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Projekte und Publikationen der Abteilung Gemeindepsychiatrie

Projekte

Die Durchführung von Abteilungsprojekten ist in unterschiedlicher Form möglich. Dauerhafte Projekte wie Wohnangebote oder Angebote zur Freizeit- und Tagesgestaltung sind mit Sachausgaben, wie Anmietung und Unterhaltung von Räumlichkeiten, Möblierung, Renovierung u.a., verbunden. Zur Deckung dieser sächlichen Projektkosten steht die Mannheimer Gesellschaft als gemeinnützig anerkannter Verein in kommunaler Trägerschaft der Abteilung zur Seite. Projekte von Pilotcharakter können durch Abteilungsmittel, größere Vorhaben durch Drittmitteleinwerbung durchgeführt werden.
Umfassendere Forschungsstudien der letzten Jahre sind Kooperationsergebnisse mit anderen Gruppierungen des Zentralinstituts, vor allem mit der Arbeitsgruppe Versorgungsforschung und Einrichtungen der komplementären Versorgung.

Die modifizierte RPK (Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke und Behinderte) als gemeindenahes Angebot beruflicher Rehabilitation
B. Voges, P. Lechler, F. Mentrup
Nach einer Phase der Einarbeitung und Erprobung der Konzeption gemeindenaher medizinisch-beruflicher Rehabilitation in einer außerklinischen Einrichtung mit nur 10 Plätzen erfolgt seit 1998 die wissenschaftliche Evaluation dieses Projektes. Dabei steht neben der Verlaufsbeschreibung die Identifikation prognostischer Faktoren im Vordergrund.
Kooperationspartner: Elisabeth-Lutz-Haus Mannheim
Finanzierung: Zentralinstitut, Diakonisches Werk Mannheim

Aufbau gemeindepsychiatrischer Verbundsysteme.
J. Bullenkamp, W. Begerow
Im Rahmen des 1998 abgeschlossenen Projekts "Qualitätssicherung und Dokumentation im Gemeindepsychiatrischen Verbund" wurden verschiedene Dokumentationsmaterialien erstellt. Diese werden zunehmend im Versorgungsalltag eingesetzt. In verschiedenen Projekten erfolgt eine Beratung bezüglich der Anwendung der Materialien und des daraus folgenden Nutzens für den Aufbau eines Gemeindepsychiatrischen Verbunds
Kooperationspartner: Arbeitsgruppe Versorgungsforschung
Finanzierung: Sozialministerium Baden-Württemberg, Stadt Karlsruhe, Stadt Freiburg

Betreutes Wohnen für Wohnungslose psychisch Kranke
J. Bullenkamp
Die Versorgung von Personen mit Mehrfachbelastung (psychische Erkrankung, Suchtproblematik, Wohnungslosigkeit) erfolgt bisher in den getrennten Systemen von Psychiatrie und Wohnungslosenhilfe. In diesem Projekt wird die Kooperation dieser Versorgungsbereiche institutionalisiert gefördert, wodurch eine bessere Versorgung besonders problematischer Klienten erreicht werden soll. Gleichzeitig soll eine Bedarfsanalyse vorgenommen werden, in welchem Umfang solche Spezialangebote für wohnungslose psychisch Kranke benötigt werden, da sie von den gängigen Angeboten der psychiatrischen Versorgung nicht zu erreichen sind.
Kooperationspartner: Sozialpsychiatrischer Dienst Mannheim, Amt für Wohnungslosenhilfe Stadt Mannheim
Finanzierung: Landeswohlfahrtsverband Baden, Stadt Mannheim

Gruppenarbeit mit komorbiden Bewohnerinnen einer psychiatrischen Wohneinrichtung
J. Bullenkamp, W. Begerow
Chronisch psychisch kranke Menschen, die Alkohol missbrauchen, haben oft große Schwellenängste, was den Besuch einer "klassischen" Selbsthilfegruppe für AlkoholikerInnen betrifft und fühlen sich dort auf Grund ihrer speziellen Problematik nicht selten überfordert. In dem Projekt soll eine an den Möglichkeiten dieses Personenkreises orientierte Gruppenarbeit entwickelt werden mit dem Ziel der Auseinandersetzung mit dem eigenen Suchtverhalten und der Erarbeitung von Alternativen zum Alkoholkonsum.
Kooperationspartner: St. Anna-Haus Mannheim
Finanzierung: Zentralinstitut

Towards more effective European Community Care for Patients with Severe Psychosis (MECCA)
J. Bullenkamp, H.-J. Salize, M. Reichenbacher, A. Ehrenfried
In sechs europäischen Ländern wird untersucht, inwieweit eine stärker an der Lebensqualität schizophrener Patienten orientierte Interventionsstrategie bessere Ergebnisse als die Standardversorgung erbringt. In einem randomisierten Design werden Betreuer in verschiedenen Einrichtungen und Diensten durch die Projektmitarbeiter entsprechend geschult. Die Datenauswertung erfolgt sowohl bezüglich der Auswirkungen der Intervention auf die Patienten insgesamt wie auch in einem Vergleich der beteiligten Länder. Der besondere Schwerpunkt der deutschen Beteiligung an dem Projekt besteht in der ökonomischen Evaluation in Form von Kosten-Nutzen-Analysen.
Kooperationspartner: Universität London, Universität Granada, Universität Groningen, Universität Lund, Universität Zürich; Arbeitsgruppe Versorgungsforschung ZI
Finanzierung: Europäische Gemeinschaft

