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Prof. (hon.) Dr. Manfred Laucht

Deuschle M. Dietmar Hopp Stiftung gGmbH 23011216: PreSchooler: Young Children's Health and Enviroment. 10/2014-09/2017.

Fragestellungen / Ziele - Persistieren die epigenetischen Merkmale von Geburt (Nabelschnurblut) oder 6 Monaten nach Geburt bis zum Alter von 4 Jahren? Sind psychosoziale Risiken der ersten 4 Lebensjahre mit spezifischen Veränderungen epigenetischer Marker assoziiert? - Lassen sich Auffälligkeiten in Verhaltenstests im Alter von 4 Jahren durch epigenetische Merkmale bei Geburt oder der Mutter-Kind-Interaktion im 6. Monat vorhersagen? - Können Stressoren in Schwangerschaft und früher Kindheit bzw. epigenetische Merkmale die Hirnentwicklung bis zum 4. Lebensjahr prognostizieren? - Stehen Auffälligkeiten in Verhaltenstests im Alter von 4 Jahren in Verbindung mit „Infektions-Historie“ (Antikörper im Speichel) oder der Darmflora?

Deuschle M, Laucht M, Rietschel M. Dietmar Hopp Stiftung gGmbH : POSSIBLE: Prenatal, Obstetric and Social Stress, mother-infant Interaction, Breastfeeding: Lasting Epigenetic effects on Health in Neonates. 10/2010-02/2014.

Den häufigen „Volkskrankheiten“ (z.B. Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Adipositas, Depression) liegen sowohl genetische als auch Lebensstil-Faktoren zugrunde, die jedoch jeweils isoliert betrachtet meist nur einen geringen Anteil der Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Erkrankungen erklären. Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass pränatale und frühkindliche Stressoren das Risiko für diese häufigen Erkrankungen Jahrzehnte später signifikant beeinflussen können. Zum Beispiel hatte der Hungerwinter 1944/45 ein vermehrtes Auftreten von Diabetes zur Folge (pränatal), ein Verlust der Eltern vor dem 10. Lebensjahr erhöht das Risiko, im Verlauf des Lebens an einer Depression zu erkranken. Ziel des Vorhabens Prospektive Charakterisierung von 200 Müttern und Neugeborenen hinsichtlich: • Pränatalen Stressoren (z.B. Hyperemesis, Erkrankung, Rauchen, Ernährung der Schwangeren, psychische Erkrankung, Schwangerschaftserleben, belastende Lebensereignisse) • Perinatalen Risiken (z.B. Asphyxie, Sectio, Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht) • Psychosozialen Stressoren (z.B. alleinerziehend, Armut, Wochenbettdepression, belastende Lebensereignisse) • Einstellungen zum Kind (Bonding), Stillen, Temperament des Kindes • Mutter-Kind-Interaktion (standardisierte Verhaltensbeobachtung)

Laucht M. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft LA 733/2-1: Neuronale Korrelate stressbezogener Gen-Umwelt-Interaktionen. 01/2011-01/2014.

Das Studium von Gen-Umwelt-Interaktionen (GxE) verspricht wichtige Aufschlüsse über die Ursachen komplexer Erkrankungen. Die aktuelle Befundlage zur Rolle von GxE in der Psychiatrie ist jedoch widersprüchlich. Eine Möglichkeit, das Potential dieses Ansatzes besser auszuschöpfen, bietet die Integration der GxE Forschung in die Neurowissenschaften. In dem beantragten Projekt soll geprüft werden, wie sich der gemeinsame Einfluss ausgewählter Kandidatengene und widriger Umweltfaktoren auf neuronale Netzwerke auswirkt, die besonders stressempfindlich sind. An 200 jungen Erwachsenen einer prospektiven Längsschnittstudie sollen mittels bildgebender Methoden (MRI und fMRI kombiniert mit EEG) morphologische und funktionelle Merkmale von Hirnregionen erfasst werden, die an der zentralnervösen Verarbeitung affektiver und belohnungsbezogener Informationen beteiligt sind. Als Kandidatengene dienen funktionelle Varianten serotonerger und dopaminerger Neurotransmission. Als Umwelteinflüsse werden widrige pränatale Bedingungen sowie ungünstige Bedingungen der frühen Postnatalzeit und der Adoleszenz einbezogen. Die Identifikation der zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen trägt dazu bei, effektivere Methoden zur Prävention und Therapie stressbezogener Störungen zu entwickeln.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de