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Dr. Dr. Anna-Sophia Wahl

MWK - Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg Margarete-Wrangell-Habilitationsstipendium: Untersuchung und Modifikation der Plastizität neuronaler Schaltkreise zur Therapie geschädigter sensomotorischer und kognitiver Funktionen. 01/2019-06/2023.

Das Gehirn zeigt enorme Flexibilität sich auf unmittelbare und längerfristige körpereigene und umweltbedingte Ereignisse anzupassen. Grundlage dafür sind plastische Veränderungen auf verschiedenen Ebenen – von der Synapse bis zum neuronalen Netzwerk. Diese wesentliche Eigenschaft ist nicht nur während der Entwicklung von zentraler Bedeutung, sondern auch dann, wenn das Gehirn geschädigt wird. Lange Zeit galt als allgemeine Lehrmeinung, dass die Strukturen des zentralen Nervensystems vor allem im Erwachsenenalter so stabil angelegt sind, dass eine Schädigung unabdingbare Konsequenzen hat. Denn einem bestimmten Hirn- oder Rückenmarksareal wurden definierte Funktionen zugewiesen. Würde also ein Areal durch einen Schlaganfall oder eine andere Verletzung getroffen, wäre die entsprechende Körperfunktion unabdingbar verloren. In den letzten 20 Jahren hat sich jedoch ein Paradigmenwechsel vollzogen, sodass inzwischen davon ausgegangen wird, dass das Gehirn selbst in hohem Alter noch erstaunliche Kapazitäten besitzt, um sich an veränderte Gegebenheiten zu adaptieren. Das geplante Habilitationsprojekt untersucht insbesondere die Plastizität neuronaler Schaltkreise bei Schlaganfall, möchte jedoch darüber hinaus grundlegende Reparaturmechanismen des Gehirns verstehen und therapeutische Ansätze entwickeln, welche auch bei anderen neurologisch/ psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle spielen könnten.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de