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Pressemitteilung vom 28.08.2014

Vortrag in der Villa Hecht am 14.09.2014

Bedeutende Mannheimer Jüdinnen – Vortrag in der Villa Hecht am 14.09.2014

„Drei Orte – drei Biographien“. Unter diesem Motto findet am Sonntag, 14. September 2014, veranstaltet von der Agentur für Jüdische Kultur in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Stadtarchiv unter der Führung von Dr. Esther Graf, um 15:00 Uhr ein Vortrag in der Villa Hecht in L 10, 1 statt. Im ehemaligen Wohnhaus der jüdischen Handelsfamilie Hecht befindet sich heute die Tagesklinik der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des ZI.

Im Rahmen des Europäischen Tags der jüdischen Kultur und des Tags des offenen Denkmals erkundet Dr. Graf von der Agentur für Jüdische Kultur mit Interessierten - neben den Wirkungsstätten und Biographien von Alice Bensheimer und Henriette Wolff - die ehemalige Villa in L 10, 1 und das Leben von Helene Hecht. Das diesjährige Thema des Europäischen Tags der jüdischen Kultur lautet „Frauen im Judentum“. Die Mannheimer Großbürgerin Helene Hecht führte eine innige Freundschaft mit Johannes Brahms, der bei seinen Mannheim-Aufenthalten immer bei den Hechts logierte. Helene Hecht galt als ausgewiesenen Musikliebhaberin und -kennerin. Sie empfing in ihrem Salon alle namhaften Musiker und Musikkritiker der Stadt. An dem Originalschauplatz des Hechtschen Kulturlebens lässt Dr. Esther Graf die Biografie  einer der bedeutendsten Mannheimer Großbürgerinnen der Vorkriegszeit aufleben.

Felix Hecht (1847-1909) war Bankier und Kaufmann. Seine Ehefrau Helene Hecht, geb. Bamberger (1854-1940), unterhielt einen der größten kulturellen Salons in Mannheim, in dem der Komponist Johannes Brahms ein häufiger Gast war. Im Jahr 1899 beteiligte sich das Ehepaar Hecht an der Gründung der Hochschule für Musik. Knapp ein Jahr nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, am 22. Oktober 1940, wurde die 86-jährige Helene Hecht in das Internierungslager Gurs deportiert und starb vermutlich noch während des Transports nach Südfrankreich. Zum Gedenken an Helene Hecht und ihre Förderung von Kunst und Kultur vergibt die Stadt Mannheim alle zwei Jahre den mit 3.000 Euro dotierten „Helene-Hecht-Preis.“