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Zwischenbericht zu Studie über sexualisierte Gewalt vorgelegt

Das Forschungsteam des ZI hat einen Zwischenbericht zur Studie über sexualisierte Gewalt im Verantwortungsbereich der Oberzeller Franziskanerinnen vorgelegt. Betroffene können sich weiterhin melden.

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Eine Statue von Antonia Werr im Kloster Oberzell ist zu sehen.

Betroffene sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können sich weiterhin an die Forschenden des ZI wenden. Foto: © Kloster Oberzell

Für die wissenschaftliche Studie zu sexualisierter Gewalt im Verantwortungsbereich der Oberzeller Franziskanerinnen hat das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim einen Zwischenbericht veröffentlicht. Seit Januar 2025 sichtete das Forschungsteam Personalakten und führte Interviews in Oberzell. Betroffene sowie ZeitzeugInnen können sich weiterhin an die Forschenden wenden und ihre Erfahrungen einbringen.

Zwischenbericht vorgelegt

Die Oberzeller Franziskanerinnen hatten das ZI in Mannheim damit betraut, wissenschaftlich zu untersuchen, in welchem Ausmaß sexualisierte Gewalt gegen Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene in ihrem Verantwortungsbereich vorkam und wie man damit umgegangen ist. Die Studienergebnisse sollen später genutzt werden, um einen Aufarbeitungsprozess zu beginnen, bei dem der Orden auch Verantwortung für die eigene Vergangenheit übernehmen will. Die Ergebnisse der Studie sollen außerdem dazu beitragen, Schutzkonzepte und Präventionsmaßnahmen zu verbessern.

Angaben werden streng vertraulich behandelt

Ein wichtiges Anliegen der MKF-Studie (Missbrauch durch Katholische Frauenkongregation) ist es, die Erfahrungen von Betroffenen sowie von Zeitzeuginnen und -zeugen zu erheben. Die Forschenden weisen darauf hin, dass die aktuelle Zahl der geführten Gespräche noch keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Ausmaß möglicher Fälle zulässt. Umso wichtiger sei es, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, sich an der Studie zu beteiligen. Den Forschenden und den Schwestern ist bewusst, wie schwer es sein kann, über solche Erlebnisse zu sprechen. Deshalb betonen sie: Jede/Jeder entscheidet selbst, was und wie viel sie/er berichten möchte. Die Angaben werden vom Studienteam des ZI streng vertraulich behandelt und vollständig anonymisiert. Die Studie unterliegt den Regeln des wissenschaftlichen Datenschutzes und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Wer sich unsicher ist oder Fragen hat, kann sich zunächst auch ganz unverbindlich an das Forschungsteam wenden. Jeder weitere Schritt geschieht im Tempo der/des Betroffenen und nur mit ihrem/seinem Einverständnis.

Noch keine Rückschlüsse auf tatsächliches Ausmaß möglich

Die Forschenden berichten, dass mittlerweile rund 1.350 Akten von Ordensschwestern aus dem Zeitraum von 1946 bis 2024 gesichtet wurden. In den bislang gesichteten Akten fanden sich keine Hinweise auf sexualisierte Gewalt. Der Zwischenbericht weist darauf hin, dass sich aus der Aktenanalyse allein keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Ausmaß möglicher Fälle ziehen lassen. Ergänzend werden Daten zu bestehenden Schutzkonzepten erhoben. Ziel ist es, sowohl mögliche Fallkonstellationen als auch institutionelle Rahmenbedingungen zu dokumentieren. Der Zwischenbericht schildert in erster Linie den Aufbau, das Vorgehen und den aktuellen Stand der Studie; inhaltliche Auswertungen der geführten Gespräche sind nicht enthalten.

Interviews werden ausgewertet

Die Forschenden haben Interviews mit Ordensschwestern, Betroffenen sowie ZeitzeugInnen geführt. Derzeit werden die Interviews ausgewertet. Parallel dazu werden die eingegangenen Fragebögen zu Präventionsmaßnahmen analysiert. Auf dieser Grundlage sind im nächsten Schritt vertiefende Befragungen mit aktuellen und ehemaligen Leitungspersonen vorgesehen. Zudem sind Gruppen-Interviews mit Ordensschwestern sowie leitenden Mitarbeitenden geplant, um die bisherigen Erkenntnisse einzuordnen und zu verdichten. 

Ein Abschlussbericht mit Ergebnissen soll 2027 vorgelegt werden.  

Talkrunde auf dem Katholikentag in Würzburg

Beim Katholikentag in Würzburg laden die Oberzeller Franziskanerinnen an ihrem Stand auf der Kirchenmeile zu einer Talkrunde ein: Am Samstag, 16. Mai, um 16 Uhr sprechen Vertreter des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim mit Generaloberin Sr. Juliana Seelmann und Sr. Dr. Katharina Ganz über die Forschungsstudie. Im Anschluss stehen sie für Fragen zur Verfügung.

Kontakt für Betroffene sowie Zeitzeuginnen und -zeugen

Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen, können sich an das Forscherteam am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim wenden.
Ansprechpartner:innen sind:

Telefonischer Kontakt unter 0621 1703-6402
Anonyme Meldungen sind möglich unter www.zi-mannheim.de/mkf-studie



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de