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Zentralinstitut für Seelische Gesundheit beteiligt sich an internationaler Lancet-Kommission zu Schizophrenie

Führende WissenschaftlerInnen bündeln ihre Expertise, um Forschung und Versorgung bei psychotischen Störungen weiterzuentwickeln und stärker an den Bedürfnissen von Betroffenen auszurichten.

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Ein nachdenklicher junger Mann am Meer.

Weltweit sind schätzungsweise 23 Millionen Menschen von Schizophrenie und verwandten Erkrankungen betroffen. Sie gehören zu den komplexesten psychischen Erkrankungen. Foto: stock.adobe.com © Nik Viatkin

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim ist Teil einer internationalen Initiative zur Verbesserung von Forschung und Versorgung bei Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen. Die neue Lancet-Kommission – initiiert von der renommierten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet – bringt führende WissenschaftlerInnen und KlinikerInnen zusammen, um den aktuellen Stand der Forschung systematisch zu bewerten und daraus Empfehlungen abzuleiten.

Schizophrenie und verwandte Erkrankungen betreffen weltweit rund 23 Millionen Menschen. Sie zählen zu den komplexesten psychischen Erkrankungen, sind oft schwer zu behandeln und gehen häufig mit erheblichen Belastungen für Betroffene, Angehörige und Gesundheitssysteme einher.

Neue Impulse für Forschung und Versorgung

Trotz großer Fortschritte gibt es weiterhin zentrale Wissens- und Versorgungslücken, etwa bei Früherkennung, individueller Behandlung und langfristiger Betreuung. Ziel der Lancet-Kommission ist es, bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzuführen, Wissenslücken zu identifizieren und Prioritäten für Forschung, Behandlung und Gesundheitspolitik zu definieren. Dabei werden auch die Sichtweisen von Betroffenen und Angehörigen systematisch einbezogen. Zudem werden Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern und Gesundheitssystemen sowie Fragen der Stigmatisierung berücksichtigt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Behandlungsangebote gezielter, individueller und wirksamer zu gestalten. 

Die Betroffenen im Fokus

Das ZI zählt zu den maßgeblichen Kooperationspartnern der globalen Initiative. „Die Kommission bringt weltweit führende Expertinnen und Experten zusammen, um unterschiedliche Perspektiven zu bündeln und Forschung und Versorgung gezielt weiterzuentwickeln“, so Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des ZI und Ärztlicher Direktor der dortigen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. „Dabei wollen wir vor allem die Themen in den Fokus rücken, die für Betroffene wirklich relevant sind. Mit neuen Technologien und neurobiologischen Methoden sowie einem partizipativen Ansatz wollen wir spürbare Fortschritte erreichen.“

Neue Lösungsansätze durch internationale Zusammenarbeit 

Psychische Erkrankungen werden weltweit unterschiedlich diagnostiziert, behandelt und gesellschaftlich bewertet. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien und neurobiologische Methoden die Möglichkeit, bereits vorhandene Daten und Forschung aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Um dieses Potenzial zu nutzen, ist eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg wichtig, damit gemeinsame Ideen, Erkenntnisse und neue Lösungsansätze entstehen können.

ZI bringt wissenschaftliche und klinische Expertise ein

Das ZI übernimmt eine zentrale Rolle in der Vernetzung europäischer Forschungsinstitute und bringt seine Stärke in der Verbindung von klinischer Expertise und neurowissenschaftlicher Forschung ein. Dazu gehören die Analyse großer, multimodaler Datensätze sowie die Einbindung von Menschen mit eigener Krankheitserfahrung („Lived Experience“) in Forschungsprozesse. Ziel ist es, die psychischen Erkrankungen besser zu verstehen und personalisierte Behandlungsansätze im Sinne einer Präzisionspsychiatrie weiterzuentwickeln. 

Zu den involvierten Forschenden des Instituts zählen neben Meyer-Lindenberg auch Dr. Dilsa Altinok, Ärztin, Moritz Spangemacher, Arzt, sowie Dr. Bruno Pedraz, Clinican Scientist und Arzt. 

Abschlussbericht

Der Abschlussbericht der Lancet-Kommission wird 2028 erwartet. Er soll eine wichtige Grundlage für zukünftige Forschung, klinische Praxis und gesundheitspolitische Entscheidungen bilden.


 



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de