschen beitragen und die Entwicklung und Implementation von Programmen zur Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung bei Jüngreren empirisch unterstützen. Zu diesem Zweck führt die AG seit ihrer Gründung eine umfangreiche und in Deutschland einzigartige prospektive Längsschnittstudie durch, die von der DFG und dem BMBF seit mehr als 20 Jahren gefördert wird:
- die „Mannheimer Risikokinderstudie“ (MARS), die eine Kohorte von Kindern mit unterschiedlichen frühkindlichen Risikobelastungen in ihrer psychischen Entwicklung von der Geburt bis zum Erwachsenenalter begleitet.
Forschungsschwerpunkte im Kontext dieser Studie sind:
- Epidemiologie psychischer Störungen von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter;
- Untersuchung der langfristigen Folgen frühkindlicher Entwicklungsrisiken;
- Eltern-Kind-Interaktionsforschung;
- Neurobiologische Korrelate psychischer Störungen des Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalters;
- Psychologische und biologische Determinanten riskanten Substanzkonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen;
- Untersuchung der neuronalen Grundlagen von Gen-Umwelt-Interaktionen (GxE) bei stressbedingten Erkrankungen (aktueller Schwerpunkt).
Im Rahmen des aktuellen Schwerpunkts wird untersucht, ob die langfristigen Auswirkungen widriger Umweltbedingungen auf die Struktur und Funktion neuronaler Netzwerke, die besonders stressempfindlich sind, von genetischen Faktoren abhängig sind. Mittels bildgebender Methoden (MRI, DTI und fMRI kombiniert mit EEG) werden morphologische und funktionelle Merkmale von Hirnregionen identifiziert, die an der zentralnervösen Verarbeitung affektiver und motivationaler Informationen beteiligt sind. Als Kandidatengene dienen Gene, denen eine wichtige funktionale Rolle bei der Steuerung der zentralnervösen Verarbeitung in diesen Regionen zukommt. Als belastende Umweltfaktoren, deren Einfluss in verschiedenen Entwicklungsstadien wirksam wird, werden widrige Bedingungen der Prä-, Peri- und frühen Postnatalzeit sowie der Adoleszenz betrachtet. Aus den Erkenntnissen über die neuronalen Grundlagen von Gen-Umwelt-Interaktionen bei stressbedingten Erkrankungen (wie z.B. Depression, posttraumatische Belastungsstörung oder Alkoholabhängigkeit) können wichtige Anregungen gewonnen werden, wie Prävention und Therapie derartiger Störungen spezifischer und effektiver gestaltet werden können.
Besondere Leistungen
- Preise: Wilhelm Feuerlein Forschungspreis 2010; Kramer-Pollnow-Preis 2007; Forschungspreis des Norddeutschen Suchtforschungsverbunds 2007; Hermann-Emminghaus-Preis 2007; Forschungspreis „Rauchfrei Leben 2004“
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