Gemeinsamer Bundesausschuss 01NVF24317: STRESS-Care – Ein Stepped-Care-Programm zur Förderung von Resilienz und Reduktion psychischer Belastung bei jugendlichen Schüler:innen. 10/2025-03/2029.
Sich beschleunigende Krisen haben gravierende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Im Jugendalter manifestieren sich zahlreiche psychische Erkrankungen erstmals mit einem relevanten Risiko der Chronifizierung. Ambulante und stationäre Versorgungsangebote verzeichnen in Folge der COVID-19-Pandemie gestiegene Wartezeiten. Schulen sind Settings, in denen Jugendliche niedrigschwellig erreicht werden können, jedoch werden sie bisher unzureichend als Orte der Prävention und Gesundheitsförderung verstanden. Ziel von STRESSCare ist es daher, langfristig eine niedrigschwellige neue Versorgungsform (NVF) in Schulen zu integrieren, indem primär-präventive Aktivitäten des Öffentlichen Gesundheitsdiensts (im weiteren Sinne) in Schulen mit Präventionsangeboten der GKVen vernetzt werden. Die NVF soll ein bedarfsgerechtes Stepped-Care-Programm in Schulen sein, das transsektoral primäre und indizierte Prävention verbindet,
ehe im Anschluss eine Erstversorgung im Rahmen der Regelversorgung erfolgen kann.
Die STRESS-Care-Intervention stellt die NVF dar und kombiniert im Schulkontext erstmals primäre Präventionsmaßnahmen mit Elementen indizierter Prävention und vernetzt hierfür Angebote der GKVen mit denen des Öffentlichen Gesundheitsdiensts (im weiteren Sinne, da schulpsychologische Dienste föderal unterschiedlich verortet sind). Es handelt sich um ein von Schulpsycholog:innen durchgeführtes, transsektorales evidenzbasiertes Präventionsprogramm mit Stepped-Care-Ansatz, das Symptome verschiedener psychischer Erkrankungen reduziert und mentale Gesundheit(skompetenzen) stärkt.
Wessa M. EU - Europäische Union : Pioneering XR technology for the promotion of resilience and mental health of the healthcare workforce (XR2ESILIENCE). 08/2024-07/2028.
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt 16RBM2004D: Students at Risk for Mental Health Issues "StaR_MHI" - Teilvorhaben AP2-3 und AP3-3. 01/2026-06/2028.
Gesamtziel des Projektes Students at Risk for Mental Health Issues “StaR_MHI” ist es, Prädiktoren der psychischen Gesundheit Studierender zu identifizieren, zu validieren und geeignete Interventionsplattformen zu adaptieren.
Die folgenden zwei Arbeitspakete werden am ZI bearbeitet:
AP2.3: Von ‘Mental health literacy’ zu ‘Mental health action’ bei Studierenden
Teilvorhaben AP2-3 untersucht die mentale Gesundheitskompetenz (MHL) als einen möglichen Prädiktor für die psychische Gesundheit bei Studierenden sowie auf die
Einflussfaktoren, die sich auf den Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheitskompetenz und dem tatsächlichen Gesundheitsverhalten sowie der psychischen Gesundheit als Endpunkt auswirken. Das Konzept der MHL umfasst das Wissen und die Überzeugungen in Bezug auf psychische Störungen, welche bei deren Erkennung, Behandlung und/oder Prävention helfen. Die Einflussfaktoren, die einen erfolgreichen Transfer des Wissens über psychische Störungen und Gesundheit auf das Gesundheitsverhalten und die tatsächliche psychische Gesundheit bedingen, sind bisher jedoch nicht hinreichend aufgeklärt. Diese Einflussfaktoren sind jedoch besonders zentral, um Interventionen zur Förderung der MHL (s. AP3-3) effizient zu gestalten und deren Effekt auf das tatsächliche Gesundheitsverhalten zu
maximieren. AP2-3 wird in enger Zusammenarbeit mit AP2-1 den Ist-Zustand der MHL ermitteln und dabei auch spezifische Defizite bei etwaigen Subgruppen von Studierenden identifizieren. Darüber hinaus werden Persönlichkeits- und motivationale Faktoren sowie Einstellungen erhoben, die eine Umsetzung des Wissens in konkretes Verhalten beeinflussen könnten. Durch die Einbindung von Fragen zum tatsächlichen Gesundheitsverhalten sowie Hilfesuchverhalten in Zusammenhang mit möglicher psychischer Belastung in der EMA-Studie von AP2-1 können die Prädiktoren aus der Basiserhebung herangezogen werden, um den Zusammenhang zwischen Wissen über psychische Störungen, Gesundheitsverhalten und psychische Gesundheit an sich und deren Einflussfaktoren zu untersuchen. Diese können in zukünftigen Interventionen genutzt werden, um den Effekt von Programmen zur Förderung der MHL auf die psychische Gesundheit von Studierenden zu verbessern.
AP3.3: Nutzung bestehender Programme zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Studierenden. ‘Mental health literacy’ für Studierende (Adaption von BEWARE) und Universelle Prävention für Studierende (Adaption von resiLIR Training)
In Teilvorhaben 3-3 werden bereits bestehende Programme auf die Lebenswelt von Studierenden adaptiert. BEWARE (www.lir-mainz.de/beware) ist ein Programm zur
Förderung der mentale Gesundheitskompetenz, die einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit hat. Es wurde unter der Leitung von Michèle Wessa für den Einsatz in Schulen (Sekundarstufe I, 5.-10.Klasse) entwickelt und bis Ende 2025 auf seine Wirksamkeit überprüft. Hier liegen insgesamt 18 Stundenentwürfe à 90 Minuten vor, welche so adaptiert werden, dass sie sprachlich, inhaltlich und im Format zur Lebenswelt der Studierenden passen. Um diese Passung herzustellen, werden zu Beginn der Projektlaufzeit Fokusgruppen mit Studierenden durchgeführt. Zum anderen wird auf das Online- Programm Resitra der resiLIR-Plattform (www.resiLIR.eu) zurückgegriffen, welches mittels einem psychoedukativen Ansatz Wissen über Resilienz und Stress und relevante Resilienzfaktoren vermittelt. Dieses Programm wurde am Leibniz-Institut für Resilienzforschung unter der Leitung von Oliver Tüscher und Michèle Wessa entwickelt wurde. Dieses Online-Programm wurde bereits auf eine spezifische Zielgruppe (hier: Gesundheitsfachkräfte) angepasst und es konnten positive Effekte auf die psychische Gesundheit dieser Zielgruppe gezeigt werden. Entsprechend sollen die Online-Trainings der resiLIR-Plattform unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Fokusgruppen zielgruppenspezifisch auf Studierende angepasst werden mit einem besonderen Fokus auf den Transfer der Interventionsinhalte auf den Alltag und damit auch die Integration in das Gesundheitsverhalten der Studierenden.
