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Die Peripartal-Sprechstunde – neues Angebot für werdende Mütter

Ab sofort bietet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI eine neue Spezialambulanz für psychische Erkrankungen in der Zeit um die Geburt an.

Ab sofort bietet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI eine neue Spezialambulanz für psychische Erkrankungen in der Zeit um die Geburt an. Schwangerschaft, Geburt und die ersten Monate danach, die sogenannte Peripartalzeit, stellt im Leben einer Frau eine besondere Phase dar, die mit vielfältigen Wünschen und Hoffnungen, aber auch mit ambivalenten Gefühlen und Gedanken verknüpft sein kann. Belastungen, Stressreaktionen und psychische Störungen in der Peripartalzeit werden oft unterschätzt. Dies führt dazu, dass psychische Erkrankungen in der Zeit um die Geburt häufig unerkannt bleiben.

Die postpartale Depression, umgangssprachlich auch Wochenbettdepression genannt, gehört zu den häufigsten psychischen Störungen bei jungen Müttern. Sie tritt bei ca. 10 Prozent aller Entbindungen auf und hat ihren Erkrankungsgipfel meist in der zweiten bis sechsten Woche nach der Geburt. Ein Auftreten ist aber auch noch später möglich, bis hin zu einem Jahr nach der Entbindung. Neben der Depression können auch Ängste und Zwänge auftreten und die psychische sowie physische Gesundheit von Mutter und Kind erheblich beeinträchtigen. Zusätzlich richtet sich das Angebot des ZI auch an Frauen mit Kinderwunsch, die an einer psychischen Erkrankung leiden sowie an Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft psychisch erkrankt sind und in der Schwangerschaft Psychopharmaka einnehmen.

Ansprechpartnerin in der Spezialambulanz ist Dr. Maria Gilles, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie hat sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie (POSEIDON) intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Die Studie wurde in Kooperation mit drei Gynäkologischen Klinikabteilungen in Mannheim und Ludwigshafen durchgeführt und untersuchte bei über 400 Mutter-Kind Paaren den Einfluss früher Lebensumstände (vom letzten Drittel der Schwangerschaft bis zum sechsten Monat nach der Geburt) auf die Gesundheit des Kindes.

„Mit der Einrichtung der Sprechstunde für werdende Mütter wollen wir den betroffenen Frauen einen raschen ersten ambulanten Beratungstermin anbieten und gemeinsam mit ihnen entscheiden, ob eine kurze Betreuung ausreicht oder eine längerfristige, kontinuierliche Unterstützung während der gesamten Peripartalzeit notwendig ist“, so Maria Gilles. Dabei ist ihr die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Frauenärzten, Hausärzten, Kinderärzten, Hebammen und Geburtskliniken sehr wichtig. „Psychische Erkrankungen in der Peripartalzeit bedürfen einer intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit, um die psychische und physische Gesundheit von Mutter und Kind zu gewährleisten. Die peripartale Depression ist, wenn erkannt, gut behandelbar“, weiß Dr. Gilles zu berichten.

Termine können unter der Telefonnummer 0621 1703-2850 in der Zentralambulanz des ZI mit dem Stichwort „peripartal“ vereinbart werden.