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Public Mental Health – aktuelle Studien

Die Abteilung Public Mental Health führt aktuell mehrere Studien durch, um Resilienz und die öffentliche psychische Gesundheit zu fördern. Dabei werden innovative ambulatorische Verfahren (Ecological Momentary Assessment, EMA) sowie digitale Interventionen (v.a. sog. Ecological Momentary Interventions, EMI) eingesetzt und deren Wirksamkeit geprüft.

Momentan werden die folgenden Studien durchgeführt:

  • EMIcompass – Mobiles Training für den Umgang mit Gefühlen
  • SELFIE – Eine transdiagnostische ambulatorische Intervention zur Verbesserung des Selbstwertgefühls bei Jugendlichen mit traumatischen Kindheitserfahrungen
  • INTERACT – Wirksamkeit von Acceptance and Commitment Therapy im Alltag: eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie
  • Reallabor AI4U – Künstliche Intelligenz für digitale personalisierte psychische Gesundheitsförderung
  • IMMERSE – Implementierung des digitalen mobilen Monitoring und Feedback klinische Versorgungspfade für eine personenzentrierte Versorgung in der Psychiatrie
  • perPAIN - Personalisierte Therapieansätze zur Verbesserung von Behandlungsergebnissen bei chronischen Schmerzen
  • DiSERVE@home – Digitale Versorgungsformen zur Personalisierung der stationsäquivalenten Behandlung (STäB) in der alltäglichen Lebenswelt bei schweren psychischen Erkrankungen
  • Corona EMIcompass - Mobiles Training zum Umgang mit Stress und Belastung in der aktuellen Lage
  • DynAC - Untersuchung der zeitlichen Dynamik von Cannabiskonsum, Stimmung und psychotischen Erfahrungen in der alltäglichen Lebenswelt: eine Experience Sampling Studie bei jungen Menschen
  • Evaluation der MHFA Ersthelfer Kurse für psychische Gesundheit
  • Bedarfserfassung bei Angehörigen
  • BEE – Bedarfserfassung bei Eltern

Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung der aktuellen Studien sowie Informationen zur Teilnahme, Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten.

EMIcompass – Mobiles Training für den Umgang mit Gefühlen

Die meisten psychischen Erkrankungen treten erstmalig in der Jugend auf. Betroffene zeigen dabei zunächst oft leichte psychische Bescherden (z.B. in Form von subklinischen depressiven, manischen, psychotischen oder Angstsymptomen), aus denen sich bei manchen Personen schwere psychische Erkrankungen entwickeln können. Hier setzt die EMIcompass-Studie an und möchte mit einem mobilen Training zum Umgang mit Gefühlen die psychische Widerstandskraft (Resilienz) und das Selbstmitgefühl (engl. self-compassion) im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen stärken. Dabei erlernen die Teilnehmenden im Rahmen von vier Sitzungen mit einer Psychologin und einem täglichen Training mit einer App (Ecological Momentary Intervention, EMI) Techniken der sog. Compassion-Focused Therapy und üben, diese in ihrem Alltag anzuwenden.

Die meisten psychischen Störungen treten erstmalig in der Jugend auf und tragen als solche erheblich zur globalen Krankheitslast bei. In den letzten Jahren ist dies besonders offensichtlich für psychotische Störungen geworden, deren Risiko sich bereits in einem früheren Entwicklungsstadium in Form von subklinischen psychotischen Symptomen zeigt. Nach neuesten Erkenntnissen bilden diese Symptome häufig zusammen mit depressiven, manischen oder Angstsymptomen einen transdiagnostischen Phänotyp. Einer der am meisten untersuchten psychologischen Mechanismen in der Entstehung von psychotischen und affektiven Symptomen ist eine erhöhte emotionale Stressreaktivität. Die gezielte Veränderung dieses Mechanismus im Jugendalter ist deshalb eine vielversprechende Strategie zur Prävention schwerwiegender psychischer Probleme im späteren Leben. Die entsprechende psychologische Hilfe bleibt für Jugendliche jedoch häufig nur schwer zugänglich. Compassion-Focused Therapy ist ein innovativer psychotherapeutischer Ansatz, der eine gezielte Veränderung der emotionalen Stressreaktivität und eine Verbesserung der emotionalen Resilienz ermöglicht. Die schnellen technologischen Fortschritte bieten zudem eine einzigartige Möglichkeit jugendfreundliche, personalisierte, mobile Health Interventionen in Echtzeit anzubieten, allen voran ambulatorische Interventionen, die Jugendlichen an ihren Bedürfnissen und Alltagskontexten ausgerichtete Interventionen niederschwellig zugänglich machen.

