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apl. Prof. Dr. Stefan Schwarz

Hoell A. Nachwuchsakademie Versorungsforschung Baden-Württemberg: Evaluation des Deeskalationsprogrammes "OUTCOME" zum Umgang mit Aggression und Gewalt in der Psychiatrie. 12/2015-04/2017.

Aggression und Gewalt von Patienten sind in der Psychiatrie häufig zu beobachtende Phänomene. Die negativen Auswirkungen sind für alle Beteiligten (Mitarbeiter, Patienten, Einrichtungen, Krankenversicherung) deutlich zu spüren. Zur Eindämmung von Gewalt und Aggression gegen sich oder andere wird häufig auf die Anwendung von Zwangsmaßnahmen zurückgegriffen, oftmals auch gegen den ausdrücklichen Willen der Patienten. Zuletzt wurden Zwangsmaßnahmen von der UN-Behindertenrechtskonvention scharf angegriffen und mehr Patientenautonomie gefordert. Mit der Stärkung der Patientenrechte durch gesetzliche Beschlüsse und richterliche Urteile ist ein Umdenken in der Psychiatrie erforderlich geworden. Zwangsmaßnahmen sind derzeit in Deutschland weitestgehend einzuschränken, Zwangsbehandlungen gar richterlich zu genehmigen (Dreßing & Zink, 2014). Es müssen erst alle anderen milderen Maßnahmen ausgeschöpft werden, um ärztlich/pflegerisches Handeln mit der Autonomie der Patienten zu vereinbaren. Dazu werden vor allem Deeskalationstrainings gefordert (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), 2009b). Dennoch gehören Zwangsmaßnahmen nach wie vor zum Versorgungsalltag in der stationären Psychiatrie (Steinert, Schmid, & Arbeitskreis zur Prävention von Gewalt und Zwang, 2014). Vor diesem Hintergrund wurde ein multimodales Deeskalationsmanagement OUTCOME von den Pflegedienstleitungen des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Weinsberg entwickelt, welches einen ganzheitlichen, auf den Patienten fokussierten Ansatz verfolgt. Das Deeskalationsmanagement „OUTCOME“ soll in zwei psychiatrischen Kliniken auf beschützenden Stationen eingeführt und dessen Wirksamkeit geprüft werden. Dabei werden auf Stationsebene folgende Parameter überprüft: die Auftretenshäufigkeit schwerer Eskalationen und die Dauer von Patienten pro Zwangsmaßnahme in Stunden. Zusätzlich werden auf der Ebene der Stationsmitarbeiter das Ausmaß negativer Auswirkungen von Aggressionen, die Einstellung zur Anwendung von Zwangsmaßnahmen und die Sicherheit im Umgang mit Aggression und Gewalt gemessen.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de