Bausteine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Bausteine Kinder- und Jugendlichentherapie

Theoretische Ausbildung

Theoretische Ausbildung (Kinder- und Jugendlichentherapie)

Vom ZPP Mannheim werden insgesamt mindestens 600 Ausbildungsstunden an theoretisch-praktischen Seminaren angeboten. Mindestens 200 Stunden davon dienen dem Erwerb allgemeiner Grundkenntnisse der Psychotherapie, 400 Stunden der vertiefenden Vermittlung psychotherapeutischer Kompetenzen mit dem Schwerpunkt "Verhaltenstherapie".

Praktische Tätigkeit I

Praktische Tätigkeit I (Kinder- und Jugendlichentherapie)

Die praktische Tätigkeit umfasst insgesamt 1.800 Stunden. Davon sind mindestens 1.200 Stunden über den Zeitraum von zwölf Monaten an einer psychiatrisch-klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung anerkannt ist, abzuleisten (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 KJPsychTh-APrV).

Die praktische Tätigkeit von wenigstens 1.200 Stunden in einer oder mehreren kooperierenden psychiatrischen Einrichtungen (gem. § 2 Abs. 2 Nr. 1) soll nach Möglichkeit zu Beginn der Ausbildung abgeleistet werden.

Kinder- und jugendpsychiatrische klinische Einrichtungen können hierfür anerkannt werden, wenn sie im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zugelassen sind oder von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständige Behörde als gleichwertige Einrichtungen zugelassen werden. Es muss sichergestellt sein, dass Erfahrungen mit einem hinreichend großen Spektrum an verschiedenen psychischen Störungen mit unterschiedlichen Schweregraden dem Ausbildungskandidaten inklusive akuter und chronischer Ausprägung vermittelt werden können.

Das ZPP Mannheim hat mit kooperierenden Einrichtungen entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen, so dass entsprechende Plätze zur Verfügung stehen.

Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bzw. -therapeutinnen in Ausbildung stehen unter der Fachaufsicht und der primären Betreuung der Klinik- oder Stationsleitung und von berufserfahrenen approbierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bzw. -therapeutinnen oder Ärzten bzw. Ärztinnen.

Ziel dieses Ausbildungsteils ist, dass die Ausbildungskandidaten und -kandidatinnen

  1. während der praktischen Tätigkeit Kenntnisse und Erfahrungen über akute, abklingende und chronische Symptomatik unterschiedlicher psychischer Störungen erwerben,
  2. über einen längeren Zeitraum an Diagnostik und Behandlung von mindestens 30 Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung der bedeutsamen Beziehungspersonen beteiligt werden.

Entsprechende Ausbildungsleistungen werden von den Ausbildungsteilnehmern und Ausbildungsteilnehmerinnen dokumentiert und müssen dem ZPP Mannheim fallbezogen unter Angabe von Umfang und Dauer nachgewiesen werden (30 Falldokumentationen).

Kooperierende Einrichtungen

Praktische Tätigkeit II

Praktische Tätigkeit II (Kinder- und Jugendlichentherapie)

Im Rahmen der Praktischen Tätigkeit II wird eine Tätigkeit über 600 Stunden in einem Zeitraum von mindestens sechs Monaten an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen, in der Praxis eines Arztes bzw. einer Ärztin mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Kinder- und Jugendpsychotherapie oder eines Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bzw. einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 KJPsychTh-AprV) absolviert. Auch für diese Einrichtungen liegt eine ausreichende Zahl von Kooperationsvereinbarungen vor.

Liste der Kooperierenden Einrichtungen

Praktische Ausbildung

Praktische Ausbildung (Kinder- und Jugendlichentherapie)

Die praktische Ausbildung findet im vertieften Verfahren „Verhaltenstherapie“ statt. Ziel dieses Ausbildungsteils ist der Erwerb praktischer Kompetenzen in Diagnostik, Indikationsstellung, Konzeption eines Behandlungsfalles, Problemanalyse und Therapieplanung, sowie die Durchführung von Verfahren, die Diagnostik und Gestaltung der Therapeut-Patient-Beziehung, Evaluation und die Dokumentation von Verlauf und Ergebnis unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse und ethischer und berufsrechtlicher Erfordernisse.

Es sind mindestens 600 eigene Behandlungsstunden unter Supervision nachzuweisen. Diese Behandlungsstunden sind in den Lehrambulanzen des ZPP Mannheim am ZI oder am Otto-Selz-Institut der Universität Mannheim zu absolvieren.

Supervision

Supervision (Kinder- und Jugendlichentherapie)

Ausbildungsfälle müssen von Beginn an und kontinuierlich supervidiert werden. In der Regel wird nach jeder vierten Sitzung eine Supervision durchgeführt. Die Ausbildungsteilnehmenden können ihren Supervisoren und Supervisorinnen von der Liste der vom ZPP Mannheim zugelassenen Supervisoren und Supervisorinnen frei wählen.

Insgesamt müssen wenigstens 150 Supervisionsstunden belegt werden, davon mindestens 50 als Einzelsupervision, die restlichen Stunden als Gruppensupervision. Die Supervisionsgruppen bestehen in der Regel aus vier Teilnehmenden.

Liste der Supervisoren und Supervisorinnen

Selbsterfahrung

Selbsterfahrung (Kinder- und Jugendlichentherapie)

Insgesamt sind – verteilt auf drei Jahre – 120 Stunden verhaltenstherapeutische Selbsterfahrung nachzuweisen, in denen Themen wie soziales Lernen in der Gruppe, Beziehungsgestaltung aus persönlich-biographischer Perspektive, persönliche Planstrukturen und emotionales Erleben im Therapieprozess im Vordergrund stehen. Ein großer Teil der Selbsterfahrung wird durchgängig mit allen Teilnehmenden eines Ausbildungsjahrgangs durchgeführt. Ein Teil der Selbsterfahrung (40 Stunden) wird im modularen System angeboten. Auf diese Weise ist es möglich, neue Selbsterfahrungsleiter und Selbsterfahrungsleiterinnen kennenzulernen und persönlich interessante Themen zu wählen.

Jeder Selbsterfahrungsworkshop wird von einem Selbsterfahrungsleiter bzw. einer Selbsterfahrungsleiterin begleitet. Die Übungen finden überwiegend in Kleingruppen oder Dyaden statt. Parallel zur praktischen Tätigkeit in der Lehrambulanz steht das therapeutische Erleben und Verhalten durch enge Verzahnung mit der therapeutischen Fallarbeit der Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Einzel-Selbsterfahrung ist möglich, kann jedoch nicht über die Studiengebühren des ZPP Mannheim finanziert werden.

Selbsterfahrungsleiter bzw. Selbsterfahrungsleiterinnen werden wie Supervisoren bzw. Supervisorinnen vom Ausbildungsausschuss (Leitungsgremium) benannt. Selbsterfahrung darf nicht bei Leitern oder Leiterinnen belegt werden, zu denen ein dienstliches oder anderes Abhängigkeitsverhältnis besteht. Selbsterfahrungsleiter bzw. Selbsterfahrungsleiterinnen werden bei Prüfungen nicht beteiligt.