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22.10.2018

Suchttherapie – wie gut ist die Versorgung?

Die Teilnehmer diskutierten darüber, wie die Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen verbessert werden kann. Foto: Nikola Haubner

Das Feuerlein Centrum für Translationale Suchtmedizin hat ein Symposium veranstaltet und erörtert, wie es um die Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen steht.

Tabak, Alkohol, Glückspiel und Computerspiele sind Bestandteil des Alltags vieler Menschen. Der Schritt vom Gebrauch zum Fehlgebrauch ist oft klein, und Sucht geht mit starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen einher. Wie steht es um die Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen in Deutschland? Ein Symposium des Feuerlein Centrums für Translationale Suchtmedizin ist dieser Frage nachgegangen.

Probleme der Versorgung bei Suchterkrankungen diskutiert

In der Metropolregion Rhein-Neckar versorgen insbesondere die Suchtkliniken des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) in Wiesloch und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim Menschen mit Suchtproblemen stationär. Beide Einrichtungen tragen gemeinsam das Feuerlein Centrum für Translationale Suchtmedizin (feuerleinCTS). Im Rahmen eines Symposiums zur Versorgungsforschung im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg haben renommierte Wissenschaftler/innen und Praktiker die aktuellen Problemfelder der Versorgungsforschung bei Suchterkrankungen vorgestellt und diskutiert.

Leitliniengemäße Therapieangebote für Patienten

In drei Sessions befassten sich die ReferentInnen mit Modellen und Methoden sowie spezifischen Aspekten der Versorgungsforschung bei Suchterkrankungen. Neben Forschungsprojekten, die am feurleinCTS umgesetzt werden, wurden Methoden zur Implementierung von Behandlungsstrategien in den Alltag vorgestellt. Am Beispiel Alkohol wurde gezeigt, wie evaluiert werden kann, ob Patientinnen und Patienten im Rahmen der allgemeinmedizinischen und psychiatrischen Behandlung leitliniengemäße Therapieangebote erhalten. Die Experten referierten Erfahrungen aus Akutbehandlung und Rehabilitation aus pflegewissenschaftlicher, psychotherapeutischer sowie medizinischer Sicht. Die Stigmatisierung von Suchterkrankungen, die Beeinflussung von Konsumenten durch Hersteller und Verharmlosungsstrategien standen ebenfalls im Fokus spezifischer Symposiumsbeiträge.

Die Referenten

  • Dr. sc. hum. Ulrich Frischknecht, ZI/feuerleinCTS
  • Prof. Dr. med. Falk Kiefer, ZI/feuerleinCTS
  • Prof. Dr. rer. nat. Johannes Lindenmeyer, Salus Klinik Lindow für Psychosomatik und Sucht
  • Prof. Dr. rer. medic. Michael Löhr, Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld
  • Prof. Dr. med. Jens Reimer, MBA, Gesundheit Nord, Bremen
  • Dr. phil. Ulrich Reininghaus, Universität Maastricht/ZI
  • Dr. med. Barbara Richter, Psychiatrisches Zentrums Nordbaden/feuerleinCTS
  • Dr. phil. Sven Schneider, Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin
  • Prof. Dr. med. Georg Schomerus, Universität Greifswald
  • PD Dr. med. Tillmann Weber, Median Klinik Willhelmsheim, Oppenweiler
  • Prof. Dr. Michel Wensing, MSc, Universität Heidelberg

Über Wilhelm Feuerlein und das feuerleinCTS

Wilhelm Feuerlein (1920–2015) hat sich als Arzt und Wissenschaftler für eine bedarfsorientierte, evidenzbasierte und nicht stigmatisierende Behandlung von Suchterkrankten eingesetzt. Als Gründungsmitglied und erster Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) sowie als Mitglied der Psychiatrie-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hat er maßgeblich an einer verbesserten Versorgung suchtkranker Menschen mitgewirkt. Im Jahr 2017 wurde das Feuerlein Centrum für Translationale Suchtmedizin (feuerleinCTS) gegründet, um diese Tradition der am Patientenbedarf orientierten und zugleich wissenschaftlich fundierten Forschung und Versorgung fortzuschreiben. Das feuerleinCTS ist eine Kooperation des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden in Wiesloch. Mehr Informationen gibt es hier.