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AG Klinische Neurowissenschaften motorischen Verhaltens

Leitung

Oberarzt

PD Dr. Dusan Hirjak

Tel.: 0621 1703-2540

E-Mail

Forschungs- und Verwaltungsgebäude, 4. OG, Raum 409

Beschreibung

Die Arbeitsgruppe „Klinische Neurowissenschaften motorischen Verhaltens“ beschäftigt sich mit der Aufklärung pathophysiologischer Mechanismen, welche dem motorischen Verhalten psychisch kranker Menschen zu Grunde liegen. Das Verhalten von Menschen mit psychischen Störungen wird durch eine Vielzahl von Einflussgrößen bestimmt, welche in komplexen Wechselwirkungen zueinander stehen. Das motorische Verhalten bzw. die Domäne “Motorik” spielen dabei eine besonders wichtige Rolle, weil sie von Außen gut sichtbar, leicht und exakt messbar, von quantitativer Natur, und vererbbar sind. Ein übergeordnetes Ziel der Tätigkeiten der Arbeitsgruppe besteht deshalb darin durch Korrelation klinischer und bildgebender Parameter von psychiatrischen Patienten gemeinsame (transnosologische) und differierende (Patho)-Mechanismen von motorischen/behavioralen Auffälligkeiten aufzuschlüsseln. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist dabei die Beantwortung neurowissenschaftlicher Fragestellungen im Bezug auf motorische Funktionen/Systeme (Feinmotorik, Grobmotorik, Hyperkinese, Akinese, und Initiation/Koordination von Bewegungsabläufen) sowie deren Hirnschaltkreise („circuits“) bei psychisch kranken Menschen mit Hilfe der strukturellen und funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT). Dabei geht es auch um die Charakterisierung hirnassoziierter Pathomechanismen genuiner und pharmakogener motorischer Auffälligkeiten bei schizophrenen Psychosen, bipolar affektiven Erkrankungen, Zwangsstörungen und neuronalen Entwicklungsstörungen mit frühem Beginn (Autismus, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Tourette-Syndrom).

Motorische Dysfunktion im Sinne von strukturellen und funktionellen Veränderungen motorischer Netzwerke ist im Entstehungspfad zwischen genetischer Vulnerabilität und manifester psychischer Störung angesiedelt. Motorik scheint daher als intermediärer Phenotyp zur Untersuchung genetischer Grundlagen neuronaler Entwicklungsstörungen gut geeignet zu sein, da sie nur von wenigen genetischen und nichtgenetischen (umweltassoziierte Faktoren) beeinflussbar ist. Ferner geht die Arbeitsgruppe auch der Frage nach, inwieweit die motorische Dysfunktion als prognostischer Biomarker bei erstmanifestierten und chronischen Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis im klinischen Alltag genutzt werden kann. Nicht zuletzt möchte die Arbeitsgruppe dazu beitragen, psychische Störungen nach neurobiologisch reliablen motorikassoziierten Parametern/Netzwerken/Mechanismen zu differenzieren und damit biologisch sinnvolle Behandlungsstrategien etablieren. Diese Forschungsschwerpunkte werden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG HI 1928/2-1) gefördert. Die Arbeitsgruppe kooperiert national wie international mit anderen Wissenschaftlern/Wissenschaftlerinnen und ist an nationalen multizentrischen Projekten beteiligt.