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die klinische Machbarkeit, zugrundeliegende Kandidatenmechanismen und erste Wirksamkeitssignale einer ambulatorischen, mitgefühlsorientierten Intervention zur Verbesserung der emotionalen Resilienz (EMIcompass) bei hilfesuchenden Jugendlichen zu untersuchen. In einer exploratorischen randomisierten kontrollierten Studie werden Jugendliche mit psychischer Belastung, einem breiten Hochrisikosyndrom (CHARMS) oder einer ersten Episode einer schweren psychischen Erkrankung im Alter von 14-25 Jahren, die die Versorgung am ZI Mannheim in Anspruch nehmen, zufällig zur Experimental- (EMIcompass -Intervention + Standardbehandlung) oder Kontrollbedingung (nur Standardbehandlung) zugewiesen.

Falls Sie an der EMIcompass-Studie teilnehmen möchten, wenden Sie sich an das Studienteam unter Tel.: 0621 1703-1933 oder per E-Mail emicompass(at)zi-mannheim.de. Weitere Informationen finden Sie auch hier

SELFIE - Eine transdiagnostische ambulatorische Intervention zur Verbesserung des Selbstwertgefühls bei Jugendlichen mit traumatischen Kindheitserfahrungen

Die Stärkung des Selbstwertgefühls bei Jugendlichen, die traumatische Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht haben, ist eine vielversprechende Maßnahme für die Prävention von psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Das Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit einer neuen, leicht zugänglichen, transdiagnostischen ambulatorischen Intervention (engl. Ecological Momentary Intervention, EMI) zur Steigerung des Selbstwertgefühls bei Jugendlichen mit traumatischen Kindheitserfahrungen („SELFIE“) zu untersuchen. In einer randomisierten kontrollierten Studie erhalten Teilnehmende zwischen 12-26 Jahren in der Experimentalbedingung ein digitales, App-basiertes, geführtes Selbsthilfe-Training mit drei begleitenden Sitzungen mit geschultem psychiatrischen bzw. psychologischem Fachpersonal zusätzlich zur Standardbehandlung. So können die Betroffenen lernen, die Trainingskomponenten direkt in ihren Alltag zu integrieren.

Die Stärkung des Selbstwertgefühls bei Jugendlichen, die traumatische Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht haben, ist eine vielversprechende selektive Präventionsstrategie, um psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter vorzubeugen. Für viele Jugendliche sind psychologische Hilfsangebote immer noch schwer zugänglich oder werden nicht in Anspruch genommen, was darauf hindeutet, dass neue, jugendfreundliche Angebote erforderlich sind. Mobile Health (mHealth) und vor allem Ecological Momentary Interventions (EMI) stellen eine einzigartige Möglichkeit dar, personalisierte, alltagsbegleitende, geführte Selbsthilfe-Interventionen für Jugendliche verfügbar zu machen. Das Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit einer neuen, leicht zugänglichen, transdiagnostischen EMI zur Steigerung des Selbstwertgefühls für Jugendliche mit traumatischen Kindheitserfahrungen („SELFIE“) zu untersuchen.

In einer parallelen, multizentrischen, verblindeten, randomisierten kontrollierten Studie werden Personen im Alter von 12-26 Jahren mit traumatischen Kindheitserfahrungen und einem geringen Selbstwertgefühl zufällig einer von zwei Studienbedingungen zugewiesen. Studienteilnehmende in der Experimentalbedingung erhalten die SELFIE-Intervention zusätzlich zur Standard-Behandlung (Engl. Treatment As Usual, TAU), während Teilnehmende in der Kontrollbedingung ausschließlich TAU, d.h. Zugang zu allen Standard-Gesundheitsleistungen, erhalten. SELFIE basiert auf dem Prinzip der geführten Selbsthilfe und ist eine digital, d.h. über eine Smartphone-App, angeleitete Selbsthilfe-Intervention. Die interaktive, personalisierte Darstellungsform der Intervention in einer App ermöglicht einen direkten Transfer der Interventionskomponenten in das tägliche Leben der Teilnehmenden. Begleitend dazu erhalten sie über einen Zeitraum von 6 Wochen drei Trainingssitzungen mit geschultem Fachpersonal (d.h. geschulter Psycholog*in, Fachpflegekraft, Ergo- oder Soziotherapeut*in). Die Wirksamkeit der Intervention wird zu drei Messzeitpunkten von verblindeten Interviewer*innen erhoben: 1) zur Baseline, 2) nach der Intervention und 3) nach 6 Monaten (Follow-Up). 

