Start Forschung Abteilungen / AGs / Institute Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin Arbeitsgruppen AG Neuroenhancement

AG Neuroenhancement

Leitung

Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Falk Kiefer

Tel.: 0621 1703-3501, -3502

Fax: 0621 1703-3505

E-Mail

Sekretariat:

Birgit Freudenberger E-Mail
Tel.: 0621 1703-3502

Birgit Hrinkow E-Mail
Tel.: 0621 1703-3523

Heike Grün E-Mail
Tel.: 0621 1703-3503

Suchttagesklinik, 3. OG, Räume 301 / 303 / 304

Beschreibung

Der Einsatz psychoaktiver Substanzen zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit birgt Chancen und Risiken. Die öffentliche Diskussion reflektiert unter den Begriffen „Hirndoping“ insbesondere die Risiken einer missbräuchlichen Verwendung abhängigkeitserzeugender oder persönlichkeitsverändernder Substanzen. Auch grundsätzliche ethische, juristische und gesellschaftliche Fragen zum Einsatz leistungssteigernder Substanzen bei Gesunden werden kontrovers diskutiert.

Aus suchtmedizinischer Sicht kommt dem Neuroenhancement eine besondere Bedeutung zu, da der gemeinsame und spezifische Effekt von Suchtstoffen darin besteht, die im dopaminergen mesolimbischen System prozessierte Belohnungsprädiktion pharmakologisch zu verstärken. Als Folge hieraus resultiert die bevorzugte kognitive Verarbeitung suchtassoziierter Hinweisreize. Suchtstoffe haben also die Gemeinsamkeit, die kognitive Verarbeitung situativ zu zentrieren und können damit als Modellsubstanzen für Neuroenhancement gesehen werden. Hier untersucht die Arbeitsgruppe unterschiedliche pharmakologische Wirkprofile abhängigkeitserzeugender Substanzen und ihren Einfluss auf Reizreaktivität und kognitive Verarbeitung unter Einbeziehung der individuellen Vulnerabilität mit Hilfe bildgebender, neuroendokriner und molekulargenetischer Verfahren.

Ein herausragendes Feld für die Zukunft des Neuroenhancement stellt die pro-psychotherapeutische Pharmakotherapie dar, die gegenwärtig im Zentrum der Forschungsaktivitäten der Arbeitsgruppe steht: Die Nutzung psychoaktiver Substanzen in der Behandlung psychiatrischer Patienten mit dem Ziel, die Wirksamkeit psychotherapeutischer Interventionen über deren verbesserte Konsolidierung zu erhöhen. Hierzu liegen in der Arbeitsgruppe bereits Resultate zur Substanz D-Cycloserin (DCS) sowohl im Tiermodell als auch in einer randomisiert-plazebokontrollierten Therapiestudie bei Alkoholabhängigkeit vor, als Grundlage für die Entwicklung und Testung weiterer psychoaktiver Substanzen in der pro-psychotherapeutischen Pharmakotherapie.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de