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apl. Prof. Dr. Josef Bailer

Bailer J. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft SCHR 443/11-1: A comparison of the Cognitive Behavioural Analysis System of Psychotherapy (CBASP) against supportive psychotherapy. 12/2008-12/2013.

Effective treatment strategies for chronic depression are urgently needed since it is not only a common and particularly disabling disorder, but is also considered treatment resistant by most clinicians. There are only a few studies on chronic depression indicating that traditional interventions are not as effective as in acute, episodic depression. In addition, most of the studies had methodological weaknesses, such as the very short courses of psychotherapy. Usually, chronic depression begins early in life, is often associated with early interpersonal trauma, and results in an even more substantial human capital loss than the late-onset group. Furthermore, it shows a weak response to medication and a high rate of relapse after an initial response. With the present multicentre study, the efficacy of the only specific psychotherapy for chronic depression (Cognitive Behavioural Analysis System of Psychotherapy/CBASP) is compared with a non-specific supportive psychotherapy/SP (a well-designed psychological placebo) in early onset chronically depressives. CBASP faired very well in one large trial but has never been directly compared to a placebo control. Another innovative aspect of the study is the use of an extended course of psychotherapy (32 sessions). Primary hypothesis: CBASP is more effective in reducing depressive symptoms than SP.

Bailer J. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft BA 1597/5-2: Attentionale, kognitive und emotionale Aspekte bei Krankheitsangststörungen. 05/2010-04/2012.

Zentrale Komponenten in kognitiv-behavioralen Erklärungs-modellen der Krankheitsangst und der daraus abgeleiteten Behandlungen sind a) eine selektive Aufmerksamkeitslenkung (SAL) auf körperliche Empfindungen und b) ein kata-strophisierender Interpretationsbias (KIB). Experimentalpsychologisch wurden SAL und KIB jedoch bei diesen Störungen selten und zudem mit widersprüchlichen Ergebnissen unter-sucht. Fragestellung: Lassen sich SAL und KIB mit verschiedenen experimentalpsychologi-schen Versuchsanordnungen nachweisen und welche neuronalen Aktivitätsmuster korres-pondieren damit? Wie ändern sich SAL und KIB auf der Verhaltensebene durch eine gezielte Veränderung des Interpretationsbias und welche Aktivierungsänderungen auf der neuro-nalen Ebene gehen mit dieser Änderung einher? Methode: 52 Probanden (Pbn) ohne und 52 Pbn mit Hypochondrie sollen über Arztpraxen und Zeitungswerbung rekrutiert werden. Zur Prüfung der SAL wird der Emotionale Stroop Test (EST) eingesetzt, zur Erfassung des KIB der Implicit-Associations-Test (IAT). Zusätzlich werden bei 30 hypochondrischen und 15 nichthypochondrischen Pbn EST und IAT während einer funktionellen Magnetresonanztomo-graphie (fMRT) durchgeführt. Bei der Hälfte (N=26) der hypochondrischen Pbn soll der KIB durch das 14-tägige Führen eines speziellen Symptomtagebuchs systematisch reduziert werden. Die zweite Gruppe (N=26) erhält keine Intervention. Nach dieser Phase werden erneut SAL, KIB und Symptomstatus bestimmt, wiederum unter Einschluss der fMRT bei einer Teilgruppe von je 15 Personen. Erste Ergebnisse: Aus 200 gescreenten Pbn wurden bis jetzt 36 Pbn mit Hypochondrie und 35 Kontrollprobanden rekrutiert, zusätzlich auch 19 krankheitsängstliche, aber nicht hypochondrische Pbn. Bei Pbn mit Krankheitsangst sind SAL und KIB überwiegend erwartungskonform verstärkt, im Vergleich zu nicht-krankheits-ängstlichen Pbn. Die Reaktionszeitbefunde zu veränderten attentionalen Mechanismen werden durch im fMRT gefundene Aktivierungsänderungen in jenen Regionen unterstützt, die an der emotional-kognitiven Modulation von Aufmerksamkeitsprozessen beteiligt sind. Ziele des Fortführungsantrags: Die vorliegenden Befunde sind vielversprechend. Für die verlässliche statistische Prüfung der Hypothesen müssen allerdings mehr hypochondrische Pbn in die Studie eingeschlossen werden als ursprünglich geplant. Dies kann durch die Verlängerung der Projektförderung um 24 Monate erreicht werden. Die ursprünglichen Fragestellungen sollen außerdem in zweifacher Hinsicht erweitert werden: a) Zur Prüfung der Spezifität der Befunde zu KIB und SAL soll die jetzt bereits teilweise rekrutierte Gruppe von Pbn mit positivem Screeningbefund, aber Nichterfüllung der Hypochondriekriterien auf 52 ergänzt werden, und eine Gruppe depressiver Patienten ohne Krankheitsangst (N=52) rekrutiert werden. b) Therapierelevant ist die Frage nach der Veränderung von KIB und SAL bei jenen Patienten, die nach den ersten beiden Untersuchungen sich noch einer längeren Psychotherapie (KVT) unterziehen. Bei diesen Patienten (N=50) soll eine dritte Messung (IAT, EST) nach Abschluss der Behandlung durchgeführt werden.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de