Das SELFIE-Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Universität Maastricht, dem Academic Medical Center Amsterdam, de Bascule Amsterdam und der Parnassia Group durchgeführt.

INTERACT – Wirksamkeit von Acceptance and Commitment Therapy im Alltag: eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie

Personen mit Hochrisikosyndrom (Engl. Ultra-High-Risk state, UHR) oder einer ersten psychotischen Episode (Engl. First-Episode Psychosis, FEP) können psychische Belastung durch psychotische Symptome, eingeschränkte soziale Funktionsfähigkeit und allgemeiner Psychopathologie erleben. Die Acceptance and Commitment Therapy (ACT) ist eine vielversprechende Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, an diesen psychischen Belastungen zu arbeiten. Das Ziel der INTERACT-Studie ist es, die Wirksamkeit einer neuen digitalen Intervention (Ecological Momentary Intervention, EMI), welche Methoden der ACT anwendet, für Personen mit UHR und FEP zu untersuchen. In einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie erhalten die Teilnehmenden eine App-basierte Intervention, mit der sie lernen können, ACT-Techniken in ihrem Alltag anzuwenden. 

Psychische Belastung, die durch psychotische Symptome, eingeschränkte soziale Funktionsfähigkeit und allgemeine Psychopathologie entsteht, ist ein wichtiger Ansatzpunkt für frühzeitige Interventionen bei Personen mit Hochrisikosyndrom (Engl. Ultra-High-Risk state, UHR) oder einer ersten psychotischen Episode (Engl. First-Episode Psychosis, FEP). Die Acceptance and Commitment Therapy (ACT) ist eine vielversprechende Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, an diesen psychischen Belastungen zu arbeiten. Bisher konnten die nachhaltige Wirksamkeit und die zugrundeliegenden Mechanismen der ACT im Alltag von Betroffenen nur begrenzt nachgewiesen werden. Das Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit einer neuen digitalen Intervention (Ecological Momentary Intervention, EMI), welche ACT im täglichen Leben (Engl. ACT in Daily Life, ACT-DL) anwendet, für Personen mit UHR und FEP zu untersuchen (INTERACT).

In einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie werden Personen mit UHR oder FEP einer von zwei Studienbedingungen zugewiesen. Studienteilnehmende in der Experimentalbedingung erhalten zusätzlich zur Standard-Behandlung (Engl. Treatment As Usual, TAU) die ACT-DL-Intervention, während Teilnehmende in der Kontrollbedingung ausschließlich TAU erhalten. Die Wirksamkeit der Intervention wird zu drei Messzeitpunkten von verblindeten Interviewer*innen erhoben: 1) nach der Intervention, 2) nach 6 Monaten und 3) nach 12 Monaten. Es soll geprüft werden, ob sich ACT-DL a) auf die psychische Belastung durch psychotische Symptome und b) auf die psychotischen Symptome selbst, die soziale Funktionsfähigkeit und die allgemeine Psychopathologie auswirkt. Als potenzielle Veränderungsmechanismen der Intervention werden die psychologische Flexibilität, die Stresssensitivität und das Erleben von Belohnung (Engl. reward experience) erhoben. Außerdem werden die Akzeptanz und die Behandlungsadhärenz der ACT-DL-Intervention evaluiert. 

Diese Studie wird gemeinsam mit dem Center for Contextual Psychiatry der KU Leuven, sowie der Universität Maastricht, dem Academic Medical Center Amsterdam, der Parnassia Group und anderen niederländischen und belgischen akademischen und klinischen Partnerinstitutionen durchgeführt.

