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ZI sucht Gamer mit belastenden Kindheitserfahrungen für wissenschaftliche Studie

In einer Studie untersuchen Forscher am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit den Zusammenhang zwischen Videospielen und belastenden Kindheitserfahrungen.

Studie: ZI sucht Gamer mit traumatischen Kindheitserfahrungen

ZI-ForscherInnen untersuchen den Einfluss von Videospielen und belastenden Kindheitserfahrungen auf die Schmerzverarbeitung. Foto: Fotolia.com / © ekkaphan

Intensives Spielen gewalttätiger Videospiele kann zu einer Veränderung der Furcht- und Angstreaktionen gegenüber gewalttätigen Inhalten führen, was wiederum einen Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerz sowohl bei sich selbst als auch bei anderen haben kann. Auch belastende Kindheitserfahrungen, wie zum Beispiel sexueller und körperlicher Missbrauch oder Vernachlässigung, können erhebliche Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit haben. Sie erzeugen starken Stress in einer wichtigen Phase der Entwicklung, welcher bei manchen Menschen zu einer Veränderung in biologischen Vorgängen und auch der Wahrnehmung von Schmerz führt.

WissenschaftlerInnen am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim wollen deshalb den Einfluss von Videospielen und belastenden Kindheitserfahrungen auf die Schmerzverarbeitung mittels moderner Forschungsmethoden wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) untersuchen. Dafür suchen wir

  • Personen, die Videospiele spielen, vorzugsweise Spiele mit Gewaltinhalten (wie beispielsweise: Call of Duty, GTA, Counterstrike, Battlefield)
  • Personen mit belastenden Kindheitserfahrungen

Diese Studie ist Teil eines groß angelegten Forschungsprojekts, in dessen Fokus die Untersuchung des Einflusses von belastenden Kindheitserfahrungen steht. Es gibt drei weitere Teilprojekte zu anatomischen Hirnveränderungen, Verarbeitung von Gefühlen und Lern- und Gedächtnisprozessen, an denen Sie bei Interesse ebenfalls teilnehmen können.

Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie wesentlich zum Verständnis der Folgen belastender Kindheitserfahrungen bei. Die Ergebnisse der Studien sollen langfristig für eine verbesserte Unterstützung, Beratung und Behandlung der Betroffenen genutzt werden. Nach Abschluss der Studie informieren wir Sie gern über die Ergebnisse.

Was wird bei der Studie genau gemacht?

Zum einen finden zwei Telefon-Interviews (jeweils etwa 30 Minuten) zur Vorstellung der Studie und Abklärung der Teilnahmekriterien statt. Daneben sind bis zu drei Studientage geplant, an denen vor Ort folgende Untersuchungen stattfinden:

  • Studienaufklärung und psychologische Diagnostik mit Interviews und Fragebögen (bis zu vier Stunden)

  • Blutentnahme, Drogenscreening

  • vier Studien mit insgesamt drei Laboruntersuchungen (jeweils ca. 1 bis 2 Stunden) und zwei Magnetresonanztomographie-Messungen (jeweils ca. 1,5 Stunden)

Wer kann teilnehmen?

Voraussetzungen für Ihre Teilnahme sind, dass Sie

  • zwischen 18 und 60 Jahren sind

  • Computer- oder Videospiele spielen (über 15 Stunden die Woche)

  • ENTWEDER vor Ihrem 18. Geburtstag körperliche oder sexuelle Gewalt oder Vernachlässigung erlebt haben ODER keine belastenden Kindheitserfahrungen gemacht haben

  • an den Magnetresonanztomographie-Messungen teilnehmen können, das heißt keine Metallimplantate aufweisen und keine Platzangst haben

  • aktuell keine Drogen einnehmen

Wie wird der Aufwand entschädigt?

Für die Teilnahme erhalten sie eine Aufwandsentschädigung, außerdem werden Reise- und gegebenenfalls Übernachtungskosten erstattet.

Was geschieht mit den erfassten Daten?

Alle Angaben und Messwerte der StudienteilnehmerInnen werden streng vertraulich behandelt. Die Studie unterliegt den geltenden Datenschutzbestimmungen sowie der ärztlichen Schweigepflicht.

Wie können Sie teilnehmen?

Unverbindliche Informationen erhalten Sie durch unsere ZI-Mitarbeiterin Marija Gligorijevic per Telefon: 0621 1703-4464 oder per E-Mail: marija.gligorijevic(at)zi-mannheim.de.

Sollten Sie außerhalb der regulären Arbeitszeiten anrufen, hinterlassen Sie bitte Ihren Namen und Ihre Telefonnummer sowie bevorzugte Zeiträume für den Rückruf auf dem Anrufbeantworter. Wir rufen Sie gerne zurück! Weitere Informationen finden Sie auch hier.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de