Start Forschung Personen Projekte

Projekte

Sabine Schellhaas

DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft : Soziales Lernen bei der posttraumatischen Belastungsstörung (GRK-2350 assoziiertes Projekt). 01/2019-12/2021.

Traumatisierende Kindheitserfahrungen stellen eine große Belastung für die oder den Betroffene/n dar, oft bis ins Erwachsenenalter. Als schwerwiegende und langfristige Folge kann sich dabei eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine häufige psychische Störung, die mit einer Vielzahl von Einschränkungen der Betroffenen einhergeht, u.a. Problemen beim Lernen und Gedächtnis. Bei der Entstehung einer PTBS wird angenommen, dass die betroffenen Personen ihr zurückliegendes Trauma so erleben als sei es eine aktuelle und dauerhafte Bedrohung. Dadurch können auch ungenaue oder falsche Situationen mit der Bedrohung assoziiert werden, was letztlich dazu führen kann, dass auch aus heutiger Sicht ungefährliche Situationen in einen Bedrohungszusammenhang gebracht werden und Betroffene dadurch im Alltag einschränken. Dabei lernen Menschen solche Zusammenhänge auf unterschiedliche Art und Weise. Man kann beispielsweise durch eigene Erfahrung lernen, aber auch durch mündliche Warnung oder Beobachtung einer anderen Person. Solche sozialen Lernwege spielen sowohl beim Erwerb als auch bei der Behandlung der PTBS eine wichtige Rolle. Deshalb untersuchen wir, ob sich die Lernmechanismen Bedrohung und Sicherheit zwischen Menschen sowohl mit und ohne Traumatisierung, als auch von traumatisierten Menschen mit und ohne PTBS unterscheiden. Um damit einhergehende Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse zu untersuchen, messen wir mittels Elektroenzephalografie die elektrische Hirnaktivität. In der Untersuchung dienen nicht-schmerzhafte elektrische Reize, die über Elektroden am Arm als „bedrohliche Reize“ verabreicht werden. Durch die Ergebnisse erhoffen wir uns, (veränderte) soziale Lernmechanismen bei PTBS besser verstehen und Anstöße für neue Behandlungskonzepte liefern zu können.

Bublatzky F. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft BU 3255/1-1: A face to be loved or feared? Emotional and social mediation of verbal threat learning. 01/2018-12/2019.

To beware of a particular person or situation, we do not necessarily need to have had negative experiences with them. Aversive anticipations, as triggered by social communication, have been shown to reliably activate physiological defense mechanisms. However, very little is known about how instructional learning modulates face and person perception. The overarching aim is to examine the mutual impact of verbal and facial information on threat and safety learning (acquisition and extinction). Three main questions are addressed: (1) How effective is facial information in cueing instructed threat or safety (e.g., face identity or facial expression)? (2) To what degree is face processing modulated by aversive anticipation during sustained contextual threat? This two-sided approach (phasic cue vs. sustained context) is adopted to account for processes involved in acute and sustained threat (i.e., fear and anxiety). (3) To what extent can social factors facilitate the extinction of threat associations? Here, pleasant facial expressions, pictures of significant others (e.g., romantic partner), and safety instructions are hypothesized to inhibit fear acquisition and/or to accelerate extinction learning. Attentional processes, psychophysiological responding, and behavioral measures are examined to link face perception and social learning. As aversive anticipations can be amazingly persistent – even when the aversive outcomes are never experienced – the implications for a range of anxiety disorders are evident.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de