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05.03.2018

Alkoholabhängige mit Depressionen für Studie gesucht

Etwa 40 Prozent der alkoholabhängigen Patienten weisen eine zusätzliche depressive Störung auf. Trotz des häufigen gemeinsamen Auftretens beschäftigen sich bisher nur wenige wissenschaftliche Arbeiten mit dem Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und problematischem Alkoholkonsum. Dieser Fragestellung geht aktuell die Abteilung Klinische Psychologie (Leiter Prof. Dr. Peter Kirsch) am ZI in einer neuen Studie nach.

Viele Menschen trinken Alkohol, um psychische Probleme wie zum Beispiel niedergeschlagene Stimmung oder unangenehme Gefühle „wegzutrinken“. Es gibt aber auch Betroffene, bei denen negative Gefühle durch häufigen Alkoholkonsum verstärkt oder sogar erst verursacht werden. Forschungsergebnisse zeigen, dass etwa 40 Prozent der alkoholabhängigen Patienten zusätzlich eine affektive Störung, meist eine Depression, aufweisen.

Hirnvorgänge durch psychologisches Training beeinflussen

Im Fokus der Studie der Abteilung Klinische Psychologie steht jetzt die Frage, welche Rolle die Verarbeitung von verschiedenen Arten der Belohnung und die Fähigkeit zur Emotionsregulation spielen und welche Vorgänge während dieser Prozesse im Gehirn ablaufen. Können die Vorgänge im Gehirn mittels eines psychotherapeutischen Trainingsprogramms gezielt verändert werden? Und trägt dieses Training wohlmöglich zu einer Verbesserung des Wohlbefindens bei?

Neben einer Eingangs- und einer Abschlussuntersuchung beinhaltet die Studie eine funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) sowie die kostenlose Teilnahme an einem psychotherapeutischen Training. Aktuell werden Personen gesucht, die sowohl an einer Alkoholabhängigkeit als auch an einer Depression erkrankt sind. Die Studienteilnehmer erhalten sechs Einzeltherapiesitzungen Psychotherapie nach verhaltenstherapeutischen Prinzipien sowie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 Euro. Wer an einer psychotherapeutischen Behandlung teilnehmen und einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen Alkoholabhängigkeit und Depression leisten möchte, kann sich telefonisch (0621 1703-6165) oder per E-Mail (dare zi-mannheim.de) an das ZI wenden.

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Teaser-Foto: istockphoto.com · © mattjeacock

Forschungsprojekt: Neurobiologische Grundlagen und psychotherapeutische Behandlung des komorbiden Auftretens von Alkoholabhängigkeit und Depression: Von grundlegenden Mechanismen zur Verbesserung von Behandlungsstrategien. (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Koordinator: Prof. Dr. Peter Kirsch, Abteilung Klinische Psychologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Medienkontakt

Uli Ellwanger E-Mail uli.ellwanger(at)zi-mannheim.de
Leiter Referat Kommunikation und Medien
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

Tel.: 0621 1703-1301