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Projekte: ADHS im Erwachsenenalter

Deuschle M. Dietmar Hopp Stiftung gGmbH : DiaMOND E2: Diabetes Mellitus - Obstetric and Neonatal Distress: Epigenetic Effects. 04/2012-03/2015.

Diabetes mellitus Typ 2 („Altersdiabetes“) ist zu einer Volkskrankheit geworden, die ein hohes Risiko für Folgekrankheiten, v.a. der Gefäße und des Herzens, birgt. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ist bei Diabetikern zwei-bis dreimal höher als bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Zwei Drittel aller Diabetiker versterben vorzeitig an Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Derzeit werden ca. 20% der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen für die Behandlung von Diabetes mellitus und seiner Folgekrankheiten verwandt. Ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung ist Übergewicht. Dabei gilt als sicher, dass genetische und epigenetische Faktoren sowohl Einfluss auf die Appetitregulation und damit das Körpergewicht haben als auch das Krankheitsrisiko direkt beeinflussen. Epigenetische Effekte, z.B. DNA-Methylierung, verändern die Aktivität von Genen, aber nicht deren Struktur. Besonders in sensiblen Lebensphasen der frühen Kindheit kann die Aktivität von Genen, z.B. durch DNA-Methylierung, „programmiert“ werden. Aktuelle Lebensumstände können so zu epigenetischen Veränderungen führen, die als Anpassung auf diese Umstände verstanden werden können. So haben Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Stoffwechselrisiko. Zurückzuführen ist dieses Phänomen auf "fötale Program-mierung" ("metabolic programming"). Kinder, die im Mutterleib in einem "diabetischen Milieu" aufwachsen haben - unabhängig von der genetischen Veranlagung - später ein vierfach erhöhtes Risiko für eine Störung der Blutzuckerregulation. Sie werden quasi im Mutterleib darauf "programmiert" und geben dieses Risiko, falls unerkannt, wiederum an ihre Nachkommen weiter. Andererseits können Hunger und Stress während der Schwangerschaft dazu führen, dass über das gesamte Leben verstärkt Kalorien in Fettdepots gespeichert werden. Was in Notzeiten sinnvoll ist, führt unter den heutigen Lebensumständen zu Übergewicht und erhöhtem Diabetesrisiko. Interessanterweise werden die epigenetischen Veränderungen teilweise an die Folgegeneration weitergegeben, so dass Stress / Traumata / Fehlernährung einer Generation das Krankheitsrisiko der Betroffenen, aber auch der Folgegeneration beeinflussen können. Das Verständnis dieser Zusammenhänge und ihrer biochemischen Grundlagen eröffnet die Chance auf neue Ansätze in Prävention, Frühdiagnostik und –intervention. Diese können dazu beitragen, den Schwerpunkt der Medizin von „Reparaturmedizin“ bei Spätfolgen, z.B. des Diabetes mellitus, auf vorbeugende Maßnahmen und frühe Behandlung zu verlagern. Ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Krankheitsmechanismen kann langfristig zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten führen.

Sobanski E, Poustka L. BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung 01GV0605: Evaluation of Efficacy, Effectiveness and Mechanisms of a Structured Disorder Specific Psychotherapy in Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in Adults – The First Randomized Multicentre Study. 09/2006-12/2012.

Attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) is a serious mental disorder with a persistent pattern of severely impaired attention and concentration, hyperactive and impulsive behaviour, emotional instability, restlessness and disorganized behaviour. The prevalence in childhood is estimated to be about 5% and in adulthood the prevalence is indicated to 2%. Comorbidity rates in adult ADHD are very high with substance abuse, antisocial behaviour, affective disorders and personality disorders. Compared to the general population adults with ADHD have lower educational status, a higher risk to be unemployed, divorced or imprisoned. Thus, about 30% of young male prison inmates suffer from ADHD (1). Therefore, ADHD has an enormous impact on the lifes of affected individuals and their familiy. In addition it cause enormous direct costs for the health system and indirect costs for the society (loss of working ours, harm caused by antisocial behaviour of adult patients with ADHD). In childhood ADHD pharmacotherapy and to a limited extent psychotherapy are well established and evaluated therapeutic options. In most cases psychotropic medication with psychostimulants is terminated in late adolescence. In contrast, there are no controlled, large multi-centre therapy studies neither for pharmacotherapy nor for psychotherapy in adult ADHD. In adult ADHD patients subjective complains often centre around psychosocial consequences of ADHD like low self es-teem or disorganised and chaotic behaviour. Consequently, patients tend to seek psychothera¬peutic instead or in addition to a psychopharmacological treatment. The German treatment guide¬lines recommend a multimodal therapy with disorder specific psychotherapy and stimulants as first choice medication.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de