ZI-Aktuell

11.07.2016

Pressemitteilung vom 11.07.2016

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI): Start einer Online-Umfrage über Missbrauch durch Priester

Im Juli startet auf der Homepage des ZI eine Online-Umfrage zum "Sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Priester, Diakone und andere Mitarbeiter der katholischen Kirche", die Bestandteil der MHG-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ ist.

Zur Aufarbeitung des 2010 bekannt gewordenen Missbrauchsskandals beauftragte die Deutsche Bischofskonferenz im Juni 2014 ein interdisziplinäres Forschungskonsortium. Aus dem ZI gehören diesem neben Professor Harald Dreßing (Leiter Bereich Forensik an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI), Sprecher des Konsortiums, auch Professor Hans Joachim Salize (Leiter der Arbeitsgruppe Versorgungsforschung, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI) an. Weitere Beteiligte des Konsortiums sind Professor Dieter Dölling (Direktor) und Professor Dieter Hermann vom Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg, Professor Andreas Kruse (Direktor) und Professor Eric Schmitt vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg sowie Professor Britta Bannenberg von der Universität Gießen.

Mit der Online-Studie geht das Forschungskonsortium neue Wege. Menschen, die sexuellen Missbrauch im Verantwortungsbereich der katholischen Kirche erleben mussten, können ihre Erfahrungen bei dieser Online-Befragung darstellen. Wichtig ist vor allem, dass die Befragung völlig anonym verläuft. Die Teilnehmer müssen keine persönlichen Daten preisgeben. Mit der Anonymität erhoffen sich die Projektleiter eine verringerte Hemmschwelle bei Betroffenen, über den in der Vergangenheit liegenden Missbrauch zu sprechen.

Der Fragebogen wurde in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsstab des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (Amt der Bundesregierung) entwickelt. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa zehn bis 15 Minuten. In Freifeldern können Betroffene, sofern sie dies wünschen, ausführlicher über ihre Erfahrungen berichten. Dabei geht es auch darum, zu erfahren, welche Reaktionen die Betroffenen von Seiten der katholischen Kirche möglicherweise erfahren haben. Die Auswertung der Umfrage wird Teilprojekt der Gesamtstudie sein, die Ende 2017 abgeschlossen werden soll.

Der Psychiater Professor Harald Dreßing ist Verbundkoordinator der Studie und gibt die Haltung des gesamten Konsortiums wieder, wenn er sagt, dass „…die eigentlichen Experten bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs die Betroffenen sind. Sie wissen, was wirklich geschehen ist. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Betroffene ihre Erfahrungen uns Wissenschaftler mitteilen.“

Link zur Studie:

Auf der ZI-Homepage steht auf der Unterseite der MHG Studie (https://www.zi-mannheim.de/forschung/forschungsverbuende/mhg-studie-sexueller-missbrauch/anonyme-online-umfrage.html) der Link zur Online-Umfrage: htttp://flevaweb.zi-mannheim.de. Um Zugang zur Befragung zu erhalten muss im entsprechenden Eingabefeld der Code „MHG2016“ eingetragen werden. Der Fragebogen ist bis zum 30.06.2017 freigeschaltet.

 

Kontakt:

apl. Prof. Dr. Harald Dreßinng

Leiter Forensische Psychiatrie
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Tel.: 0621 1703-2381
E-Mail: harald.dressing(at)zi-mannheim.de

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