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Pressemitteilung vom 07.11.2017

Prof. Kiefer erhält Forschungspreis

Alkoholabstinenztraining mit medikamentöser Unterstützung - Kiefer erhält Forschungspreis

Prof. Dr. Falk Kiefer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des ZI, wurde mit dem Preis für Forschung in der Psychopharmakologie der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der Eröffnung des 30. AGNP-Symposiums verliehen.

Der Ärztliche Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des ZI, Prof. Dr. Falk Kiefer, ist Preisträger des AGNP-Preises für Forschung in der Psychopharmakologie. Ausgezeichnet wurde er für seine wissenschaftliche Arbeit zur Entwicklung einer medikamentösen Therapie, welche die Wirkung des Alkoholabstinenztrainings verbessert.

Die Reiz-Expositionstherapie (CET), das heißt die Schulung der Patienten im Umgang mit Alkoholreizen, ohne Alkohol zu konsumieren, gilt als eine der effektivsten Strategien, um Alkoholabhängigkeit zu behandeln. In der prämierten Studie hat Kiefer die Unterstützung dieser Behandlungsmethode mit dem Wirkstoff D-Cycloserin (DCS) auf seine Wirksamkeit getestet. DCS führt im Körper zu einer Verbesserung der Gedächtnisfunktion und Lernleistung. Präklinische Studien belegen, dass Extinktionslernen, also das Umlernen aufgrund neuer Erfahrungen, unter der Pharmakotherapie mit DCS verbessert werden kann. Die prämierte Arbeit knüpft an diese Ergebnisse an und legt nun erste Daten beim Menschen vor. Kiefer zeigt mit seiner Studie, dass eine mit DCS ergänzte Expositionstherapie bei alkoholabhängigen Personen zu einer verminderten Reiz-Reaktivität des Belohnungssystems im Gehirn sowie zu einer Reduktion des starken Verlangens nach Alkohol (dem sogenannten Craving) führt. Zudem vermindert sich das Rückfallrisiko.

Der AGNP-Preis für Forschung in der Psychopharmakologie existiert seit 1991 und wird alle zwei Jahre verliehen. Der Preis erkennt herausragende Forschungsarbeiten auf allen Gebieten der Psychopharmakologie an. Dabei sollen die Forschungsarbeiten eine Antwort auf eine neue, wichtige Fragestellung zum Verständnis oder zur Behandlung psychischer Erkrankungen des Menschen liefern.

Prof. Dr. Falk Kiefer studierte Medizin an der Universität Erlangen, wo er auch promovierte. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf absolvierte er die Facharztweiterbildung und habilitierte sich im Fach Psychiatrie. 2005 nahm er den Ruf der Universität Heidelberg auf eine Professur für Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt Suchtmedizin an. Seit 2016 ist er Ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des ZI, Professor für Suchtforschung der Universität Heidelberg und Leiter von zwei Arbeitsgruppen am ZI.

Publikation

Kiefer F et al. (2015). Effects of D-cyloserine on extinction of mesolimbic cue-reactivity: a randomized, placebo-controlled trial. Psychopharmacology. (Berl.) 232: 2353–62

Kontakt

Prof. Dr. Falk Kiefer
Ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin
Sekretariat, Tel.: 0621 1703-3502



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