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Projects: Mental Health Services Research

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung 01GL1744G: Pro-HEAD - Förderung des Hilfesuchverhaltens von Jugendlichen mit psychischen Problemen durch Nutzung Neuer Medien - TP7: „Kosten und Kosteneffektivität" . 01/2018-12/2022.

Ausgehend von einem schulbasierten Screening an 15.000 SchülerInnen zielt das Verbundprojekt Pro- HEAD auf die Förderung des Hilfesuchverhaltens und der Inanspruchnahme professioneller Hilfe von Kindern/Jugendlichen mit psychischen Problemen sowie auf die Prävention psychischer Erkrankungen in Risikopopulationen und die Stärkung der psychischen Gesundheit in gesunden Populationen ab. Der Standort Mannheim ist in das Zentralprojekt involviert und verantwortlich für die Durchführung von Teilprojekt 7. Das Zentralprojekt implementiert eine übergreifende Koordinationsstruktur, die die Rekrutierung und jährliche, schulbasierte Untersuchungen an allen Standorten sicherstellt sowie die Kooperation zwischen den Verbundpartnern regelt. Teilprojekt 7 erhebt gesundheitsökonomische Daten der Probanden aus den Pro-HEAD Teilprojekten 1,2,3,4 und 5 und analysiert diese in einer Serie von Kosten-, Kosteneffektivitäts- und sog. Kosten-Nutzwertanalysen.

Universitätsklinikum Heidelberg 01VSF16060: Psychotherapeutische Abendklinik - Neue Versorgungsform für depressive Patienten (P-AK). 10/2017-01/2020.

Hoell A. Nachwuchsakademie Versorungsforschung Baden-Württemberg: Evaluation des Deeskalationsprogrammes "OUTCOME" zum Umgang mit Aggression und Gewalt in der Psychiatrie. 12/2015-04/2017.

Aggression und Gewalt von Patienten sind in der Psychiatrie häufig zu beobachtende Phänomene. Die negativen Auswirkungen sind für alle Beteiligten (Mitarbeiter, Patienten, Einrichtungen, Krankenversicherung) deutlich zu spüren. Zur Eindämmung von Gewalt und Aggression gegen sich oder andere wird häufig auf die Anwendung von Zwangsmaßnahmen zurückgegriffen, oftmals auch gegen den ausdrücklichen Willen der Patienten. Zuletzt wurden Zwangsmaßnahmen von der UN-Behindertenrechtskonvention scharf angegriffen und mehr Patientenautonomie gefordert. Mit der Stärkung der Patientenrechte durch gesetzliche Beschlüsse und richterliche Urteile ist ein Umdenken in der Psychiatrie erforderlich geworden. Zwangsmaßnahmen sind derzeit in Deutschland weitestgehend einzuschränken, Zwangsbehandlungen gar richterlich zu genehmigen (Dreßing & Zink, 2014). Es müssen erst alle anderen milderen Maßnahmen ausgeschöpft werden, um ärztlich/pflegerisches Handeln mit der Autonomie der Patienten zu vereinbaren. Dazu werden vor allem Deeskalationstrainings gefordert (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), 2009b). Dennoch gehören Zwangsmaßnahmen nach wie vor zum Versorgungsalltag in der stationären Psychiatrie (Steinert, Schmid, & Arbeitskreis zur Prävention von Gewalt und Zwang, 2014). Vor diesem Hintergrund wurde ein multimodales Deeskalationsmanagement OUTCOME von den Pflegedienstleitungen des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Weinsberg entwickelt, welches einen ganzheitlichen, auf den Patienten fokussierten Ansatz verfolgt. Das Deeskalationsmanagement „OUTCOME“ soll in zwei psychiatrischen Kliniken auf beschützenden Stationen eingeführt und dessen Wirksamkeit geprüft werden. Dabei werden auf Stationsebene folgende Parameter überprüft: die Auftretenshäufigkeit schwerer Eskalationen und die Dauer von Patienten pro Zwangsmaßnahme in Stunden. Zusätzlich werden auf der Ebene der Stationsmitarbeiter das Ausmaß negativer Auswirkungen von Aggressionen, die Einstellung zur Anwendung von Zwangsmaßnahmen und die Sicherheit im Umgang mit Aggression und Gewalt gemessen.

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung 01KQ1003I: Metropolregion Rhein-Neckar: Raum für Gesundheit, TP E2: Gesundheitsökonomische Begleitforschung. 06/2012-05/2016.

