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Projects

Dorina Winter

Schmahl C. Universität Heidelberg : Instabilität expliziter und impliziter Selbstwertmaße bei Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. 01/2016-10/2017.

Die kategoriale sowie die dimensionale Diagnostik von Persönlichkeitsstörung nach dem aktuellsten Klassifikationssystem psychischer Störungen (DSM-5) sehen die Instabilität des Selbstbildes als ein zentrales Merkmal der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Betroffenen zeigen darüber hinaus ausgeprägte Selbstabwertungen und einen geringen Selbstwert, der auch nach Remission deutlich unter dem von Gesunden liegt. Dennoch sind die Mechanismen der Selbstabwertungen und der Instabilität des Selbstwerts bei Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung selten experimentell untersucht worden. Bisherige Befunde deuten darauf hin, dass Personen mit Borderline- Persönlichkeitsstörung einen geringen explizit berichteten Selbstwert bei unauffälligem, implizit gemessenem Selbstwert aufweisen. Hierbei scheint für die Symptomschwere insbesondere die Inkongruenz beider Maße sowie deren Instabilität eine Rolle zu spielen. Das spezifische Ziel des Projekts ist es deshalb zu untersuchen, ob Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zu gesunden Probanden. (1) eine stärkere Inkongruenz zwischen explizitem und implizitem Selbstwert, (2) eine stärkere Instabilität des expliziten sowohl auch des impliziten Selbstwerts sowie (3) eine stärkere Instabilität der Inkongruenz zwischen explizitem und implizitem Selbstwert aufweisen. (4) Zudem sollen Zusammenhänge dieser Phänomene zur Schwere der Borderline-Persönlichkeitssymptomatik überprüft werden. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist zum besseren Verständnis der Instabilität des Selbstwerts und damit der Symptomatik bei Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung beizutragen, um konkrete Verbesserungen von Therapiemöglichkeiten vorzuschlagen.

Schmahl C. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG SCHM 1526/8-2: Neuronale Korrelate der Emotionsregulation bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. 01/2011-12/2013.

Störungen der Emotionsregulation charakterisieren zahlreiche schwere psychische Störungen. Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) bildet die Unfähigkeit eigene Gefühle adaptiv zu steuern das Kernmerkmal der Störung. Nach dem Modell von Gross stellen der Abzug attentionaler Ressourcen (attentional shift) sowie die Veränderung kognitiver Bewertungen (reappraisal) zwei typische Emotionsregulationsstrategien dar. Auf diese Strategien fokussieren neuropsychologisch basierte therapeutische Interventionen, die sich zur Behandlung von Störungen der Emotionsregulation als wirksam erwiesen haben, z.B. die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT). In der ersten Förderperiode dieses Projektes wurden neuronale Korrelate dieser beiden therapeutisch wichtigen Mechanismen der Emotionsregulation (kognitive Neubewertung sowie Aufmerksamkeitsverschiebung durch somato-sensorische Reize) bei Patientinnen mit BPS und gesunden Kontrollprobandinnen untersucht. Dabei konnten eine Hyperaktivität der Amygdala sowie eine Dysregulation präfrontaler Areale als neuronales Korrelat der gestörten Emotionsregulation bei BPS nachgewiesen werden. Im Rahmen des Verlängerungsantrages soll durch ein Messwiederholungsdesign der Einfluss psychotherapeutischer Interventionen zur Verbesserung der Emotionsregulation (als Teil einer DBT-Behandlung) auf die genannten beiden Mechanismen der Emotionsregulation untersucht werden und zudem ein weiteres, auf kognitiver Beanspruchung beruhendes attentional shift – Paradigma i.S. einer arithmetischen Aufgabe einbezogen werden. Hierfür werden wir 30 Patientinnen mit den drei Regulationsparadigmen vor und nach einer dreimonatigen stationären DBT-Behandlung untersuchen und mit einer gleich großen Kontrollgruppe von nicht-stationär behandelten Patientinnen sowie mit 30 gesunden weiblichen Kontrollen vergleichen, die ebenfalls zweimal untersucht werden. Weiterhin wird bei allen Patientinnen zu denselben Untersuchungsterminen die Schmerzsensitivität untersucht. Wir erwarten eine Normalisierung der Schmerzschwellen und der neuronalen Korrelate der gestörten Emotionsregulationsmechanismen in Abhängigkeit vom Therapieerfolg.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de