Arbeitsgruppe Psychiatrische Epidemiologie und Demographischer Wandel Prof. (apl.) Dr. Siegfried Weyerer |
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Psychiatrische Epidemiologie beschäftigt sich mit der räumlichen und zeitlichen Verteilung von psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung und der unterschiedlichen Häufigkeit ihres Auftretens im Zusammenhang mit demographischen, biologischen, Verhaltens- und Umweltfaktoren (deskriptive Epidemiologie). Sie untersucht außerdem die Bedingungen des Auftretens und des Verlaufs von psychischen Erkrankungen mit dem Ziel, das Wissen über Ursachen, Risiko- und Auslösefaktoren von Krankheitsepisoden und Krankheitsfolgen zu vertiefen (analytische Epidemiologie). Diese Erkenntnisse sind von zentraler Bedeutung zur Entwicklung von Strategien, chronische Erkrankungen wie Demenz und damit verbundene Funktionseinschränkungen des höheren Lebensalters zu verhüten oder in ihrem zeitlichen Auftreten bzw. ihrer Progredienz hinauszuzögern (Kompressionstheorie).
Neben der biologisch-naturwissenschaftlichen und der klinischen Forschung stellt die Epidemiologie eine der drei wesentlichen Grundlagen der wissenschaftlichen Medizin dar. Neben der Identifikation von Risiko- und Kausalfaktoren für Erkrankungen liegt die praktische Bedeutung der psychiatrischen Epidemiologie vor allem in
- der Entwicklung von Methoden der Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation sowie der Prüfung ihrer Wirksamkeit und Risiken;
- der Evaluation von Einrichtungen und Systemen der Versorgung psychisch kranker Menschen.
Die zunehmende Lebenserwartung und eine auf niedrigem Niveau stagnierende Geburtenrate haben Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, vor allem auf die Epidemiologie und Versorgung psychischer und körperlicher Erkrankungen. Morbiditätsveränderungen und der künftige Bedarf an Versorgungseinrichtungen werden in hohem Maß durch den demographischen Wandel bestimmt. Beispielsweise ist in den kommenden Jahrzehnten aufgrund der Zunahme älterer, vor allem hochbetagter Menschen mit einem beträchtlichen Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen zu rechnen, von denen ein hoher Anteil an einer Demenz leidet.
Die Gründung der Arbeitsgruppe Psychiatrische Epidemiologie und Demographischer Wandel trägt der demographisch bedingten Zunahme von psychischen Erkrankungen und funktionellen Einschränkungen Rechnung. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Planung, Koordination und Durchführung von Forschungsprojekten auf dem Gebiet der deskriptiven und analytischen Epidemiologie:
- Untersuchung von Häufigkeit, Verlauf, Risiken und Folgen psychischer Erkrankungen und funktioneller Einschränkungen auf verschiedenen Versorgungsebenen (Gemeinde, Hausärzte; ambulante, teilstationäre und stationäre Einrichtungen)
- Gesundheit und demographischer Wandel (EU-Projekt INTERREG IV: http://hdc-cooperation.eu/)<//font>
- Entwicklung und Testung von Assessment- und Screeninginstrumenten
- Determinanten und Auswirkungen von Multimorbidität und Multimedikation (Pharmako-Epidemiologie)
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Alter und quantitativ bedeutsamen psychiatrischen Problemen wie Depression und riskanter Alkoholkonsum
- Analyse von Krankheitsverlauf, Mortalitäts- und Institutionalisierungsrisiko von Demenzkranken in der Bevölkerung
- Erforschung der Lebenssituation und Gesundheitsrisiken von Pflegepersonen
- Entwicklung von Qualitätsniveaus für demenzkranke Menschen
- Evaluation von medizinischen und psychosozialen Interventionen und Versorgungssystemen
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Epidemiologie körperlicher Erkrankungen und Einschränkungen im Alter
S. Weyerer, C. Ding-Greiner, U. Marwedel, T. Kaufeler |
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Epidemiologie psychischer Erkrankungen im höheren Lebensalter - S. Weyerer, H. Bickel
Demenzkranke Menschen in Pflegeeinrichtungen - S. Weyerer, M. Schäufele, I. Hendlmeier
Weiteres siehe hier! |
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Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Übersichtsarbeit von Prof. Dr. Siegfried Weyerer zu Altersdemenz hier als pdf-Datei. |
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