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Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe forscht zu Schlaf und Suchtverhalten

Inwieweit Schlaf genutzt werden kann, um Suchtverhalten zu verändern, erforscht eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe um den Forscher Dr. Gordon Feld am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.

Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe forscht am ZI zu Schlaf und Suchtverhalten

Die Forschergruppe um Dr. Gordon Feld möchte schlafabhängige Prozesse identifizieren, die mit dem Erlernen von Suchtverhalten zu tun haben. Foto: ZI

Dr. Gordon Feld hat seine Arbeit am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim aufgenommen und forscht zu Veränderungen von Suchtverhalten durch Schlaf. Feld wird durch das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Dieses Programm eröffnet herausragenden NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit, sich durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.

Schlaf festigt, was wir tagsüber lernen – auch Schädliches wie Suchtverhalten

Die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe um Feld ist in der Abteilung Klinische Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Kirsch angesiedelt. Die beteiligten Forscher möchten schlafabhängige Prozesse identifizieren, die mit dem Erlernen von Suchtverhalten zu tun haben. Dabei gehen die Forscher davon aus, dass durch Schlaf viele Prozesse beeinflusst werden können, die mit dem Aufbau und der Veränderung des Langzeitgedächtnisses zu tun haben. Wenn die Prozesse von Lernen und Gedächtnisbildung in diesem Zusammenhang besser verstanden werden, könnte über eine gezielte Reaktivierung des Gedächtnisses Verhalten positiv beeinflusst werden. Gerade bei Suchterkrankungen können Betroffene tief verinnerlichte Muster von schädigendem Verhalten aufweisen. Daher kann es häufig zu Rückfällen kommen. Es erscheint vielversprechend, dass gerade diese Muster mit Hilfe von Behandlungen, die Schlaf einbeziehen, verändert werden können. Auch für den Bereich der Prävention könnte dieser Ansatz viel Potenzial bieten, um schon das Erlernen von Suchtverhalten zu verhindern.

Lebensqualität bestimmter Patienten verbessern

„Abweichendes Schlafverhalten und damit einhergehende Veränderungen des Lernens und des Gedächtnisses werden derzeit nicht ausreichend als Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Suchtverhalten berücksichtigt. Wir wollen mit unserer Forschung helfen, den Fokus stärker auf die gedächtnisbezogenen Aspekte des Schlafs zu legen, da wir vermuten, auf diese Weise die Lebensqualität bestimmter Patienten entscheidend verbessern zu können“, sagt Dr. Gordon Feld.

 

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