Start Forschung Abteilungen / AGs / Institute Public Mental Health Arbeitsgruppen: Public Mental Health AG Ecological Translation in Public Mental Health Provision (E.T.)

AG Ecological Translation in Public Mental Health Provision (E.T.)

Leitung

Abteilungsleiter

Prof. Dr. Ulrich Reininghaus

Tel.: 0621 1703-1930

E-Mail

Sekretariat: Ulrike Köster
Tel.: 0621 1703-1931, E-Mail

Beschreibung

Die AG befasst sich mit der gegenwärtigen Herausforderung, die translationale Kette über traditionelle klinische Settings hinaus in die alltägliche Lebenswelt zu vervollständigen und nutzbar zu machen, indem sie die Übertragbarkeit, Uptake, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit von evidenzbasierten Innovationen der psychischen Gesundheitsforschung, und damit auch den Public Health-Impact zu verbessern sucht. Die AG stellt sich dieser Herausforderung durch die Nutzung von innovativen translationalen, partizipatorischen, Evaluations- und Implementierungsstrategien sowie hochmodernen digitalen Technologien, um ein Versorgungsangebot von evidenzbasierten, personalisierten, in der alltäglichen Lebenswelt bereitgestellten Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit sowie zur Prävention und Versorgung von psychischen Erkrankungen in klinischen, sozialen und globalen Settings zu schaffen.

Unsere Arbeit verkörpert in vollem Umfang, was das noch junge Forschungsfeld „Public Mental Health“ erreichen möchte, da sie letztendlich eine Verbesserung der durchschnittlichen psychischen Gesundheit und damit einhergehend eine klinisch bedeutsame Reduktion von psychischen Gesundheitsproblemen in der Bevölkerung durch die Bereitstellung von skalierbaren und nachhaltigen Interventionen und Versorgungsangeboten erreichen möchte. Somit steht die ‚Ecological Translation‘ im Mittelpunkt unserer Arbeit, da wir a) anstreben, momentane Risiko- und Schutzfaktoren und sozio-ökologische Kontextfaktoren über das gesamte Kontinuum psychischer Gesundheit hinweg zu identifizieren und, b) in einem nächsten Schritt, diese Erkenntnisse in neue digitale Interventionen und Angebote (insbesondere Ecological Momentary Interventions (EMIs)), zu übersetzen, die diese Mechanismen und Kontextfaktoren im Alltag, außerhalb des Forschungslabors oder der Klinik bearbeiten.

Durch die Nutzung interaktiver Datenerhebung in Echtzeit mit Methoden des Ecological Momentary Assessments (EMA) und mobilen Sensordaten, die durch Spitzentechnologien erfasst werden, folgen wir einem personalisierten und adaptiven Ansatz, um digitale Interventionen und Versorgungsangebote in allen Bereichen der Public Mental Health bereitzustellen, die auf die individuellen Bedürfnisse in einem bestimmten Moment und Kontext in der alltäglichen Lebenswelt zugeschnitten sind.

In unserer Arbeit untersuchen wir transdiagnostische Dimensionen, die das gesamte Kontinuum der psychischen Gesundheit abbilden, indem wir den Fokus von Phänotypen einzelner Störungsbilder hin zu störungsübergreifenden Phänotypen verschieben. Dabei benutzen wir innovative latente Variablenmodelle, um die dimensionale Struktur von psychischer Gesundheit (als Teil des internationalen HiTOP Konsortiums) abbilden und erklären zu können.

Ecological Translation beinhaltet für uns ebenfalls, eine globale Perspektive einzunehmen, indem wir neue Interventionen und Behandlungsangebote an die sozio-kulturellen Kontexte unserer internationalen Partnerinstitutionen anpassen und dort evaluieren (in enger Zusammenarbeit mit Somdet Chaopraya Institute of Psychiatry, Department of Mental Health, Thailand; School of Medicine and Health Sciences Monash University, Malaysia (SEACO); Heidelberg Institute of Global Health (HIGH)). Des Weiteren ist unsere Arbeit genuin inter- und transdisziplinär, da sie verschiedene Erklärungs- und Ursachenebenen über mehrere wissenschaftliche Disziplinen hinweg einbezieht und untersucht (z.B. Public Health, Digital Mental Health, soziale und ökologische Epidemiologie, Implementierungswissenschaft, Klinische Psychologie, Sozialpsychiatrie und psychiatrische Versorgungsforschung).

Unsere AG integriert all diese Aspekte zu einem Forschungsprogramm, welches durch 1) Transferierbarkeit (von der Forschung in die Versorgung, zu Populationen mit komplexen psychischen Gesundheitsproblemen, in die alltägliche Lebenswelt und in globale Kontexte), 2) Uptake (durch ExpertInnen für psychische Gesundheit und verwandte Professionen), 3) Skalierbarkeit (hin zu einer großen Anzahl von NutzerInnen) sowie 4) Nachhaltigkeit (indem die durch psychische Krankheit hervorgerufene Belastung für zukünftige Generationen reduziert wird) das übergeordnete Ziel anstrebt, einen echten Public-Health-Impact von evidenzbasierten Innovationen der psychischen Gesundheitsversorgung auf die öffentliche Gesundheit zu erreichen.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de