Übergeordnetes Ziel dieses Projektes ist die Erfassung und Analyse von versorgungs- und gesundheitspolitisch relevanten Kostenaspekten der Anwendungsprojekte. Im Mittelpunkt stehen Kosteneffektivitäts- und Kosten-Nutzwert-Analysen, die aus der gesamtgesellschaftlichen (Gesundheitsregion-spezifischen) sowie aus der Finanzierungsträgerperspektive durchgeführt werden. Mittels gesundheitsökonomischer Analysetechniken wie der Kosten oder Kosteneffektivitätsanalyse werden die direkten und indirekten Kosten der Versorgung von Probanden in den Anwendungsprojekten des Vorhabens (s.u.) ermittelt sowie die potentiellen Effizienzvorteile der neu entwickelten und erprobten Versorgungsmethoden analysiert. Mittels der Ergebnisse lassen sich die Konsequenzen für Gesundheitsbudgets und Volkswirtschaft abschätzen, die entstehen, wenn die erprobten Behandlungs- und Versorgungsmethoden in die Routineversorgung implementiert werden. Weiterhin stellen die Ergebnisse empirisch unterlegte Entscheidungshilfen für die Optimierung der Gesundheitsversorgung in den untersuchten Teilgebieten dar.

MWK - Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg 32-729.55-012311: Ausbau und Koordinierung der Versorgungsforschung in Baden-Württemberg. 04/2011-03/2015.

Das Ziel dieses Vorhabens besteht darin, in Baden-Württemberg eine national und international wettbewerbsfähige Versorgungsforschung aufzubauen, die Fragen aus Baden-Württemberg beantwortet und deren Ergebnisse lokal, regional und überregional nutzbar sind. Hierzu ist - dem Grundgedanken des Gesundheitsforums Baden-Württemberg folgend, in dem die wesentlichen Akteure des Gesundheitswesens zusammengeschlossen sind - eine Vernetzung von Wissenschaft, Versorgungsträgern und Politik notwendig. Durch die hier vorgeschlagenen Maßnahmen soll der Bereich Versorgungsforschung in Baden-Württemberg ausgebaut und insbesondere auch die Konkurrenzfähigkeit von Anträgen aus Baden-Württemberg bei nationalen (insbesondere BMBF und DFG) sowie internationalen Forschungsförderern (insbesondere EU) gestärkt werden. Außerdem sollen mit den Maßnahmen weitere potentielle Forschungsförderer gewonnen werden. Durch das hier beschriebene Vorhaben sollen bereits bestehende Aktivitäten zur Versorgungsforschung gestärkt und neue Projekte, insbesondere auf der Ebene von Nachwuchswissenschaftlern, initiiert werden. Ziel ist dabei, durch eine Bündelung der Aktivitäten, eine Umgebung zu schaffen, die für alle an der Versorgungsforschung Beteiligten einen Mehrwert erwarten lassen. Die Verantwortungsbereiche der einzelnen Akteure in diesem Forschungsfeld bleiben uneingeschränkt erhalten und werden durch Impulse aus den landesweiten Aktivitäten unterstützt.

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung DLR 01GY1134: MEMENTA: Versorgungssituation bei psychisch erkrankten Menschen mit intelligenzminderung "Projektdurchführung und Datenerhebung in der Metropolregion Rhein-Neckar". 02/2014-07/2014.

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung 01KG0822: SIMaMCI-Study: Trial of Simvastatin in Amnestic Mild Cognitive Impairment (MCI) Patients (health economics). 01/2009-12/2013.

Die hemmende Wirkung von Statinen auf das Fortschreiten der Alzheimer Krankheit bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment=MCI) ist bisher nur unzureichend beschrieben. Dies im Rahmen einer klinischen Studie herauszufinden haben sich die Charité als Sponsor im Sinne des Arzneimittelgesetzes sowie verschiedene Prüfzentren gemeinsam zum Ziel gesetzt.

MWK - Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg 42-04HV.MED (13)/3/1: Kompetenzzentrums Prävention. 01/2013-12/2013.

