AG Emotionsregulation und Soziale Kognition

Leitung

Dipl.-Psychologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsgruppenleiterin

Dr. Inga Niedtfeld

Tel.: 0621 1703-4403

Fax: 0621 1703-4405

E-Mail

C 4, 11, 3. OG, Raum 303

Beschreibung

Die Arbeitsgruppe „Emotionsregulation und Soziale Kognition“ startete im Oktober 2014. Die Forschung innerhalb der Arbeitsgruppe konzentriert sich auf Ursachen von Beeinträchtigungen in zwischenmenschlichen Beziehungen bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Diese hängen vermutlich mit Defiziten bezüglich Vertrauen und der Bereitschaft zur Kooperation zusammen. Zwei unserer bisherigen Studien untersuchten die Beziehung zwischen Borderline-Merkmalen und dispositioneller Kooperation (Hepp et al., 2014, www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0191886913012166) sowie kooperativem Verhalten (Thielmann et al., 2014, guilfordjournals.com/doi/abs/10.1521/pedi_2014_28_135). Wir konnten zeigen, dass Borderline-Merkmale mit geringen Verträglichkeitswerten verbunden sind, was darauf hinweist, dass es bei Personen mit starken Borderline-Merkmalen eine verstärkte Tendenz gibt, sich rächen zu wollen und nachtragender zu sein als Personen mit wenigen Borderline-Merkmalen.

Neben den oben genannten Schwierigkeiten könnten Defizite während der Verarbeitung sozialer Informationen in verringertem prosozialem Verhalten resultieren und zu interpersonellen Problemen führen. Im Rahmen eines laufenden Forschungsprojektes (gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, siehe gepris.dfg.de/gepris/projekt/256645687) sollen zugrundeliegende Prozesse sozialer Kognition untersucht werden, die möglicherweise in Kooperationsschwierigkeiten bei BPS resultieren. Basierend auf dem theoretischen Hintergrund der sozialen Informationsverarbeitung untersuchen die einzelnen Studien verschiedene Aspekte sozialer Kognition (z. B. komplexe Emotionserkennung, Persönlichkeitswahrnehmung, die Enkodierung sowie den Abruf im Langzeit-Gedächtnis) bei BPS Patienten verglichen mit gesunden Personen und einer klinischen Kontrollgruppe von Patienten, die an einer sozialen Angststörung leiden.

Ambulantes Assessment der Ursachen und Konsequenzen von nicht-suizidalem selbstverletzenden Verhalten. Experimentelle Studien zeigen, dass selbst zugefügter Schmerz ein dysfunktionaler Versuch der Emotionsregulation bei Patienten mit NSSI darstellt. Ziel dieses Projektes ist es, mit diesem Design die Ursachen, Motive und Konsequenzen von NSSV auf psychologischer und endokrinologischer Ebene im Alltag der Patienten näher zu untersuchen. Dies stellt einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem notwendigen integrativen Verständnis von NSSV auf einer biologisch-psychologischen Ebene dar.