Mannheim Assessment of Social Support (MASS)
J. Bullenkamp, W. Begerow, A. Kiesel, M. Reichenbacher
Soziale Unterstützung gilt als einer der wesentlichen Prädiktoren für den Verlauf psychischer Erkrankungen. Bisher etablierte wissenschaftliche Messinstrumente der Sozialen Unterstützung sind aber zeitaufwendig oder aber nur qualitativ aussagekräftig. Mit der Entwicklung des MASS soll eine methodische Lücke geschlossen werden. Gleichzeitig wird MASS als zusätzliches Instrument in dem EU-geförderten Projekt MECCA (s.o.) in mehreren europäischen Ländern eingesetzt werden.
Kooperationspartner: Psychologische Fakultät der Universität Mannheim; Arbeitsgruppe Versorgungsforschung ZI
Finanzierung: Zentralinstitut

Belastung und Bedürfnisse von Angehörigen schizophrener Patienten im internationalen Vergleich
J. Bullenkamp, A. Axt
Es ist allgemein anerkannt, dass Angehörige von schizophrenen Patienten besondere Lasten zu tragen haben. Dabei galt der Schwerpunkt der Forschung vorrangig der emotionalen Belastung, die resultierenden ökonomischen Auswirkungen wurden bisher weniger berücksichtigt. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts MECCA (s.o.) werden detaillierte Kostenanalysen erhoben, die im Rahmen einer Zusatzstudie mit den Belastungen und Bedürfnissen der Familienangehörigen verglichen werden. Insbesondere der transnationale Vergleich soll Aufschluss über die Auswirkungen unterschiedlicher Gesundheitssystem erbringen.
Kooperationspartner: MECCA-Forschungsgruppe, Universität Lissabon; Arbeitsgruppe Versorgungsforschung ZI
Finanzierung: Europäische Gemeinschaft, Zentralinstitut

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Publikationen
2007
Priebe S, McCabe R, Bullenkamp J, Hansson L, Lauber C, Martinez-Leal R, Rössler W, Salize H, Svensson B, Torres-Gonzales F, Van den Brink R, Wiersma D, Wright D (2007): Structured patient–clinician communication and 1-year outcome in community mental healthcare: Cluster randomised controlled trial
Br J Psychiatry 191: 420-426

Bullenkamp J, Dreßing H (2007): Besondere Situationen. In: Hewer W, Rössler W (Hrsg.) Akute psychische Erkrankungen. Elsevier München: 563-579

2004
Bullenkamp J, Voges B (2004): Voting preferences of outpatients with chronic mental illness in Germany. Psych Serv 55: 1440-1442

Voges B (2004): Behandlungsprobleme bei jungen Erwachsenen. In: Rössler W (Hrsg.) Psychiatrische Rehabilitation. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York: 457-465

Voges B, Bullenkamp J (2004): Institutionelle Unterstützug. In: Rössler W (Hrsg.) Psychiatrische Rehabilitation. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York: 698-708

Bullenkamp J, Salize HJ, Hansson L, McCabe R, Priebe S, Rössler W, Torres-Gonzalez F, Wiersma D (2004): Towards more effective European community care for patients with severe psychosis (MECCA) - methods and tasks of a multicentre European study. Acta Psychiatr Scand 110: 24

Priebe S, Bullenkamp J, McCabe R, Hansson L, Torres-Gonzalez F, Wiersma D (2004): MECCA - A European study on outcome management in community mental health care. Eur Psychiatry 19: 33s

2003
Bullenkamp J, Voges B (2003): Wahlverhalten chronisch psychisch Kranker - Ergebnisse von Umfragen unter Bewohnern therapeutischer Wohneinrichtungen zu den Bundestagswahlen 1994, 1998 und 2002. Psychiat. Prax. 30: 444 – 449

Voges B, Bullenkamp J (2003): Was kommt nach der Klinik? Die komplementäre psychiatrische Versorgung in Mannheim. ZI-Information aktuell 26: 27 - 31

2002
Priebe S, Bullenkamp J, McCabe R, Hansson L, Rössler W, Torres-Gonzales F, Wiersma D (2002): The impact of routine outcome masurement on treatment processes in community mental health care: Approach and methods of the MECCA study. Epidemiol. Psichiatr. Soc. 11: 198-205

2000
Salize HJ, Bullenkamp J, Alscher I, Wolf I (2000) Qualitätssicherung und Dokumentation im Gemeindepsychiatrischen Verbund (GPV) - ein standardisiertes Verfahren für die regionale Versorgungsdokumentation und -steuerung. Psychiat. Prax. 27: 92-98

1999

Voges B (1999): Sozialpsychiatrie. In: Berger M (eds): Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Schwarzen-berg, München-Wien-Baltimore 219-237

Salize HJ, Bullenkamp J, Wolf I, Alscher I (1999) Qualitätssicherung und Dokumentation im Gemeindepsychiatrischen Verbund (GPV). Sozialministerium Baden-Württemberg, Stuttgart

1998

Bullenkamp J (1998) Psychopharmakotherapie im Spannungsfeld von Klinik und komplementären Bereich. In: Mauthe JH (eds): Rehabilitationspsychiatrie. Enke-Verlag Stuttgart

Salize HJ, Bullenkamp J, Wolf I, Alscher I (1998) Qualitätssicherung und Dokumentation im Gemeindepsychiatrischen Verbund. Abschlussbericht, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim.

Voges B (1998) Sexualstörungen. In: Hewer W, Rössler W (eds): Psychiatrische Notfälle. Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore 412-421

Voges B (1998) Einflussfaktoren einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung auf das Bild vom psychisch Kranken in der Gesellschaft. In: Meise U, Hafner F, Hinterhuber H (eds): Gemeindepsychiatrie in Österreich. Verlag Integrative Psychiatrie (VIP), Innsbruck-Wien 288-303