Reallabor AI4U – Künstliche Intelligenz für digitale personalisierte psychische Gesundheitsförderung

Junge Menschen sind in besonderem Maße von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen, nehmen aber Präventionsangebote nur in geringem Umfang in Anspruch. Die schnellen Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und Digitalisierung ermöglichen die Entwicklung neuer digitaler Interventionen. Das Reallabor „Künstliche Intelligenz für digitale personalisierte psychische Gesundheitsförderung“ wird die digitale Transformation im Gesundheitswesen anhand der neuartigen Anwendung von KI-Methoden auf ein in der realen Lebenswelt auf Person, Moment und Kontext zugeschnittenes digitales mHealth Training zur psychischen Gesundheitsförderung und Prävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen exemplarisch untersuchen. Das Reallabor wird in transdisziplinären Projekten unter direkter Beteiligung von wichtigen Praxisakteuren in den Bereichen der Erziehungsberatung, schulpsychologischen Beratung, Schulsozialarbeit, Medienpädagogik und Versorgung von jungen Menschen mit Fluchterfahrung sowie einer interdisziplinären Forschergruppe mit Expertise in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz, Public Mental Health, digitale Interventionen, Soziologie und partizipative Forschung durchgeführt.

Junge Menschen sind in besonderem Maße von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen. Gleichzeitig nehmen sie Präventionsangebote nur in geringem Umfang in Anspruch, da diese häufig nicht auf deren Bedürfnisse und reale Lebenswelt zugeschnitten sind. Die schnellen Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und Digitalisierung ermöglichen die Entwicklung neuer digitaler Interventionen. Diese sind bestens geeignet, die Generation der „Digital Natives“ mit gesundheitsfördernden Maßnahmen direkt in ihrem Alltagskontext zu erreichen und so die Barrieren für eine Inanspruchnahme präventiver und gesundheitsförderlicher Angebote zu senken. Dies gilt insbesondere für ambulatorische mobile Health (mHealth) Interventionen, die das Ziel verfolgen Trainingskomponenten von gesundheitsfördernden Maßnahmen in einer App anzubieten und basierend auf ambulatorischen Befragungs- und Sensordaten in Echtzeit personalisiert zuzuschneiden. Moderne KI-Algorithmen könnten diesen Prozess durch Auswertung ambulatorischer Daten, Verlaufsvorhersagen und deren Rückübersetzung in Vorschläge für Verhaltensoptionen in zentralen Punkten unterstützen und insbesondere die Personalisierung entscheidend verbessern.

Die übergeordnete Zielsetzung des Reallabors ist die exemplarische und partizipative Untersuchung der digitalen Transformation – d.h. der in digitalen Technologien und Methoden der KI begründeten Veränderungsprozesse - im Gesundheitswesen anhand der neuartigen Anwendung von KI-Methoden auf ein in der realen Lebenswelt auf Person, Moment und Kontext zugeschnittenes digitales mHealth Training zur psychischen Gesundheitsförderung und Prävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Reallabor wird in transdisziplinären Projekten unter direkter Beteiligung von Praxisakteuren und einer interdisziplinären Forschergruppe mit jeweils einem oder mehreren Realexperimenten durchgeführt. Diese werden in eine transdisziplinäre Infrastruktur eingebettet sein, die die fortlaufende Qualitätssicherung, Nachhaltigkeitsbewertung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung gewährleisten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei unseren Mitarbeitenden unter Tel.: 0621 1703-1929 oder per E-Mail christian.rauschenberg(at)zi-mannheim.de

IMMERSE - Implementierung des digitalen mobilen Monitoring und Feedback klinische Versorgungspfade für eine personenzentrierte Versorgung in der Psychiatrie

Das europäische IMMERSE-Konsortium (Implementing Mobile Mental health Recordung Strategy for Europe) verfolgt das Ziel, einen personenzentrierten Ansatz in der psychiatrischen Gesundheitsversorgung voranzutreiben, indem hilfesuchende Personen verstärkt in Entscheidungs- und Behandlungsprozesse miteingebunden werden. Zu diesem Zweck implementiert IMMERSE - basierend auf Methoden des ambulatorischen Assessments (Engl. Ecological Momentary Assessment, EMA) - das digitale mobile Monitoring und Feedback zur psychischen Gesundheit (Digital Mobile Mental Health, DMMH) in der psychiatrischen Routineversorgung. Genauer integriert DMMH EMA-Daten aus dem Alltag der Betroffenen, mobile Sensordaten und Modelle maschinellen Lernens, um diese für klinische Entscheidungs- und Behandlungsprozesse verfügbar zu machen. In enger Zusammenarbeit mit Stakeholdern wird die Implementierung von DMMH an 8 Standorten in 4 europäischen Ländern in einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie evaluiert.

