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AG Neuroimaging abhängigen Verhaltens

Leitung

Arbeitsgruppenleiterin

apl. Prof. Dr. Sabine Vollstädt-Klein

Tel.: 0621 1703-3912

Fax: 0621 1703-3505

E-Mail

Forschungs- und Verwaltungsbäude, 3. OG, Raum 321

Beschreibung

Die Arbeitsgruppe „Neuroimaging abhängigen Verhaltens“ untersucht die neurobiologischen Grundlagen abhängigen Verhaltens mithilfe multimodaler Bildgebung. Die AG ist Teil der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin (Leitung: Prof. Dr. Falk Kiefer). Die Schwerpunkte der AG sind die Erforschung der Pathogenese von Abhängigkeitserkrankungen, die Identifikation rückfallauslösender Mechanismen und neuronaler Biomarker sowie der Einfluss genetischer Variation („Imaging Genetics“) auf die Entstehung und Aufrechterhaltung abhängigen Verhaltens.

Abhängiges Verhalten ist mit Beeinträchtigungen in höheren kognitiven Funktionen wie Inhibition und Entscheidungsfindung assoziiert, aber auch mit Dysfunktionen in der Verarbeitung von Stress, Emotionen und suchtspezifischer Reize, ebenso mit Veränderungen in Belohnungssensitivität und Motivation. Zur Untersuchung dieser Domänen werden etablierte Untersuchungsparadigmen verwendet als auch neue Paradigmen entwickelt und validiert. Als Bildgebungs-Methode kommt die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz mit dem Schwerpunkt auf funktioneller MRT, voxelbasierter Morphometrie (VBM), Diffusion-Tensor-Imaging (DTI) und Magnet-Resonanz-Spektroskopie (MRS). Dazu stehen am Haus zwei 3-Tesla-Tomographen zur Verfügung. Als Ergänzung zu bildgebenden Verfahren werden auch neuropsychologische Verfahren und psychometrische Fragebögen entwickelt und validiert, um abhängiges Verhalten zu untersuchen.

Neben substanzbezogenen Störungen (v.a. Alkohol-, Tabak-, Opiat-Abhängigkeit) werden in Kooperation mit der AG Verhaltenssüchte auch nicht-stoffgebundene Süchte beforscht. Die Studien dienen neben der Grundlagenforschung der Verbesserung und Evaluation therapeutischer Interventionen. Dazu wird in klinischen Studien beispielsweise die Wirksamkeit von Zusatzinterventionen zu Standardbehandlungen untersucht. Zu diesen Interventionen gehören neurokognitive Trainings zur Verbesserung kognitiver Defizite aus den Bereichen exekutiver Funktionen, kognitiver Verzerrungen und sozialer Kognition, aber auch computergestützte Trainings zur Reizexpostion, Modifikation von Gewohnheiten sowie Verbesserung von Inhibition und Entscheidungsfindung.

Da sich abhängiges Verhalten sehr heterogen zeigt, ist ein weiteres Ziel die Entwicklung und Anwendung multivariater statistischer Verfahren und Machine Learning, um Subgruppen abhängiger Patienten zu identifizieren und individualisierte Therapieoptionen abzuleiten.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de