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Projekte

PD Dr. Inga Niedtfeld

Niedtfeld I. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft Teilprojekt B1 des GRK2350: Impact of Adverse Childhood Experiences on Psychosocial and Somatic Conditions Across the Lifespan. 04/2018-03/2021.

Young Researchers Award, ZI, Mannheim : Ecological momentary assessment of antecedents and consequences of non-suicidal self-injury. 07/2016-06/2019.

Current laboratory-based studies emphasize the role of self-inflicted pain as a dysfunctional attempt to regulate negative emotions in patients with NSSI. However, proximal antecedents and consequences of NSSI have not been studied comprehensively in the daily life of BPD patients so far. Consequently, we aim to investigate daily life conditions that lead to NSSI events, and direct consequences at the psychological and endocrinological level in patients with BPD.

DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft NI 1591/1-1: Der negativity-bias in der Verarbeitung von sozialen Informationen bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. 07/2014-10/2018.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist charakterisiert durch ein Muster von Instabilität in der Emotionsregulation, Impulskontrolle, im Selbstbild und in interindividuellen Beziehungen. Obwohl die meisten BPS Patienten (85%) über eine Zeitspanne von zehn Jahren Episoden symptomatischer Remission gemessen an den diagnostischen Kriterien zeigen, sind es nur 35% der Patienten, die eine Remission mit guter sozialer Funktionsfähigkeit über den Zeitraum von 10 Jahren aufweisen. Daraus folgt, dass die Instabilität in zwischenmenschlichen/interpersonellen Beziehungen eines der stabilsten Symptome der BPS zu sein scheint. Dysfunktionale Verhaltensweisen wie selbstverletzendes Verhalten oder Suizidversuche häufen sich ebenfalls im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Problemen. Dies hat manche Autoren zu der Annahme geführt, die interpersonelle Sensitivität könnte ein kausaler Faktor für emotionale Instabilität sein. Alternativ könnte jedoch argumentiert werden, dass interpersonelle Probleme bei der BPS durch eine dysfunktionale Emotionsverarbeitung aufgrund von limbischer Hyperreakivität bedingt sind. Die aktuellen Behandlungsansätze für die BPS haben sich als sehr effizient hinsichtlich der Reduktion von Problemverhalten wie Selbstverletzung, Dissoziation oder Suizidversuchen gezeigt. Die erzielten Verbesserungen der sozialen Funktionsfähigkeit hingegen sind jedoch vergleichsweise gering ausgeprägt. Daher erscheint es für die Entwicklung weiterer effektiver therapeutischer Interventionen als äußerst wichtig, die grundlegenden Mechanismen sozialer Probleme im Rahmen der BPS noch besser zu verstehen. Neuste Forschungsergebnisse zu Sozialer Interaktion bei der BPS legen nahe, dass Beeinträchtigungen in zwischenmenschlichen Beziehungen mit Defiziten bezüglich Vertrauen und der Bereitschaft zur Kooperation zusammenhängen. Zwei unserer bisherigen Studien untersuchten die Beziehung zwischen Borderline-Merkmalen und dispositioneller Kooperation (Hepp et al., 2014, Thielmann et al., 2014). Wir konnten zeigen, dass Borderline-Merkmale mit geringen Verträglichkeits-Werten verbunden sind, was darauf hinweist, dass es bei Personen mit starken Borderline-Merkmalen eine verstärkte Tendenz gibt, sich rächen zu wollen und nachtragender zu sein als Personen mit wenigen Borderline-Merkmalen. Außerdem konnten wir diese Ergebnisse auf das Verhalten in Kooperations-Aufgaben ausweiten und zeigen, dass beeinträchtigte reaktive Kooperation (z.B. mehr Vergeltung) mit einem hohen Maß mit Borderline-Eigenschaften zusammenhing, was mediiert wurde durch geringe dispositionelle Verträglichkeit. Über eine geringe dispositionelle Verträglichkeit hinaus führen Defizite in der sozialen Informationsverarbeitung eventuell zu einer Beeinträchtigung des prosozialen Verhaltens, woraus ebenfalls zwischenmenschliche Probleme resultieren können. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen zugrundeliegende Prozesse sozialer Kognition untersucht werden, die möglicherweise in Kooperationsschwierigkeiten bei BPS resultieren. Basierend auf dem theoretischen Hintergrund der sozialen Informations-Verarbeitung untersuchen die einzelnen Studien verschiedene Aspekte sozialer Kognition (z.B. komplexe Emotionserkennung, Persönlichkeitswahrnehmung, Enkodierung sowie Abruf im Langzeit-Gedächtnis) bei BPS Patienten verglichen mit gesunden Personen und Patienten, die an einer sozialen Angststörung leiden.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de