Das übergeordnete Ziel des IMMERSE-Konsortiums (Implementing Mobile MEntal health Recording Strategy for Europe) ist es, einen personenzentrierten Ansatz in der psychiatrischen Gesundheitsversorgung in Europa durch den Einsatz digitaler mobiler Methoden voranzutreiben. Die personenzentrierte Versorgung konzentriert sich auf die individuellen Bedürfnisse jeder einzelnen hilfesuchenden Person und gibt ihr eine aktive Rolle bei der Entscheidungsfindung und im Behandlungsprozess. Um die Person in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen, hat IMMERSE die Experience Sampling Methodology (ESM), eine strukturierte Tagebuchmethode ausgewählt. Auf Grundlage von 20-jähriger Forschungsevidenz zu ESM und in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen und Behandelnden implementiert IMMERSE ein innovatives digitales klinisches Gesundheitstool, Digital Mobile Mental Health (DMMH) in der Routineversorgung. Neben den ESM-Tagebuchdaten soll das DMMH auf mobile Sensordaten und innovative Modelle maschinellen Lernens zurückgreifen. Das DMMH besteht aus 1) einer ESM-App, die Selbstberichte über den psychischen Gesundheitszustand im täglichen Leben erfasst (Engl. Ecological Momentary Assessment, EMA), 2) einer Datenbank, welche die Analyse dieser Daten ermöglicht, sowie 3) einer Benutzeroberfläche zur Visualisierung und Rückmeldung der Daten an die Nutzer*innen. IMMERSE wird die Implementierung des DMMH im Hinblick auf Machbarkeit und Wirksamkeit an 8 Standorten in 4 Ländern in Europa, welche unterschiedliche Kontexte für den Einsatz des Tools abdecken sollen, in einer cluster-randomisierten Studie evaluieren. Dabei soll IMMERSE, in enger Zusammenarbeit mit Interessensvertretungen aller Beteiligten, relevante Herausforderungen für den Einsatz und die Verbreitung des DMMH in der klinischen Praxis ausmachen und an den individuellen Bedürfnissen der Anwender*innen und Benutzer*innen ausrichten und weiterentwickeln. Gleichermaßen sollen die verschiedenen ethischen, rechtlichen und gesundheitspolitischen An- und Herausforderungen identifiziert und in der Entwicklung des DMMH berücksichtigt werden. Zuletzt soll IMMERSE eine Kosten-Nutzen-Analyse aufstellen, um einen Anwendungsbereich für die zukünftige Implementierung des DMMH abzustecken. Auf diese Weise sollen Prognosen über die Möglichkeiten einer weiteren Verbreitung des DMMH in den 4 beteiligten europäischen Ländern und darüber hinaus aufgestellt werden. Somit bietet IMMERSE eine einzigartige Möglichkeit, zur Erneuerung und Weiterentwicklung der psychischen Gesundheitsversorgung in Europa beizutragen. 

perPAIN – Personalisierte Therapieansätze zur Verbesserung von Behandlungsergebnissen bei chronischen Schmerzen

Muskuloskelettale Schmerzerkrankungen werden oftmals chronisch, trotz adäquater medizinischer Behandlung. Das übergeordnete Ziel des Projekts perPAIN ist es, einen personalisierten, Mechanismen-basierten Therapieansatz zu entwickeln, um die Behandlungsergebnisse bei chronischen Schmerzpatient*innen zu verbessern. In einer randomisierten kontrollierten Machbarkeitsstudie erhalten die Studienteilnehmenden nach einer App-basierten ambulatorischen Erfassung (Engl. Ecological Momentary Assessment; EMA) ihrer Symptome im Alltag, eine von drei personalisierten Therapien, darunter eine innovative mobile ambulatorische Intervention (Engl. Ecological Momentary Intervention; EMI), die auf digitales Monitoring und Feedback, positive Refokussierung und Aktivitätssteigerung ausgerichtet ist.

