Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie

Leitung

Wissenschaftliche Direktorin

Prof. Dr. Marcella Rietschel

Tel.: 0621 1703-6051

Fax: 0621 1703-6055

E-Mail

Sekretariat: Noemi Lemme
Tel. 0621 1703-6052, Fax: -6055, E-Mail

Laborgebäude, 4. OG, Raum 406

Beschreibung

Die Abteilung für Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie erforscht die biologischen und umweltbedingten Grundlagen von psychiatrischen Störungen sowie deren Interaktion und die genetischen Grundlagen der Therapie-Response (Pharmakogenetik). Da die psychiatrisch-genetische Forschung eine Vielzahl ethisch sensibler Punkte berührt, setzt sich die Abteilung auch wissenschaftlich intensiv mit den ethischen Fragen dieser Forschung auseinander.

Phänotyp Charakterisierung:
Die Abteilung verfügt über eine der größten Phänotyp-Datenbanken mit umfassend charakterisierten Stichproben von Patienten mit psychiatrischen Störungen, deren Angehörigen, sowie Kontrollen und Personen aus der Allgemeinbevölkerung. Diese werden von der Abteilung u. a in großen populationsbasierten Stichproben untersucht. Darüber hinaus werden intermediäre Phänotypen und Endophänotypen von psychiatrischen Störungen sowie deren genetische Grundlage in einer Vielzahl von Kooperationen mit Partnern aus dem ZI, national und international untersucht.

Biobank:
Eine umfassende Biomaterialsammlung ist Voraussetzung für die psychiatrisch-genetische Forschung. Die Biomaterialien dienen zur Erforschung von Biomarker Panels, die aufgrund ihres höheren Informationsgehaltes in der Lage sind, komplexe, biochemische Netzwerke abzubilden, und daher einen potentiell höheren Nutzen für Diagnose, Prognose und Behandlung haben. In der Biobank werden unter anderem  Blut, Speichel, DNA, mRNA, Plasma, Serum, Haare und Urin asserviert. Dabei handelt es sich um Biomaterialien von allen Patienten, Verwandten und Kontrollen, die von der Abteilung und Kooperationspartnern rekrutiert werden, sowie von Personen aus der Allgemeinbevölkerung. 
Gleichzeitig ist die Abteilung Ansprechpartner für Handhabung der Proben, Datenschutz und ethische sowie rechtliche Standards. (https://www.zi-mannheim.de/biobank )
 
Genetische Analysen:
Die Forschung der Abteilung konzentriert sich auf die Suche nach Zusammenhängen genetischer Risikofaktoren für psychiatrische Störungen mit klinischer Symptomatik und Verlauf. Hierbei werden Kandidatengen-, als auch genomweite Ansätze verfolgt. Ein neuer Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung epigenetischer Faktoren. Die Analysen von SNPs, VNTRs, CNVs und der Methylierung werden im Molekulargenetischen Labor durchgeführt (https://www.zi-mannheim.de/forschung/abteilungen-ags-institute/genepid/molekulargen-labor-genepid.html ). Die genomweiten Untersuchungen werden in Kooperation mit Bonn und München durchgeführt.

Biostatistische Analysen:
Zur Auswertung der genetischen, epigenetischen und phänotypischen Daten wird ein breites Spektrum an state-of-the-art statistischen und bioinformatischen Methoden angewendet. Dazu zählen Single- und Multi-Marker Analysen, bei denen die Informationen mehrerer (epi-) genetischer Marker integriert werden und dadurch die Vorhersage des Outcome-Maßes verbessern. Es sind auch Verfahren etabliert, die es ermöglichen, ein genomweites Profil, wie z.B. den sogenannten polygenen Risiko-Score zu bilden und somit die Fülle der Information des kompletten menschlichen Genoms zu nutzen.
Die Durchführung biostatistischer Analysen ist sehr zeit- und rechenaufwändig, und Expertise in vielen Bereichen ist hierbei unverzichtbar. Dies ist von einer isoliert arbeitenden Gruppe nicht zu leisten. Die Abteilung ist daher stark in internationale Kooperationen eingebunden. Die mit der Auswertung betrauten Personen sind u. a. Mitglieder der Arbeitsgruppe Statistik des Psychiatric Genomics Consortium (PGC) und stehen in regem Austausch mit anderen erfahrenen Analytikern weltweit und bilden sich kontinuierlich bzgl. aktueller Verfahren und Vorgehensweisen weiter.