Prävention im Allgemeinen und Prävention psychischer und psychosomatischer Störungen im Besonderen sind zunehmend wichtigere Themen in der gesundheitspolitischen Diskussion um optimierte Versorgungsangebote geworden. Zuletzt haben Berechnungen hoher steigender direkter und indirekter Krankheitskosten bei psychischen Störungen alarmiert: Besonders im Arbeitsbereich führen diese Störungen zu langen Arbeitsunfähigkeitszeiten und hohen Frühberentungsraten (40%). Bei einer alternden Bevölkerung mit relativem Mangel an Berufstätigen entsteht hier um so mehr ein Handlungsbedarf, als die protrahierte Entstehung psychischer und psychosomatischer Störungen in der Regel ein hinreichendes Zeitfenster für präventive Maßnahmen bietet, ehe sich manifeste Krankheiten entwickeln. Die Antragsteller aus allen fünf medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs haben sich deshalb entschlossen, unter Federführung des Zentrums für Psychosoziale Medizin (ZPM) Heidelberg die Förderung des MWK für ein Kompetenzzentrum Prävention psychischer und psychosomatischer Störungen in der Arbeits- und Ausbildungswelt zu beantragen. Günstige Voraussetzungen sind gegeben durch die hervorragende, bislang aber noch wenig verbundene Expertise der Antragsteller in der Präventionsforschung, der Entwicklung und Evaluation von Kurzinterventionen, der hohen Lehr- und Fortbildungskompetenz - zwei Antragsteller sind Studiendekane, die Abteilungen haben Projekte der Lehrforschung erfolgreich abgeschlossen und positive Evaluationen in der medizinischen Lehre erhalten. Ziele sind 1. Angehörige von Gesundheitsberufen und Verantwortliche der Lern- und Arbeitswelt durch Aus- bzw. Fortbildungsmaßnahmen zu befähigen, ein alters- und situationsadaptiertes Programm der Primär- und Sekundärprävention zur Verhinderung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen anzubieten; 2. Entwicklung, Manualisierung und Evaluation von lebenszyklisch adaptierten Primär- und Sekundärpräventionsinterventionen; 3. Programme der Tertiärprävention bzw. Rückfallprävention für Menschen mit schweren psychischen und psychosomatischen Erkrankungen zu schaffen. Strukturell soll eine Koordinationsstelle am ZPM in Heidelberg eingerichtet werden. 11 Teilprojekte haben Arbeitspakete definiert und dienen der interfakultären Vernetzung. Die Ergebnisse der Forschungs-, Lehr- und Fortbildungsprojekte werden im gesamten Kompetenzzentrum verfügbar gemacht und können implementiert werden. Kommunikationsplattformen dienen der internen und externen Kommunikation. Eine interne (beteiligte Wissenschaftler) und externe Qualitätssicherung (Wissenschaftlichen Beirat) werden etabliert. Die Voraussetzungen für kooperative Antragstellungen der beteiligten Wissenschaftler und Einrichtungen sollen geschaffen werden.

Illenauer Stiftungen : Christian-Roller-Preis 2010: Verbesserung der psychiatrischen Behandlungensprävalenz bei Risikopersonen vor dem Abrutschen in die Wohnungslosigkeit. 11/2010-10/2012.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine prospektive randomisierte Interventions- und Präventionsstudie an Risikopersonen aus Freiburg und Mannheim, die unter unmittelbarer Bedrohung des Wohnungsverlustes stehen und bei denen der Verdacht auf eine psychiatrische Störung besteht. Das Ziel ist, mittels eines motivierenden Case-Management-Ansatzes, die Probanden einer fachgerechten psychiatrischen Behandlung zuzuführen und die Behandlungskontinuität über den Studienverlauf hin zu wahren. Damit soll einerseits die Behandlungsquote in dieser, von der psychiatrischen Forschung und Versorgung bisher kaum wahrgenommenen und deutlich unterversorgten Risikogruppe deutlich gesteigert werden. Die Maßnahme leistet einen wesentlichen Beitrag zur Prävention der Chronifizierung der vermutlich hohen psychiatrischen Prävalenz sowie zur Verhinderung der weiteren sozialen Marginalisierung der Probanden und ihres Abrutschens in die Wohnungslosigkeit. Neben der Steigerung des Behandlungsquote und der Verbesserung der Sekundär- und tertiärprävention ist davon auszugehen, dass das zu gewinnende Datenmaterial unverzichtbare Planungsdaten zur effektiven Vernetzung von gemeindepsychiatrischen Angeboten mit kommunalen Sozialdiensten und der Wohnungslosenhilfe liefert und zur Vermeidung von sozialen und medizinischen Folgekosten beiträgt.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de