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AG Psychiatrische Tiermodelle

Leitung

Oberarzt, Arbeitsgruppenleiter

apl. Prof. Dr. Peter Gass

Tel.: 0621 1703-2931

E-Mail

Forschungs- und Verwaltungsgebäude, 4. OG, Raum 412

Oberärztin, Co-Arbeitsgruppenleiterin

apl. Prof. Dr. Barbara Vollmayr

Tel.: 0621 1703-2912

E-Mail

Therapiegebäude, 1. OG, Raum 118

Beschreibung

Die Arbeitsgruppe Psychiatrische Tiermodelle versucht mit translationalen Forschungsansätzen Modelle für psychiatrische Störungen zu entwickeln und zu etablieren, vor allem für affektive Störungen (Depression, Angst) aber auch für Schizophrenie und dementielle Erkrankungen. Dazu verwenden wir Mäuse und Ratten. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren und die Umsetzung der 3 R (Reduce, Refine, Replace) Prinzipien ist ein großer Bestandteil unserer Arbeit. Dabei ist es eine wichtige Aufgabe, das Wohlergehen der Tiere mit den Notwendigkeiten der Modelle in Einklang zu bringen. Dazu zählt auch die wissenschaftliche Erfassung von Belastungen, welche wir z.B. im Rahmen der DFG geförderten Forschergruppe FOR 2591 (www.severity-assessment.de) durchführen. Das Ziel ist es, die am wenigsten belastenden Methoden zu identifizieren, und anschließend dann andere Methoden durch diese zu ersetzen.

Hinsichtlich molekularer Konzepte beschäftigt sich die Arbeitsgruppe vor allem mit der Rolle von Glukokortikoidrezeptoren, dem Nervenwachstumsfaktor BDNF, dem dopaminergen und dem glutamatergen System. Die gewonnenen Erkenntnisse münden einerseits in klinische Studien oder neue Behandlungsformen, andererseits ergeben sich umgekehrt aus klinischen Beobachtungen, z.B. der Wirksamkeit von glutamatergen Substanzen bei depressiven und schizophrenen Erkrankungen wissenschaftliche Fragestellungen zu den dazugehörigen Pathomechanismen, die beispielsweise mithilfe von knockout-Mäusen untersucht und beantwortet werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Rolle von “Gen-Umwelt-Interaktionen“, basierend auf der Erkenntnis, dass oftmals ein genetisches Risiko oder ein ungünstiger Umweltfaktor (Stress, frühkindliches oder aktuelles Trauma) allein nicht zu einer Störung führt, sondern erst die Kombination von beidem. Dies können wir im Tiermodell dadurch nachahmen, dass wir transgene Tiere mit mutierten Risikogenen frühkindlich oder adult bestimmten akuten oder chronischen Stressoren aussetzen. Desweiteren schauen wir nach Möglichkeiten, die Effekte durch unterschiedliche Haltungsbedingungen zu vermindern oder zu verstärken, um zu ergründen welchen Stellenwert dieser Faktor in der Pathogenese hat.

So hat sich beispielsweise herausgestellt, dass ein genetisches Risiko wie z.B. ein Polymorphismus des Glukokortikoidrezeptors oder des Dopamintransporters besonders dann zu einer psychischen Störung prädisponiert, wenn die betroffenen Individuen in bestimmten Lebensabschnitten besondere Traumata erleiden. Daher versuchen wir nun vorerst im Tiermodell - und dann später auch auf klinischer Ebene - für solche Konstellationen spezifische Therapieformen zu entwickeln.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de