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Mobiles Training für den Umgang mit Gefühlen: ZI sucht belastete Personen (14 bis 25 Jahre)

In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen ForscherInnen am ZI, wie sich die psychische Widerstandskraft im Alltag verbessern lässt. Das mobile Training ist vollständig zu Hause nutzbar.

Mobiles Training für den Umgang mit Gefühlen: ZI sucht belastete Personen (14 bis 25 Jahre)

ZI-ForscherInnen untersuchen, wie ein mobiles Training die psychische Widerstandskraft im Alltag stärkt. Foto: istockphoto.com / © Kaisersosa67

In einem krankheitsübergreifenden Ansatz suchen ForscherInnen des ZI Personen (14 bis 25 Jahre alt), die psychisch belastet sind, aber auch Personen, die ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben, oder eine erste Episode einer Depression, einer Hypomanie, einer Psychose oder eine Angsterkrankung haben. Für diese Zielgruppe wurde im Rahmen der „EMIcompass“ Studie ein mobiles Training entwickelt, das im Alltag dann Hilfe anbietet, wenn sie gebraucht wird. So soll die psychische Widerstandskraft (Resilienz) und das Selbstmitgefühl (engl. compassion) gestärkt werden.

Muss ich zur Teilnahme ans ZI kommen?

Nein. Im Zuge der Corona-Pandemie haben wir unser Angebot ausgeweitet: Die Termine im Kontext der Studie können nun auch per Videotelefonie stattfinden. Somit ist ein Erscheinen vor Ort nicht zwingend nötig.

Worum geht es genau in der Studie?

Die meisten psychischen Erkrankungen treten erstmalig in der Jugend auf. Dabei zeigen sich zuerst leichte psychotische, depressive, manische oder Angstsymptome. Bei manchen Personen entwickeln sich daraus langanhaltende psychische Beschwerden. Hier setzt die EMIcompass-Studie an und möchte mit einer neuen Therapie im Alltag die psychische Widerstandskraft (Resilienz) verbessern. 

Wir nutzen dazu einen innovativen psychotherapeutischen Ansatz, die Compassion-
Focused Therapy
, bei der das Selbstmitgefühl (engl. compassion) gestärkt wird. Durch die Verwendung neuster Techniken werden mobile Übungen im Alltag der TeilnehmerInnen mittels Studienhandy angeboten. Das bezeichnet man als Ecological Momentary Intervention (EMI), also Hilfe dann und dort, wo sie gebraucht wird. Das Ziel von EMIcompass ist es, die Wirksamkeit dieses neuen, mobilen, mitgefühlsorientierten Trainings zur Verbesserung der emotionalen Widerstandskraft bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu untersuchen. 

Wer kann teilnehmen?

Personen zwischen 14 und 25 Jahren, die

  • Hilfe suchen, aber unspezifische Symptome haben.
  • ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben (zum Beispiel, weil ein Familienmitglied an einer psychischen Erkrankung leidet).
  • eine erste Episode einer Depression, Hypomanie, Psychose oder Angsterkrankung haben.

Bei Personen unter 18 Jahren müssen die Eltern zustimmen.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Es gibt mehrere Gesprächs- und Trainingstermine. Die StudienteilnehmerInnen werden zufällig zugeteilt. Ein Teil der Teilnehmer bekommt das EMIcompass-Training während die anderen in der Kontrollgruppe sind. 

Für TeilnehmerInnen, die zur EMIcompass-Gruppe zugeteilt werden, beinhaltet die Studie drei Gesprächstermine am ZI oder per Videotelefonie, in deren Anschluss jeweils eine sechstägige Erfassung des Alltagsstresses durch Stimmungsabfragen mit einem Studienhandy und einem Herzratensensor erfolgt. Zusätzlich erhalten die TeilnehmerInnen das sechswöchige, mitgefühlsorientierte Training. Dieses beinhaltet tägliche Übungen mit dem Studienhandy sowie drei weitere (Online-)Sitzungen mit einer Studientherapeutin. 

Für TeilnehmerInnnen der Kontrollgruppe beinhaltet die Studie nur die drei Gesprächstermine am ZI oder mit Hilfe der Videotelefonie und die jeweils sechstägigen Erfassungszeiträume des Alltagsstresses mittels Studienhandy und Herzratensensor. Die ersten beiden Termine liegen sechs Wochen auseinander, der letzte Termin erfolgt dann weitere vier Wochen später. 

Was erhalten Sie?

Alle TeilnehmerInnen lernen während des Trainings, besser auf Ihre Gefühle zu achten. Zudem erhalten sie eine Aufwandsentschädigung für die Gesprächstermine in Höhe von 85 Euro. Das regelmäßige Bearbeiten der Stimmungsabfragen und das Tragen des Herzratensensors werden zusätzlich vergütet, so dass maximal eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 175 Euro möglich ist. 

Kontakt:

Unverbindliche Informationen erhalten Sie durch unsere MitarbeiterInnen der Abteilung Public Mental Health unter: Anrufbeantworter: 0621 1703-1933 oder per E-Mail an emicompass(at)zi-mannheim.de. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer sowie bevorzugte Zeiträume für den Rückruf. Wir rufen Sie gerne zurück!

 

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Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de