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18.10.2018

Wie hat sich Stalking seit 2003 verändert?

Eine neue Studie des ZI soll ermitteln, wie sich das Problem Stalking in den vergangenen 15 Jahren verändert hat. Foto: istockphoto.com / © Francesco De Napoli

11 Prozent der befragten Mannheimer Bürgerinnen und Bürger waren schon einmal in ihrem Leben von Stalking betroffen. Das ergab 2003 eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) und des Weißen Rings. In den kommenden Tagen startet die Datenerhebung erneut. Die Vergleichsstudie soll ermitteln, wie sich Stalking in den letzten 15 Jahren verändert hat.

Eine Person wird – ohne es zu wünschen – von einer anderen Person kontaktiert, belästigt oder verfolgt. Das sogenannte Stalking (Englisch für belästigen, belauern, verfolgen) ist in der Öffentlichkeit vor allem im Zusammenhang mit prominenten Opfern wie Richard Gere oder Madonna bekannt. Es betrifft aber auch ganz normale Menschen. Dies kann nicht nur lästig sein, sondern auch das Leben und die Gesundheit der Betroffenen tiefgreifend beeinträchtigen.

Erste Stalking-Studie hat die Situation Betroffener verbessert

Das ZI führte 2003 zusammen mit dem Weißen Ring, einer Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, die erste repräsentative wissenschaftliche Befragung zum Thema Stalking in Deutschland durch. 2.000 zufällig ausgewählte Mannheimer Bürgerinnen und Bürger wurden befragt. 11 Prozent der Befragten waren mindestens einmal von Stalking betroffen. Die gesundheitlichen Folgen des Stalkings waren dabei teilweise erheblich. Die Ergebnisse dieser Studie haben dazu beigetragen, dass Stalking mittlerweile auch strafrechtlich verfolgt wird. Dennoch ist die Situation für Betroffene nach wie vor nicht befriedigend. Durch Internet und soziale Medien haben sich die Möglichkeiten, einen Menschen zu stalken, massiv ausgeweitet.

Vergleichsstudie startet

Die Befragung soll nun wiederholt werden, um zu untersuchen, wie sich die Situation seit 2003 verändert hat. In den kommenden Tagen werden erneut 2.000 Mannheimer Bürgerinnen und Bürger angeschrieben. Die Adressen wurden nach dem Zufallsprinzip vom Einwohnermeldeamt ausgewählt. Der Weiße Ring unterstützt das ZI erneut bei der Durchführung der schriftlichen Befragung. Damit die Untersuchung aussagekräftig ist, sollten möglichst alle angeschriebenen Personen den Fragebogen beantworten, auch wenn sie noch nicht Opfer von Stalking waren. Die Fragebögen werden anonym zurückgesendet, so dass eine Identifizierung einzelner Personen nicht möglich ist. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nur circa 20 Minuten. Alle Teilnehmerinne und Teilnehmer tragen erheblich dazu bei, die Situation von Stalking Betroffenen weiter zu verbessern.

Hilfsangebot für Stalking-Betroffene am ZI

Das ZI bietet eine Spezialambulanz für Menschen, die von Stalking betroffen sind. Termine können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden: Tel. 0621 1703-2850 (bitte Stichwort „Stalking“ angeben), E-Mail: stalking(at)zi-mannheim.de).