Prolaktinveränderungen bei Jungen mit Hyperkinetischer Störung unter Methylphenidattherapie
 Katja Becker, Lucia Bliznakova, Martin H. Schmidt
Es ist bekannt, dass Kinder mit einer Diagnose einer Hyperkinetischen Störung und/oder einer Störung des Sozialverhaltens ein höheres Risiko haben, sowohl früher mit dem Rauchen zu beginnen als auch schneller eine Abhängigkeit zu entwickeln. Es werden jene stationär in unserer Klinik behandelten Patienten genotypisch untersucht werden, die vor dem 12. Lebensjahr angefangen haben, regelmäßig zu rauchen im Vergleich zu einer nichtrauchenden Kontrollgruppe. Es soll überprüft werden, ob bestimmte Kombinationen der Genotypen des Dopaminrezeptors, des Serotoninrezeptors und/oder Dopamintransportergens das Risiko erhöhen, vor dem 12. Lebensjahr mit dem Rauchen zu beginnen. Molekulargenetische Untersuchungen zum hyperkinetischen Syndrom
 Mahha El-Faddagh, Katja Becker, Martin H. Schmidt
Bei hyperkinetischen Störungen kann aufgrund der morphologischen und funktionellen Befunde von einer Störung frontostriataler Funktionen ausgegangen werden. Molekulargenetisch wurden u a. das Dopamin-D4-Rezeptor-Gen (DRD4) sowie das Dopamintransporter-Gen als Kandidatengene identifiziert. Ergebnisse aus unserem Hause zeigten eine Assoziation von hyperkinetischen Störungen mit dem funktionellen Polymorphismus in der Promotorregion des Serotonintransportergens (5-HTTLPR). Dieser ist insofern bedeutsam, als die Transkription des Serotonintransporters auf diesem Wege reguliert wird. Auf diesen Ergebnissen aufbauend wird seit Frühjahr 2001 eine Untersuchung durchgeführt, bei der hyperkinetische Kinder bezüglich des 5-HTTLPR und des 48bp-Polymorphismus in der Exon-III-Region des DRD4 genotypisiert und die Wirksamkeit von Methylphenidat bei diesen Kindern in Fremdbeurteilungsbögen durch Eltern bzw. Mitarbeiter eingeschätzt werden. Überprüft werden soll, ob sich die Non-Responder durch eine bestimmte Kombination von Genotypen der beiden genannten Polymorphismen auszeichnen.
In der ersten Auswertung bei 53 Patienten konnte eine Häufung des DRD4-7r-Allels bei Patienten mit einfacher Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0) bzw. mit einer Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (F98.8) gezeigt werden im Gegensatz zur hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens (F90.1). Bei der Überprüfung der Wirksamkeit einer Methylphenidat-Medikation zeigten hyperkinetische Patienten mit dem DRD4-7r-Allel eine geringere Symptomreduktion in den Bereichen Überaktivität und Impulsivität, nicht aber im Bereich Aufmerksamkeit. Bezüglich des Serotonintransporterpolymorphismus ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen bzw. der Verteilung der Allele.
Darüber hinaus gibt es eine Kooperation mit der Arbeitsgruppe Neuropsychologie des Kindes- und Jugendalters (Mannheimer Risikokinderstudie).
Abgeschlossene Projekte
Genetische Risikofaktoren zur Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit
Katja Becker, Mahha El-Faddagh, Martin H. Schmidt
Es ist bekannt, dass Kinder mit einer Diagnose einer Hyperkinetischen Störung und/oder einer Störung des Sozialverhaltens ein höheres Risiko haben, sowohl früher mit dem Rauchen zu beginnen als auch schneller eine Abhängigkeit zu entwickeln. Es werden jene stationär in unserer Klinik behandelten Patienten genotypisch untersucht werden, die vor dem 12. Lebensjahr angefangen haben, regelmäßig zu rauchen im Vergleich zu einer nichtrauchenden Kontrollgruppe. Es soll überprüft werden, ob bestimmte Kombinationen der Genotypen des Dopaminrezeptors, des Serotoninrezeptors und/oder Dopamintransportergens das Risiko erhöhen, vor dem 12. Lebensjahr mit dem Rauchen zu beginnen.
Pharmakologische Einflüsse auf Gehirnentwicklung und späteres Verhalten
 Martina Pitzer, Christine Engler, Martin H. Schmidt
Dass eine perinatale Glucocorticoid-Behandlung ungünstige Auswirkungen auf die weitere Entwicklung hat, wird in der Literatur schon seit längerem diskutiert. Eigene Untersuchungen aus den Langzeitstudien der Arbeitsgruppe Neuropsychologie des Kindes- und Jugendalters deuten darauf hin, dass ß-Sympathomimetika, die z.B. als Wehenhemmer therapeutisch eingesetzt werden, ebenfalls die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund wurde die Assoziation einer solchen pharmakologischen Exposition des unreifen Gehirns mit späterem Verhalten in einem Tiermodell untersucht. Perinatal mit Fenoterol bzw. Betamethason behandelte Ratten wurden nach der Entwöhnung und als adulte Tiere mit verschiedenen Verhaltenstests untersucht. Es fanden sich signifikante, zeitlich stabile Verhaltensunterschiede sowohl in der Betamethason- als auch in der Fenoterol-Gruppe gegenüber den Kontrollen. Diese Tiere zeigten weniger Explorations- vs. mehr ängstlichem Verhalten, aber eine bessere Lernfähigkeit unter Stressbedingungen.
Weitere Ergebnisse aus dem Tiermodell zur molekularbiologischen Ebene der Hirnentwicklung werden derzeit ausgewertet. Hierbei soll die Expression des entwicklungsrelevanten c-fos Gens im unreifen Gehirn unter der o.g. pharmakologischen Behandlung untersucht werden.
Psychobiologische Stressreaktion bei gesunden und sozialphobischen Jugendlichen
 Athanasios Maras, Dorothea Blomeyer, Ute Langenbrunner, Franziska Orth
Bei Kindern und Jugendlichen existieren nur wenige systematische Untersuchungen zur psychobiologischen Reaktion auf sozialen Stress. Mittels einer modifizierten Version des Trierer Stress Testes für Kinder (TSST-C) wurden bislang 42 psychisch unauffällige Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren (20 m, 22 w) und 10 sozialphobische Jugendliche (5 m, 5 w, mittleres Alter: 16,9 Jahre) untersucht. Die Funktion der hypothalamischen-hypophysären-adrenergen (HPA-)Stressachse wurde durch Speichelkortisolproben erfasst. Die Reaktion des autonomen Nervensystems ließ sich durch die Anwendung einer neueren Methode zur Bestimmung der Herzfrequenz (HF) und Herzratenvariabilität (HRV) abbilden. Erste Ergebnisse zeigen, dass männliche und weibliche Jugendliche, unabhängig von Alter und biologischer Reife, sich nur wenig im Ausmaß des subjektiven Stresserlebens unterscheiden. Unter Stressbedingungen zeigt sich ein Anstieg der HF und eine Suppression der HRV für die Gesamtgruppe. Nur bezüglich der Aktivierung der HPA-Achse unter Stress finden sich signifikante Effekte von Geschlecht und Reife. Im Vergleich zu gesunden Probanden finden sich bei den sozialphobischen Jugendlichen signifikant erhöhte Kortisolanstiege unter Stress, ebenso eine erhöhte HF. Die Modulation des autonomen Nervensystems (HRV) ist bei diesen Patienten supprimiert.
Die Untersuchungen zeigen eine erhöhte biologische Vulnerabilität sozialphobischer Jugendlicher für Stresssituationen. |