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Informationen: ADHS im Erwachsenenalter

AG ADHS im Erwachsenenalter

Zur Forschung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die durch situationsübergreifende Störungen der Impulskontrolle und motorische Überaktivität und/oder Störungen der Aufmerksamkeit, Desorganisiertheit und Störungen der Affektregulation mit geringer Frustrationstoleranz, erhöhter Stressempfindlichkeit und kurzdauernden depressiven Stimmungseinbrüchen gekennzeichnet ist, wurde lange Zeit als eine Erkrankung eingeordnet, die ausschließlich im Kindes- und Jugendalter auftritt. Diese Einschätzung wurde revidiert, als mehrere voneinander unabhängige Langzeituntersuchungen eine Fortdauer der Störung vom Kindes- bis ins Jugenalter belegte und eine in den USA durchgeführte epidemiologische Untersuchung eine Prävalenz der ADHS in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung von ca. 4% nachweisen konnte. Daten zur Häufigkeit in der europäischen Bevölkerung liegen bisher nicht vor. Seit der Veröffentlichung der mit Unterstützung der DGPPN verfassten Leitlinie "ADHS im Erwachsenenalter" im Jahr 2003 ist das Krankheitsbild auch in der deutschen Psychiatrie etabliert.

Verfügbare Studienergebnisse belegen, dass die ADHS des Erwachsenenalters mit Funktionseinschränkungen in mehreren Lebensbereichen, z.B. Niveau des Bildungs- und Ausbildungsabschlusses, Berufsausübung, Partnerschaft, Elternschaft und Verkehrstüchtigkeit einhergeht.

Es ist ebenfalls davon auszugehen, dass das Vorliegen weiterer psychiatrischer Erkrankungen bei Erwachsenen mit ADHS eher die Regel als die Ausnahme ist. Entsprechend bislang vorliegender Studienergebnisse leiden 65-89% aller Erwachsenen mit ADHS im Laufe ihres Lebens unter mindestens einer weiteren psychiatrischen Erkrankung. Im Vordergrund stehen dabei affektive Störungen, in erster Linie depressive Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen. Weiterhin bestehen erste Hinweise auf erhöhte Komorbidität mit Angsterkrankungen und Essstörungen. Eine vermehrte Prävalenz dissozialer Persönlichkeitsstörungen bei Erwachsenen mit ADHS ist klar belegt. Erste Hinweise liegen darauf vor, dass bei Patienten mit emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen die Prävalenz von ADHS erhöht ist. Die Bedeutung von weiteren psychiatrischen Erkrankungen für den Krankheitsverlauf  und die Prognose der ADHS bei Erwachsenen ist bislang noch kaum untersucht. Vorläufige Ergebnisse weisen darauf hin, dass psychiatrische Komorbidität mit Komplikationen bei der Behandlung der ADHS einhergeht bzw. eine differenzielle Therapie erfordert.

Leitung

apl. Prof. Dr. Esther Sobanski
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MitarbeiterInnen

Dr. Oliver Hennig (komm. OA)
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Dr. med. Barbara Alm, Dipl.-Psych.
Tel.: 0621 1703-2344
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Dr. med. Barbara Scharnholz
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Melanie Bleich, Dipl.-Psychologin
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DoktorandInnen

Theresa Masuch
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Johanna Seidt
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wissenschaftl. Hilfskraft

Franziska Potocnik
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Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de