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apl. Prof. Dr. Sabine Vollstädt-Klein

DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft : Das Abhängigkeitspotenzial der E-Zigarette: Neurobiologische, soziologische und epidemiologische Perspektiven. 10/2020-09/2023.

Die Nachfrage nach E-Zigaretten ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Während das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin unbestritten ist, birgt die Vermarktung der E-Zigarette als „gesunde“ Alternative zum Tabak die Gefahr, dass Rauchen durch die Etablierung von E-Zigaretten als Lifestyle-Produkt verharmlost und Präventionsbemühungen untergraben werden. Bisher liegen jedoch kaum Studien zum Abhängigkeitspotenzial von nikotinhaltigen E-Zigaretten vor.Im vorliegenden Projekt soll diese Lücke nun geschlossen werden, um durch Kombination verschiedenener Untersuchungsmethoden und Betrachtungsebenen das Abhängigkeitspotenzial der E-Zigarette auf drei Ebenen zu untersuchen: (1) das neurobiologische Abhängigkeitspotenzial von E-Zigaretten, (2) das Erleben und Wahrnehmen von Abhängigkeitssymptomen bei Nutzern von E-Zigaretten im sozialen Kontext und (3) die epidemiologische Perspektive hinsichtlich Einflussfaktoren auf das Abhängigkeitspotenzial. Dabei werden Kernsymptome von Abhängigkeitserkrankungen wie das Ausmaß von Entzugssymptomen, Belohnungseffekte, Toleranzentwicklung und Verlangen nach der Substanz („Craving“) untersucht.Im ersten Studienteil liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung von Belohnungseffekten mittels neurobiologischer und neuropsychologischer Maße. Der zweite Studienteil fokussiert auf Selbstberichte von Konsumenten und deckt dabei ebenfalls psychologische, physiologische als auch behaviorale Aspekte von Abhängigkeitserkrankungen ab. Im dritten Studienteil werden Abhängigkeitssymptome im Längsschnitt mit einem Fokus auf Toleranzentwicklung sowie die Rolle von psychosozialen und Produkt-Faktoren hinsichtlich Transitionen in und aus dem E-Zigarettenkonsum untersucht.Die Ergebnisse des Projekts sind für die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und Behandlungsangeboten relevant. So sind nicht nur Schlussfolgerungen für Präventionsmaßnahmen aus den soziologischen und epidemiologischen Analysen möglich, sondern der neurobiologische Ansatz liefert ergänzend auch Implikationen für individualisierte Therapien durch Identifikation von Konsumentengruppen mit unterschiedlichen neuronalen Mustern.

Kiefer F. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft : SFB TRR 265: Projekt A03: Stressassoziierte Suchtdruck- und Rückfallprädiktoren bei Alkoholabhängigkeit. 07/2019-06/2023.

Das Projekt untersucht die Interaktion stress- und reizinduzierter physiologische Marker in einem Laborexperiment in Bezug auf: (1) Suchtdruck und assoziierte Faktoren, (2) ihre Eignung für die Rückfallprädiktion in der Lebenswelt, sowie (3) die Identifikation der Hirnregionen, die mit den relevanten motivationalen, kognitiven und affektiven Prozessen assoziiert sind. Das längerfristige Ziel ist die Auswahl eines Sets mobiler Sensoren und ihrer Integration in eine mobile Infrastruktur zur Prädiktion stressassoziierter Rückfallsituationen im Alltag.

Flor H, Vollstädt-Klein S. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft : SFB TRR 265: Projekt C01: Modifikation des Ungleichgewichts zwischen kognitiver Kontrolle und habituellem Verhalten bei Suchterkrankungen. 07/2019-06/2023.

In dieser Studie untersuchen wir das Ungleichgewicht zwischen kognitiver Kontrolle und habituellem Verhalten bei Rauchern mit Behandlungswunsch, dessen neuronale Korrelate und wie dieses mit zwei Interventionen modifiziert werden kann. Bezüglich der ersten Intervention (kognitive Remediationstherapie, die auf die Verbesserung inhibitorischer Kontrolle und Exekutivfunktionen abzielt) wird angenommen, dass sie die Top-Down-Verarbeitung beeinflusst, wohingegen die zweite Intervention (ein lernbasierter Ansatz durch implizite Bahnung und Kontext-Modulation) Bottom-Up-Prozesse verändern sollte.

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg GRK 2350/1: Der Einfluss von Traumatisierung im Kindes- und Jugendalter auf psychosoziale und somatische Erkrankungen über die Lebensspanne, Projekt B5 "Stress sensitivity, emotion processing and cue-reactivity in substance-related disorders: the influence of ACE". 04/2019-09/2022.

TRR/1 TP C01: Losing and Regaining Control: TP Modifcation of the imbalance between goal-directed and habitual behavior. 07/2019-06/2022.

In this study, we aim to assess the imbalance between goal-directed and habitual behavior, its neural basis and how it can be differentially modified in treatment-seeking smokers, using two training interventions. The first intervention is cognitive remediation treatment (CRT), also known as cognitive enhancement therapy, focusing on improving inhibitory control and executive functions. The second intervention, a computer-based habit-modifying training focusing on implicit drug seeking ("implicit computer-based habit-modifying Training", ICHT) uses a conditioning approach through implicit priming and contextual modulation. We hypothesize that both interventions change the balance between goal-directed and habitual behavior but by different mechanisms. Whereas CRT should directly increase cognitive control, in contrast, ICHT should affect the early processing and the emotional valence of smoking and smoking cues.

Vollstädt-Klein S. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft VO 2173/4-1: Investigating Neurobiological Mechanisms of Chess as an Add-On Treatment against Alcohol Use Disorder. 06/2019-05/2022.

The current project aims to investigate the potential mechanism of action of chess as a “cognitive remediation therapy” to reduce cognitive deficits in individuals with alcohol use disorder (AUD) seeking treatment using neurobiological and neuropsychological approaches. Furthermore, we will assess whether this chess intervention has a generalized positive effect on short-term abstinence. Interestingly, the functional domains and associated underlying neuronal networks observed to be affected in individuals with AUD overlap significantly with those that could be strengthened by chessbased cognitive training or formal chess. Specifically, strengthening of cortical control regions (dorsolateral prefrontal cortex, DLPFC) and brain areas relevant for decision-making (orbitofrontal cortex, OFC) could prevent future relapse. Therefore, chess as an add-on therapy to complement other standard treatments of AUD could lead to improved therapeutic outcomes.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de