Muskuloskelettale Schmerzen sind Schmerzen, die vom Bewegungsapparat ausgehen. Bei vielen PatientInnen chronifizieren sich die Schmerzen und bleiben trotz angemessener medizinischer Behandlung bestehen. Chronische Schmerzen gehen nicht nur mit körperlichen Funktionseinschränkungen, sondern auch mit seelischen und sozialen Problemen einher und können somit zu einem erheblichen Verlust von Lebensqualität beitragen. Bei der Behandlung chronischer Schmerzen sollten deshalb auch psychologische Mechanismen berücksichtigt werden. Das übergeordnete Ziel des Projekts perPAIN ist es, einen personalisierten, Mechanismen-basierten personalisierten Therapieansatz zu entwickeln, um die Behandlungsergebnisse bei chronischen SchmerzpatientInnen zu verbessern, und diesen Ansatz in einer Machbarkeitsstudie zu überprüfen. Das Projekt wird in einem vom BMBF finanzierten Verbund der medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim sowie dem Interdisziplinären Zentrum Klinische Studien Mainz durchgeführt.

Zur Entwicklung des personalisierten Behandlungsansatzes sollen zunächst psychologische Faktoren identifiziert werden, die bei der Chronifizierung von Schmerzen bedeutsam sind. Dazu werden Schmerzen, Stimmung und Aktivitäten von Erwachsenen (mindestens 18 Jahre) mit unspezifischen chronischen Rückenschmerzen, rheumatoider Arthritis, Osteoarthritis oder Fibromyalgie-Syndrom unter alltäglichen Bedingungen mithilfe des App-basierten ambulatorischen Assessments erfasst (Engl. Ecological Momentary Assesment; EMA). In einer randomisierten kontrollierten Machbarkeitsstudie erhalten die Studienteilnehmenden entsprechend ihrer individuellen Beschwerden und persönlichen Eigenschaften daraufhin eine zwölfwöchige personalisierte Therapie. Neben schmerzpsychotherapeutischen Behandlungen gehört dazu eine innovative mobile ambulatorische Intervention (Engl. Ecological Momentary Intervention; EMI), die auf wirksamen Behandlungsansätzen der Schmerztherapie basiert. Mithilfe einer Smartphone-App erhalten die ProbandInnen eine an ihren Bedürfnissen und Alltagskontexten ausgerichtete niederschwellige Behandlung, die auf positive Refokussierung und Aktivitätssteigerung ausgerichtet ist.

Bei Interesse oder Rückfragen zur perPAIN-Studie steht Ihnen das Studienteam gerne per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung unter der Telefonnummer: 06221/ 5638 898. Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Studienwebsite.

DiSERVE@home – Digitale Versorgungsformen zur Personalisierung der stationsäquivalenten Behandlung (StäB) in der alltäglichen Lebenswelt bei schweren psychischen Erkrankungen

Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StäB) wurde 2018 als neue Krankenhausleistung für Menschen mit schwerer psychischer Erkrankung eingeführt. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, neue digitale Versorgungsformen wie digtales Monitoring, Feedback und mobile ambulatorische Interventionen zu entwickeln, evaluieren und implementieren, die zur Personalisierung der StäB in der alltäglichen Lebenswelt bei schweren psychischen Erkrankungen beitragen und somit klinische und soziale Outcomes verbessern sowie direkte und indirekte Kosten reduzieren könnten.
Das Projekt wird die Anwendung dieser Versorgungsformen im Bereich der StäB modellieren und deren Qualität aus Nutzersicht, Sicherheit, und initiale Prozess- und Ergebnisqualität sowie Implementierungsbedingungen sorgfältig untersuchen.

Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StäB) wurde 2018 als neue Krankenhausleistung für Menschen mit schwerer psychischer Erkrankung eingeführt. Die rasanten Fortschritte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien bieten völlig neue Chancen für innovative digitale Versorgungsangebote wie telemedizinische, eHealth oder mHealth Verfahren. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, neue digitale Versorgungsformen zu entwickeln, zu evaluieren und implementieren, die zur Personalisierung der StäB in der alltäglichen Lebenswelt bei schweren psychischen Erkrankungen beitragen und somit klinische und soziale Outcomes verbessern sowie direkte und indirekte Kosten reduzieren könnten.