Ethische Implikationen:
Da diese Forschung mit vielen ethischen, legalen und sozialen Implikationen einhergeht, widmet sich die Abteilung auch diesen Fragestellungen. Neben theoretischen Fragestellungen,  nimmt sich die Abteilung auch der praktischen Lösung dieser Fragen im Forschungskontext an, wie z.B. der optimalen Aufklärung von Patienten, oder des Datenschutzes. Hierbei liegt ein wesentlicher Augenmerk auch auf der Auseinandersetzung und Harmonisierung mit den  Vorgehensweisen ander nationaler als auch internationaler Kooperationspartner, Stichwort: „Global Science-Global Ethics“.

Die Abteilung arbeitet mit Vertretern unterschiedlicher Disziplinen zusammen, z. B. mit Juristen, Ethikern, Philosophen, Patientenvertretern, ist aktives Mitglied der Task Force on Genetic Testing der International Society of Psychiatric Genetics und berät in nationalen (e:Med Systems Medicine: Datenschutz und Ethik, TMF e.V.:Biomaterialbanken) und EU-Projekten (Imagemend, PRISM, MiND) zum Thema Ethik.

Personen

Publikationen

Projekte

Kooperationspartner

Prof. Dr. Ole A. Andreassen, Institute of Clinical Medicine, University of Oslo, Norway

Dr. Markus Baumgartner, Institute of Forensic Medicine, Universit of  Zurich, Switzerland

Prof. Dr. Dr. Konrad Beyreuther, Network Aging Research (NAR), University of Heidelberg

Dr. Dr. Elisabeth Binder, Max-Planck-Society, München

Prof. Dr. Sven Cichon, University Basel, Switzerland

Prof. Dr. David Collier, William Harvey Research Institute, Barts and The London, UK

Prov.-Doz. Dr. med. Joachim Cordes, LVR-Clinic Düsseldorf

Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski, Department of Psychiatry, University Münster

Prof. Dr. Maria Grigoroiu-Serbanescu, Medical University Bucharest, Romania

Lejla Hasandedić, Akdeniz University, Ankara, Turkey

Dr. Patrick Jern, Department of Psychology and Logopedics, Abo Akademi University, Turku, Finland

Prof. Dr. Rudolf Kaaks and Prof. Dr. Hermann Brenner, German Cancer Research Center,  (DKFZ) Heidelberg

Prof. Dr. Tilo Kircher, University Clinic of Psychiatry and Psychotherapy, University of Marburg

PD Dr. Dirk Lanzerath, German Reference Centre for Ethics in the Life Sciences (DRZE) Bonn

Prof. Dr. Nick Martin, QIMR Brisbane, New Zealand

Prof. Dr. Fermin Mayoral Cleries, Institute of Biomedical Research, Malaga, Spain

Prof. Dr. Peter McGuffin, Institute of Psychiatry, King’s College London, UK

Professor Ole Mors, Prof. Dr. Preben B. Mortensen und Dr. Christiane Gasse, Abteilung für Psychiatrie, Aarhus Universität, Dänemark

Prof. Dr. Hossein Najmabadi, Universität für Soziale Wohlfahrt und Rehabilitationswissenschaften (USWR), Teheran, Iran

Prof. Dr. Markus Nöthen, Institute of Human Genetics, University Clinic, Bonn

Prof. Dr. Stephan Ortner und Prof. P.P. Pramstaller, Europäische Akademie Bozen, Italien

Dr. Lilijana Oruc, Universität Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

Prof. Dr. Dan Rujescu, Universitätsklinikum Halle

Dr. Christoph Schickhardt und Dr. Romy Kirsten, NCT, Universität Heidelberg

Prof. Dr. med. Peter Schirmacher, Pathologisches Institut, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Thomas Schulze und Prof. Dr. Peter Falkai, LMU München

Prof. Dr. Ze’ev Seltzer und Prof. Dr. James L. Kennedy, Universität von Toronto, Kanada

Prof. Dr. Birgit Spinath, Institute of Psychology, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Kári. Stefánsson, Decode Genetics, Island

Dr. med. Patrick Sullivan, Abteilung für Genetik, Universität von North Carolina, USA

Prof. Dr. Moshe Szyf, Abteilung für Pharmakologie und Therapie, McGill Universität, Kanada

Prof. Dr. theol. Klaus Tanner, Wissenschaftlich-Theologisches Seminar, Universität Heidelberg

Dr. Alexander Varzari, Institute für Phthisiopneumologie, Kishinev, Moldawien

Prof. Dr. Dr. Henrik Walter, Dr. Dr. Stephan Ripke und Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz, Charité Berlin

Dr. James Walters, Institut für psychologische Medizin und klinische Neurowissenschaften, Cardiff Universität, UK

Prof. Dr. Dr. Erich Wichmann, Helmholtz-Zentrum, München

Prof. Dr. Georg Winterer, Medizinische Fakultät, Universität Düsseldorf

Arbeitsgruppen

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Themenbereiche der Abteilung

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4 Säulen der Abteilung

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