Start Forschung Personen Projekte

Projekte

apl. Prof. Dr. Harald Dreßing

Dreßing H. : Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz. 07/2014-12/2017.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit Das Projekt erfordert einen interdisziplinären wissenschaftlichen Ansatz, der kriminologische, psychologische, soziologische, psychiatrische und forensisch-psychiatrische Kompetenz einbezieht. Das Forschungskonsortium und der vorgesehene Beirat gewährleisten diese Voraussetzungen auf hohem wissenschaftlichem Niveau. Aufgrund der räumlichen Nähe der beteiligten Institutionen können die notwendigen regelmäßigen Treffen der beteiligten Wissenschaftler unkompliziert in Heidelberg oder Mannheim stattfinden. Die Studie wird auf großes Interesse der Öffentlichkeit und der Medien stoßen. Neben einer guten wissenschaftlichen Reputation bedeutet dies, dass die verantwortlichen Wissenschaftler über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Medien und der Kommunikation wissenschaftlicher Daten in Gremien und der Öffentlichkeit verfügen müssen. Auch diese Qualifikation wird von dem Konsortium gewährleistet. Epidemiologische Studien zur Prävalenz bestimmter Vorkommnisse in definierten Stichproben erfordern grundsätzlich die Erhebung der Primärdaten durch die verantwortlichen Wissenschaftler. Eine diesen wissenschaftlichen Standards genügende repräsentative Studie zum sexuellen Missbrauch durch Priester, Diakone und Ordensangehörige hätte also zur Voraussetzung, dass die Daten in den Archiven der jeweiligen Diözesen durch die Wissenschaftler selbst erhoben werden. Aufgrund besonderer kirchenrechtlicher Datenschutzregelungen ist dieser Forschungsansatz nicht umzusetzen. Hinzu kommt, dass aufgrund wahrscheinlich sehr heterogener Aufbewahrungs- und Aktenführungspraktiken die zu untersuchende Grundgesamtheit nicht exakt zu definieren bzw. klar abzugrenzen ist. Es erscheint deshalb notwendig, diese methodische Problematik von Anfang an sehr transparent allen Beteiligten und auch der Öffentlichkeit zu erklären. Ein Studiendesign, das sich ausschließlich auf die Datengewinnung über Dritte stützt, wie es im Vorgängerprojekt vorgeschlagen und wie es in ähnlicher Form auch in der vom John Jay College durchgeführten Studie angewandt wurde, stößt daher nicht nur auf grundlegende wissenschaftliche Vorbehalte, sondern würde auch zu Recht bei Betroffenen auf Einwände stoßen. Aus oben genannten Gründen ist die Mengenabschätzung oder -bestimmung der Prävalenz von Missbrauchsfällen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz weder quer- noch längsschnittlich mit herkömmlichen epidemiologischen Methoden möglich. Das Konsortium schlägt deshalb eine modulare, aus mehreren sich aufeinander bezie-henden Hauptteilen bestehende interdisziplinäre Vorgehensweise vor, die unter Nutzung unterschiedlicher kircheninterner und externer Daten- und Informationsquellen auf mittelbare Art und Weise eine Mengenabschätzung des Problemumfangs sowie eine Gesamtanalyse des Problemfeldes ermöglichen soll. Zusätzlich kann eine längsschnittliche Deskription der von Mitarbeitern der Kirchenarchive dem Konsortium mitgeteilten Fälle des sexuellen Missbrauchs erfolgen, sofern dies vom Auftraggeber gewünscht wird. Wie in der Ausschreibung des Projektes formuliert, kann dies für 9 Bistümer von 1945 an und für 18 Bistümer von 2000 bis heute erfolgen. Die Teilprojekte sind: 1. Qualitative Erfassung der Datenlage und Datenhaltungspraktiken hinsichtlich der Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz; 2. Qualitative biografische Analyse in Form von Interviews mit Tätern und Opfern; 3. Institutionenvergleich; 4. Analyse von Präventionsaspekten: 5. Sekundäranalyse von nationalen und internationalen empirischen Befunden und Studienergebnissen - methodenkritische Metaanalyse und 6. Quantitative Analyse von Personalakten.

Weisser Ring e.V. : Belastungen von Opfern in Ermittlungsverfahren. 07/2015-07/2016.

Weisser Ring e.V. : Stalking: Biologische Stressmarker bei Stalkingopfern. 10/2010-09/2012.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de