Hierbei konzentrieren wir uns auf vier primäre digitale Versorgungsformen, die in diesem Sinne in der StäB gewinnbringend genutzt werden könnten:

  1. Kommunikation, Behandlungskontinuität und -flexibilität durch Online-Chat und Videotelefonie
  2. Monitoring von Symptomen und Verhaltensweisen in Echtzeit durch Anwendung des ambulatorischen Assessments (Engl. Ecological Momentary Assessments (EMA))
  3. Nutzung von multimodalen EMA-Daten für die Generierung von personalisiertem Feedback über subjektives Erleben und Verhaltensmuster sowie
  4. auf Person, Moment und Kontext zugeschnittene, adaptive ambulatorische Interventionen (Engl. Ecological Momentary Interventions (EMIs)).

Diese neuen digitalen Versorgungsformen haben erhebliches Potential die Effektivität und Kosteneffektivität der aufsuchenden Krisenbehandlung zu steigern. Das Projekt wird die Anwendung dieser Versorgungsformen im Bereich der StäB modellieren und deren Qualität aus Nutzersicht, Sicherheit, und initiale Prozess- und Ergebnisqualität sowie Implementierungsbedingungen sorgfältig untersuchen.

Weitere Informationen erhalten Sie von unseren Mitarbeitenden. 

Tel.: 0621 1703-1929
E-Mail christian.rauschenberg(at)zi-mannheim.de

Corona EMIcompass – Mobiles Training zum Umgang mit Stress und Belastung in der aktuellen Lage

Die Corona EMIcompass App bietet ein digitales Training zur Stärkung der psychischen Gesundheit, das sich an Menschen richtet, die vor dem Hintergrund der aktuellen Lage Ihren Umgang mit Stress und Belastung verbessern möchten. Ziel des sechswöchigen Trainings ist es, emotional gefestigt durch den oftmals veränderten Alltag zu kommen und mit sich selbst wohlwollend umzugehen – so wie wir das mit einem guten Freund oder einer guten Freundin tun würden. Um verschiedene Wege für den Umgang mit Gefühlen und Stress vorzustellen, kombiniert das Training die Nutzung der Corona EMIcompass App mit 4 Trainingseinheiten in der Gruppe.

Die Corona EMIcompass App bietet ein digitales Training zur Stärkung Ihrer psychischen Gesundheit an, das von zuhause aus durchgeführt werden kann. Die Corona EMIcompass App richtet sich an Menschen, die vor dem Hintergrund der aktuellen Lage Ihren Umgang mit Stress und Belastung verbessern möchten. Ziel des sechswöchigen Trainings ist es, emotional gefestigt durch den oftmals veränderten Alltag zu kommen und mit sich selbst wohlwollend umzugehen – so wie wir das mit einem guten Freund oder einer guten Freundin tun würden.

Das Training verbindet die Nutzung der Corona EMIcompass App mit 4 Trainingseinheiten in der Gruppe. Im Rahmen der Trainingseinheiten wird Ihnen das EMIcompass Trainerteam über Videotelefonie verschiedene Wege für den Umgang mit Gefühlen und Stress vorstellen, diese gemeinsam mit Ihnen einüben und Ihre Fragen beantworten. Die App vermittelt Ihnen neue Inhalte, unterstützt Sie beim Einüben neu erlernter Strategien und bietet im Alltag genau dann Unterstützung an, wenn sie gebraucht wird.

Die Corona EMIcompass App wird im Rahmen der EMIcompass Studie der Abteilung Public Mental Health wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen erhalten Sie von unseren Mitarbeitenden telefonisch (0621 1703-1935) oder per E-Mail corona-emicompass(at)zi-mannheim.de. Um am mobilen Training mit der Corona EMIcompass App teilzunehmen, klicken Sie hier.

