Start Forschung ZI-Personalia

ZI-Personalia

Pressemitteilung vom 01.09.2017

Personalia aus der Forschung

Drei Forschungs- und Förderpreise gingen im Juli an Nachwuchswissenschaftler der Abteilung Klinische Psychologie (Leitung Prof. Peter Kirsch) sowie der Arbeitsgruppe Sozial-affektive Neurowissenschaften und experimentelle Psychologie (Leitung Dr. Daniela Mier).

Dr. Alena Becker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Klinische Psychologie, wurde von der ROMIUS-Stiftung der mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis für ihre Dissertation mit dem Titel „Striatal Reward Sensitivity as a Neurobiological Marker in Alcohol Use Disorder“ verliehen. In ihrer Dissertation konnte Becker zeigen, dass bei Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit das Zusammenspiel zwischen den Gehirnregionen, die auf Belohnung reagieren und jenen, die zentral für Selbstkontrollprozesse zuständig sind, verändert ist. Darüber hinaus untersuchte sie, wie Methoden der Hirnbildgebung genutzt werden können, um individuelle Therapieeffekte bei alkoholabhängigen Patienten vorherzusagen. Dadurch wird es künftig besser möglich sein, eine für die Patienten effektive Behandlung individuell auszuwählen.

Stephanie Schmidt, M.Sc., Doktorandin in der AG Sozial-affektive Neurowissenschaften und experimentelle Psychologie (Leitung Dr. Daniela Mier), Abteilung Klinische Psychologie, hat bei der diesjährigen Fachtagung „Psychologie und Gehirn“ in Trier den mit 300 Euro dotierten Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA) erhalten. Ausgezeichnet wurde ihr Poster mit dem Titel „The Effects of Inhibitory Transcranial Magnetic Stimulation of BA44 During a Facial Imitation Task” (Autoren: S.N.L. Schmidt, J. Haas, P. Kirsch & D. Mier). Die Studie kombinierte funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) und transkranielle Magnetsimulation (TMS) und weist die Bedeutung von Spiegelneuronensystem bei der Imitation emotionaler Gesichtsausdrücke nach. Spiegelneuronen sind Nervenzellen, die sowohl beim Betrachten als auch beim Ausführen von Bewegungen aktiv sind. Sie zeigen beim Betrachten eines Vorgangs das gleiche Aktivitätsmuster wie bei eigener Ausführung. Die Ergebnisse der Studie unterstützen die Annahme, dass die Gefühle anderer Menschen dadurch erkannt werden, dass das eigene Gehirn bei der Wahrnehmung ähnliche Aktivitätsmuster aufweist, wie beim Empfinden eigener Gefühle.

Vera Eymann, studentische Hilfskraft in der AG Sozial-affektive Neurowissenschaften und experimentelle Psychologie, Abteilung Klinische Psychologie, wurde für ihre Arbeit mit dem Titel „Der Einfluss von transkranieller Magnetstimulation und traumatischen Kindheitserlebnissen auf die Aktivierung von Amygdala und Spiegelneuronensystem während sozialer Kognition“ mit dem Otto-Selz-Preis der Universität Mannheim für die beste Bachelorarbeit in Psychologie 2017 ausgezeichnet. In ihrer Abschlussarbeit untersuchte sie die Auswirkungen von traumatischen Kindheitserlebnissen sowie von virtuellen Läsionen auf soziale Kognition. Unter sozialen Kognitionen versteht man unter anderem, die Fähigkeit, Gefühle und Absichten anderer zu erkennen und Empathie zu empfinden. Virtuelle Läsionen sind reversibel und werden mit der Methode der Transkraniellen Magnetstimulation (TMS) hervorgerufen, um krankheitsbedingte Ausfälle von Gehirnregionen nachzuahmen. Obwohl bei den Probanden keine psychischen Störungen vorlagen, hinterließen Traumata Spuren im Gehirn. Weiter zeigte sich, dass die virtuelle Läsion einer Kernregion für soziale Kognition dazu führt, dass auf andere Netzwerke „umgeschaltet“ wird. Das Gehirn versucht so das entstandene Defizit auszugleichen.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de