Home Research ZI-Personalia

ZI-Personalia

Preise für Forschung zu Behandlungsplänen, Phantomschmerz und Läuferhoch

WissenschaftlerInnen am ZI werden regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet. Neben einer Arbeitsgruppe gehören Robin Bekrater-Bodmann, Peter Gass und Jörg Steinle zu den Preisträgern.

Preise für Forschung zu Behandlungsplänen, Phantomschmerz und Läuferhoch

Haben einen Preis für die Forschung zu Behandlungsplänen bekommen: (von links) Dr. Alexander Häge, Lucca Schumm, Larissa Niemeyer, Prof. Dr. Dr. Ralf Dittmann und Dr. Konstantin Mechler. Foto: ZI

Forschung zur besseren Befolgung von Behandlungsplänen ausgezeichnet

Die Arbeitsgruppe Klinische Psychopharmakologie des Kindes- und Jugendalters am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim wurde mit dem AGNP-Preis für Forschung in der Psychopharmakologie ausgezeichnet. Geleitet wird die Arbeitsgruppe von Dr. Alexander Häge, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. Die Forscher fanden heraus, dass subjektive Einstellungen und Gedanken von psychisch erkrankten Jugendlichen zu ihrer Medikation, ihrer therapeutischen Beziehung sowie ihrer familiären Unterstützung für das konsequente Befolgen des Behandlungsplans und der Einnahme von verordneten Medikamenten (Adhärenz) von größerer Bedeutung sind als objektive Risiken und Vorteile der Medikamenteneinnahme.

Die Erkenntnisse der sogenannten SEMA-Studie (SEMA steht für Subjektives Erleben und Medikamenten-Adhärenz bei psychisch kranken Jugendlichen) sind einerseits unmittelbar in der Versorgung der PatientInnen wichtig, andererseits auch für die weiterführende klinische Forschung und den Aufbau spezieller Programme zur Verbesserung der Adhärenz bedeutsam. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) seit 1991 alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Forschungsarbeiten, die eine Antwort auf eine neue wichtige Fragestellung zum Verständnis oder zur Behandlung psychischer Krankheiten liefern. Die Arbeitsgruppe des ZI teilt sich den Preis mit einem weiteren Preisträger.

Phantomschmerzen bei Beinamputationen reduzieren

Dr. Robin Bekrater-Bodmann, Leiter der Arbeitsgruppe Körperplastizität und Gedächtnisprozesse und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am ZI, ist europaweit einer von fünf Preisträgern, der den EFIC-Grünenthal-Grant 2018 erhält. Die vom deutschen Pharmaunternehmen Grünenthal gestiftete und zusammen mit der European Pain Federation (EFIC) verliehene Auszeichnung dient der Förderung von jungen Wissenschaftlern, um innovative Projekte zum Thema Schmerz zu unterstützen. ZI-Forscher Bekrater-Bodmann wird in seinem Projekt untersuchen, wie Prothesen gestaltet sein müssen, um Phantomschmerzen bei Personen nach Beinamputationen zu reduzieren. Durch den EFIC-Grünenthal Grant, der alle zwei Jahre mit einer Gesamtsumme von 200.000 Euro verliehen wird, soll die klinische Schmerzforschung gefördert sowie die Diagnose und Behandlung von chronischen Schmerzen verbessert werden.

Läuferhoch nicht durch Endorphine verursacht

Dr. Jörg Steinle, ehemaliger Doktorand am ZI, ist für seine Promotion zusammen mit seinem Betreuer Prof. Dr. Peter Gass, Leiter der Arbeitsgruppe Psychiatrische Tiermodelle und Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI, mit dem DGPPN-Promotionspreis – Hans-Heimann-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Steinle konnte in seiner Doktorarbeit anhand von Experimenten mit Mäusen zeigen, dass das sogenannte Läuferhoch – zumindest bei Mäusen – nicht wie bislang angenommen durch Endorphine vermittelt wird, sondern durch Endocannabinoide. Viele Langstreckenläufer erleben euphorische Gemütszustände, die die Schmerzschwelle erhöhen und das Gefühl vermitteln, ewig weiterlaufen zu können. Dieses sogenannte Läuferhoch ist pathophysiologisch bislang nicht entschlüsselt. Die Erkenntnisse sind bedeutend, da das Endocannabinoid-System bei der Entstehung und vermutlich auch der Therapie von Psychosen und affektiven Störungen eine wichtige Rolle spielt. Laufen und andere Arten von aerobem Ausdauertraining gelten als mögliche Therapiekomponente bei diesen Diagnosen.

Der Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen. Ausgezeichnet werden drei Tandems von jungen WissenschaftlerInnen sowie ihren BetreuerInnen mit je 6.000 Euro für die beste Dissertation im Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de