Institut für Psychopharmakologie

Leitung

Wissenschaftlicher Direktor

Prof. Dr. Rainer Spanagel

Tel.: 0621 1703-6251

Fax: 0621 1703-6255

E-Mail

Sekretariat: Christine Roggenkamp, M.A.
Tel.: 0621 1703-6252, E-Mail

 

Laborgebäude, 4. OG, Raum 402

Beschreibung

Das Institut für Psychopharmakologie beschäftigt sich in erster Linie mit der Suchtforschung. Im Mittelpunkt unseres Interesses steht die tierexperimentelle und translationale Erforschung der Alkohol- und Drogensucht. Da süchtiges Verhalten häufig mit anderen psychiatrischen Störungsbildern, insbesondere Angst, Depression, und ADHD, auftritt untersuchen wir auch diese Komorbiditäten. Ferner forschen wir im Rahmen der KFO256 an sozialer Ausgrenzung und Borderline-Persönlichkeitsstörungen.

Acht Arbeitsgruppen sind an dem Institut für Psychopharmakologie angegliedert: Verhaltenspharmakologie (Spanagel), Verhaltenspharmakologie in der Adoleszenz (Schneider), Verhaltensgenetik (Bilbao), Neuroanatomie (Hansson), Molekulare Pharmakologie (Sommer), Translationale Suchtforschung (Sommer, Kiefer), Physiologie neuronaler Netzwerke (Köhr), und In silico Pharmakologie (Noori). Basierend auf präklinischen Befunden verfolgen wir drei Ziele: (i). Die Entwicklung neuer Verhaltenstherapien, pharmakologische Interventionen und Tiefenhirnstimulation bei Suchtpatienten (z.B. Pharmakologische Unterdrückung von Rekonsolidierung eines Drogengedächtnisses). (ii). Die neurobiologischen Langzeitfolgen von Drogenmissbrauch und Komatrinken bei Adoleszenten abzuklären. (iii) Die Identifikation von Risikofaktoren für Suchterkrankungen und Entwicklung von präventiven Strategien. Die neu eingerichtete und vom MWK unterstützte Arbeitsgruppe Translationale Suchtforschung und die enge Zusammenarbeit mit der Suchtklinik am ZI (Prof. F. Kiefer) ermöglicht eine rasche Überprüfung unserer präklinischen Befunde im Humanbereich und somit eine schnelle Umsetzung unserer Ziele in die Anwendung.

Wir verwenden ein breites Methodenspektrum, um unsere Ziele zu verfolgen. Im verhaltenspharmakologischen Bereich nutzen wir neben einer Vielzahl von Standardmodellen (z.B. Reinstatement Modell) zwei neue Tiermodelle zur Generierung von alkoholsüchtigen bzw. kokainsüchtigen Ratten. Diese Suchtmodelle sind Ausgangspunkt zur Charakterisierung der neuroanatomischen und molekularen Substrate von süchtigem Verhalten. Ferner dienen diese Modelle in Kooperation mit der Pharmaindustrie neue Antirückfallsubstanzen präklinisch zu testen. Hierbei setzen wir zusätzlich in silico Methoden ein wie z.B. drug repurposing. Ferner erforschen wir Gen x Umwelt Interaktionen die zu einem erhöhten Suchtrisiko beitragen. Hierbei kommen verschiedene transgene Tiermodelle zum Einsatz. In Interaktion mit der Droge und Umweltfaktoren wie z.B. Stressoren. In der translationalen Forschung nutzen wir insbesondere kombinierte Tier- und Human MRI basierte Methoden (Spektroskopie, fMRI, phMRI, mit jeweils 9.4T bzw. 3T Scannern) sowie konvergierende genomische Analysen – hierbei werden Kandidatengene aus genomweiten Assoziationsstudien und differenziellen Genexpressionsanalysen definiert und anschließend in transgenen Rattenmodellen funktionell validiert.