DynAC - Untersuchung der zeitlichen Dynamik von Cannabiskonsum, Stimmung und psychotischen Erfahrungen in der alltäglichen Lebenswelt: eine Experience Sampling Studie bei jungen Menschen

Der Konsum von Cannabis ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet. Zudem erhöht der regelmäßige Gebrauch insbesondere von hochpotentem Cannabis deutlich das Risiko an einer psychotischen Störung zu erkranken deutlich. Für die Entwicklung digitaler Präventions- und Behandlungsstrategien sollen in dieser Studie Stimmung, Cannabiskonsum sowie psychotische Erlebnisse untersucht werden. 

Die DynAC- Studie hat zum Ziel, die zeitliche Dynamik von Cannabisgebrauch, Stimmung, Craving, Konsummotiven und psychotischen Erfahrungen in der alltäglichen Lebenswelt von jungen Menschen mit psychotischer Störung und komorbider Substanzgebrauchsstörung und Kontrollen mit Cannabiskonsum im Alter von 14-30 Jahren untersuchen. Diese Dynamik wird mithilfe einer App und dem sog. Ecological Momentary Assessment (EMA) im Alltag an sechs aufeinanderfolgenden Tagen untersucht. 

Falls Sie an der DynAC-Studie teilnehmen möchten, wenden Sie sich an das Studienteam unter Tel.: 0621 1703-1932 oder per E-Mail dynac-studie(at)zi-mannheim.de. Weitere Informationen finden Sie auch hier

Evaluation der MHFA Ersthelfer Kurse für psychische Gesundheit

Aktuell führt das ZI zusammen mit MHFA Ersthelfer ein Kursprogramm zur Förderung der Kompetenz im Bereich der psychischen Gesundheit in Deutschland ein. Weitere Informationen zu den MHFA Ersthelfer-Kursen finden Sie hier.

Ziel dieser Studie ist es, das Kursprogramm zu evaluieren und zu untersuchen, ob durch die Kursteilnahme das Wissen über psychische Erkrankungen gesteigert wird, sich Einstellungen gegenüber psychischen Erkrankungen verändern und die Bereitschaft Erste Hilfe bei psychischen Erkrankungen zu leisten steigt Erste Hilfe bei psychischen Erkrankungen zu leisten. Dazu werden zu drei Zeitpunkten Fragebögen bearbeitet: vor Beginn und direkt nach Abschluss eines MHFA Kurses sowie in einer Nachuntersuchung 6 Monate nach Beendigung des Kurses.

Wenn Sie an der Evaluation eines MHFA-Kurses teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an das Studienteam unter Tel.: 0621 1703-1932 oder per E-Mail mhfa-studie(at)zi-mannheim.de. Weitere Informationen finden Sie auch hier

Eine Anmeldung zum MHFA-Kurs erfolgt separat.

Bedarfserfassung bei Angehörigen

Angehörige von Menschen mit psychischer Erkrankung erfahren häufig eine Vielzahl von Belastungen und haben komplexe Bedarfe  in ihrer Rolle als „informal caregivers “. In einem partizipativen Ansatz wurde der Betroffenenbeirat bei der Entwicklung der Studie miteinbezogen und eine gemeinsame Interpretation der Ergebnisse ist geplant.

Das Ziel der Studie ist es, unerfüllte Bedarfe, Krankheits- und Recoverywahrnehmung bei Angehörigen von Menschen mit schwerern psychischen Erkrankungen (Depression, bipolare Störung, Psychose, Sucht) zu identifizieren. Die Studienteilnehmenden bearbeiten dazu einmalig einen Fragebogen.

Bei Interesse an der Studienteilnahme wenden Sie sich an die Mitarbeitenden unter Tel.: 0621 1703-1932 oder per E-Mail bee-studie(at)zi-mannheim.de.

BEE - Bedarfserfassung bei Eltern

In Deutschland leben ca. 3 Mio. Kinder von Eltern mit einer psychischen Erkrankung. Die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen ist gering, obwohl komplexe Bedarfe vorliegen. Ziel der Studie ist die Untersuchung von unerfüllten Bedarfen sowie die Inanspruchnahme von bestehenden Versorgungsangeboten bei Eltern mit psychischer Erkrankung. Die Studienteilnehmer bearbeiten dazu einmalig einen Fragebogen.

Bei Interesse an der Studienteilnahme wenden Sie sich an die Mitarbeitenden unter Tel.: 0621 1703-1932 oder per E-Mail bee-studie(at)zi-mannheim.de.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de